Matomo pixel

Bildschirmarbeit: Belastung für die Augen

Belastung Augen Bildschirm
Einfache Übungen helfen, die Augen zu entspannen. (simpson33 / iStockphoto)

Computer, Smartphone, Tablet: Tagtäglich verbringen wir Stunden vor Bildschirmen – das hat mitunter Folgen für unsere Augen.

12.000 bis 33.000 Kopf- und Blickbewegungen und 4.000 bis 17.000 Pupillenreaktionen in acht Stunden – unsere Augen leisten tagtäglich Schwerstarbeit.

Langfristig kann sich Bildschirmarbeit auf die Leistungsfähigkeit der Augen niederschlagen, unter Umständen können auch Sehstörungen auftreten. Typische Symptome bei zu langer Belastung der Augen sind: 

  • Augenzucken
  • Augenbrennen
  • Flimmern
  • Verschwimmen von Buchstaben
  • Druckgefühl im Bereich der Augen und des Jochbeins
  • Kopfschmerzen
  • schlechter werdende Sehleistung, erhöhte Dioptrienzahl

Zudem lässt sich bei Menschen, die viel am Computer arbeiten, das sogenannte "Büro-Augen-Syndrom" beobachten. Diesem Phänomen liegt im medizinischen Sinne oft das "trockene Auge" (Sicca-Syndrom) zugrunde. Durch verminderte Tränenabsonderung und eine geänderte Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit kann eine Rötung der Augen auftreten. Manche Betroffene berichten auch von einem Fremdkörpergefühl im Auge. 

+++ Mehr zum Thema: Auge +++

Die Beschaffenheit des Bildschirmarbeitsplatzes ist in Österreich gesetzlich geregelt. Unter "Bildschirmarbeit" fällt laut § 1 (2) BS-V (Bildschirmarbeitsverordnung) die Ausführung von Tätigkeiten wie Datenerfassung, Datentransfer, Dialogverkehr, Textverarbeitung, Bildbearbeitung oder CAD/CAM (rechnergestützte Fertigung; Anm.) an Bildschirmarbeitsplätzen unter Verwendung von Bildschirmgeräten.

Um Beschwerden vorzubeugen, ist am Arbeitsplatz auf eine gute Belichtung und Beleuchtung zu achten. Weitere Kriterien betreffen unter anderem die Ergonomie, den Bildschirm und die "Eingabehilfen" Tastatur und Maus sowie das Raumklima.

+++ Mehr zum Thema: Temporäre Smartphoneblindheit +++

Ergonomie am Arbeitsplatz

Die Ergonomie bezieht sich auf:

  • die Art der verwendeten Büromöbel
  • Hard- und Software (z.B. Bildschirm und Textverarbeitungsprogramm)
  • Umweltbedingungen (Luftfeuchtigkeit, Beleuchtung)

Der Arbeitsplatz sollte für den Mitarbeiter "günstig" gestaltet werden. Die Arbeitsinspektion hat hierzu ein paar wichtige Kriterien definiert. Der Bürosessel soll demnach über eine gut verstellbare Rückenlehne verfügen und im besten Fall auch Armlehnen haben. Verstellbar sein muss die Sitzhöhe: im Optimalfall zwischen 38 und 55 cm, mindestens aber zwischen 42 und 53 cm. Hinsichtlich der Sitzhöhe gilt die Faustregel, dass die oberste Zeile nicht über die Augenhöhe des Mitarbeiters hinausragen darf. Der Schreibtisch muss entweder höhenverstellbar sein oder eine Mindesthöhe von 72 cm haben. Die Oberfläche der Möbel darf Licht nicht zu stark reflektieren.

Eine schlechte Sitzhaltung am Arbeitsplatz kann eine Vielzahl von Beschwerden hervorrufen, etwa Probleme mit den Augen oder der Verdauung sowie Rücken- und Nackenschmerzen.

+++ Mehr zum Thema: Nachlese Onlinesprechstunde Rückenschmerzen +++

Anforderungen an den Bildschirm

Die Blickrichtung des Bildschirms sollte annähernd parallel zu den Fenstern gerichtet sein. Das Gerät muss dreh- und neigbar sein sowie gut abgeschirmt gegen Reflexionen durch Sonnenlicht oder den Schein der Schreibtischlampe. Der Abstand zwischen Augen und Bildschirm beträgt zumindest 40 cm. Ist der Arbeitsplatz korrekt eingestellt, kann der Mitarbeiter seinen Blick möglichst gerade auf den Schirm richten. Bei der Bildschirmeinstellung liegt das Hauptaugenmerk auf Helligkeit und Kontrast.

Beim Kauf eines Flachbildschirms sollte auf folgende Aspekte geachtet werden:

  • Die Helligkeit soll bei etwa 200 Candela pro Quadratmeter liegen.
  • Das Kontrastverhältnis (schwarze zu weiße Pixel; Anm.) muss mindestens 200 zu 1 sein.
  • Bei horizontaler Betrachtung sollte der Betrachtungswinkel mindestens 140 Grad oder darüber betragen.
  • Die Reaktionszeit der Flüssigkeitskristalle soll 30 ms (Millisekunden) unterschreiten.
  • Die optimale Entspiegelungsklasse ist I/I.
  • Der Anschluss soll analog und digital möglich sein.
  • Das Gerät soll höhenverstellbar sein.
  • Vorhandensein von Prüfzeichen und deren Prüfkriterien (GS, TCO, TÜV).

Zur Größe: Wird mit einem Textverarbeitungsprogramm gearbeitet, ist eine Bildschirmgröße von mindestens 17 Zoll (43 cm) erforderlich. Bei der Verwendung der Software ist des Weiteren auf ausreichende Buchstabengröße zu achten. Empfohlen wird von der Arbeitsinspektion eine "Positivdarstellung". Damit gemeint sind schwarze Zeichen auf weißem Hintergrund.

Flachbildschirme: Die Bildschirmgröße eines 15 Zoll (oder 38 cm) messenden LCD-Bildschirms entspricht 17 Zoll eines herkömmlichen CRT-Bildschirmgeräts (CRT = Kathodenstrahlröhre), weil die Bilddiagonale bei LCD-Bildschirmgeräten immer der tatsächlich sichtbaren Bildfläche entspricht und keine Verzerrungsverluste an den Kanten des Bildschirms auftreten.

+++ Mehr zum Thema: Ursachen für trockene Augen +++

Belichtung und Beleuchtung

Der Arbeitgeber hat dafür Sorge zu tragen, dass der Mitarbeiter bei der PC-Nutzung nicht geblendet wird. Bei starker Sonneneinstrahlung sind Vorhänge oder Rollos anzubringen. Die Beleuchtung muss einen ausreichenden Kontrast erzeugen zwischen dem Bildschirm und der Umgebung. Die Nennbeleuchtungsstärke beträgt mindestens 500 Lux.

+++ Mehr zum Thema: Zu hell, zu blau: Smartphone raubt den Schlaf +++

Blinzeln

Gegen angespannte Augen hilft vor allem eines: bewusstes Blinzeln. Das rasche Öffnen und Schließen der Augen bewirkt:

  • Den Augen wird eine kurze Dunkelphase gegönnt, was zur Entspannung beiträgt.
  • Die Produktion von Tränenflüssigkeit wird erhöht.
  • Ein starrer Blick wird verhindert.

Blinzeln kann als akute Maßnahme gegen das Starren ins Leere eingesetzt werden, es spricht aber auch nichts dagegen, einfach so zwischendurch zu blinzeln. Tipp: Falls Sie Fotos von Familienmitgliedern, Partnern oder Haustieren auf dem Schreibtisch stehen haben, zwinkern Sie diese ab und zu an. Zwinkern Sie abwechselnd mit dem linken und dem rechten Auge.

+++ Mehr zum Thema: Fit im Büro: Entspannung der Augen +++

Augen-Blitzentspannung

Diese Übung entspannt neben den Augen auch die gesamte Gesichtsmuskulatur.  Runzeln Sie die Stirn. Kneifen Sie die Augen zu. Reißen Sie den Mund auf. Ziehen Sie jeden Muskel im Gesicht zusammen und reißen Sie anschließend die Augen auf. Schneiden Sie Grimassen. Schließen Sie am Ende für ein paar Sekunden die Augen. Den Vorgang dreimal hintereinander wiederholen.

+++ Mehr zum Thema: Mini-Yoga im Büro +++

Sekunden-Entspannung

Halten Sie einfach einen Moment inne. Setzen Sie sich aufrecht hin, halten Sie den Rücken gerade und legen Sie die Arme locker auf die Oberschenkel. Machen Sie die Augen zu und schalten Sie einen Moment ab. Dabei tief einatmen, kurz die Luft anhalten, dann ausatmen. Versuchen Sie ganz bewusst, sich im Geist an einen anderen, angenehmen Ort zu beamen.

+++ Mehr zum Thema: 10 Tipps zum richtigen Entspannen +++

In folgendem Video erhalten Sie hilfreiche Tipps gegen trockene Augen:

Trockene Augen – was tun? (netdoktor.at)

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von netdoktor.ch


Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
,

Aktualisiert am:
Quellen

Arbeitsinspektion: https://www.arbeitsinspektion.gv.at/cms/inspektorat/dokument.html?channel=CH3202&doc=CMS1451989052369​

Smoldersa KCHJ, de Korta YAW, Cluitmans PJM: A higher illuminance induces alertness even during office hours: Findings on subjective measures, task performance and heart rate measures. Erschienen in: Physiology & Behavior, Volume 107, Issue 1, 20. August 2012, S. 7–16
  
Uschi Obermeier-Sitkowski: "Augenfitness am Computer";  Ehrenwirth/Verlagsgruppe Lübbe 2002, S. 71-73

Weitere Artikel zum Thema

Volkskrankheit Rückenschmerz: Wenn die Wirbelsäule streikt, vermag auch der schönste Rücken nicht mehr zu entzücken. Was hilft?

Nackenschmerzen sind weit verbreitet. Lesen Sie hier, welche Ursachen es gibt und wie Sie Nackenschmerzen vorbeugen können.

zur Übersicht
Newsletter-Anmeldung
×
Newsletter Anmeldung Hintergrund