Pollensaison startet früher und dauert länger

Birken-Pollen: Ab der zweiten Märzwoche ist mit Belastungen zu rechnen
Birken-Pollen: Ab der zweiten Märzwoche ist mit Belastungen zu rechnen (Iakov Filimonov / Shutterstock)

Die Pollensaison beginnt in diesem Jahr früher und dauert länger. Positiv: Mehr Infos für Allergiker durch Belastungslandkarte und Pollen-App 3.0.

Viele Allergiker werden es bereits bemerkt haben: Die Pollensaison hat heuer aufgrund des milden Wetters außergewöhnlich früh begonnen. In manchen Regionen erfolgte der Start im Vergleich zum langjährigen Mittel um bis zu drei Wochen früher. Die Frühblüher Hasel und Erle haben ihren Höhepunkt teilweise schon überschritten.

Birkenpollen ab der zweiten Märzhälfte

Derzeit machen sich die Birkenpollen flugbereit: "Der Pollenflug der Birke wird heuer je nach Region und abhängig von der Wetterentwicklung ebenfalls 7 bis 14 Tage früher erfolgen", gibt Uwe E. Berger, Leiter des Österreichischen Pollenwarndienstes und der Forschungsgruppe Aerobiologie und Polleninformation an der MedUni Wien Ausblick. "Aus derzeitiger Sicht müssen sich Birkenpollen-AllergikerInnen ab der zweiten Märzhälfte auf erste Belastungen einstellen", so Berger. Bleiben die Temperaturen konstant auf über 15 Grad Celsius, beginnt der beliebte Alleebaum seine Pollen an den Wind abzugeben.

++ Mehr dazu: Tipps - Schutz in der Pollensaison ++

Die Menge an Birkenpollen wird größer sein als im Vorjahr. Wie sich das auf die tatsächlichen Belastungen auswirken wird, bleibt noch abzuwarten, sagt Berger. Denn: "Viele Pollen bedeutet nicht zwingend eine hohe Belastung. Das wissen wir aus der Analyse der Saison im Vorjahr."

Nicht nur die Menge macht's

Positiv für Allergiker: Die Informationslage wird stetig besser, die Vorhersagen können immer genauer getroffen werden. So haben die Forscher herausgefunden, dass die Annahme "mehr Pollen in der Luft = höhere Belastung für Betroffene" nicht uneingeschränkt gilt. Berger: "Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass die empfundene Belastung nicht allein von der Pollenmenge abhängt, sondern dass auch der Verlauf der Saison großen Einfluss hat."

Steigt die Pollenkonzentration langsam an, kann sich der Körper offensichtlich besser auf die Belastung einstellen und empfindet die Saison als nicht so stark. Darüber hinaus reagiert jeder Betroffene anders.

Die Gräserblüte startet heuer vermutlich ebenfalls etwas früher, in etwa Anfang Mai. Sie dauert, mit zwei bis drei Höhepunkten, mindestens zwei Monate an. Eine Prognose ist derzeit noch nicht möglich, denn Start und Belastungsintensität der Gräserpollen werden von den Niederschlägen und der Temperatur im April sowie vom Saisonverlauf bestimmt.

Ragweed

Die miteinander verwandten Pflanzen Beifuß und Ragweed (Ambrosia, Traubenkraut) blühen vom Spätsommer bis in den Herbst hinein und sind damit die letzten Pflanzen im Jahr, die Allergikern das Leben schwer machen. Der Pollenflug der Wildkraut- und Gewürzpflanze Beifuß erreicht meist Mitte August ihre höchsten Werte und wird bis in den September hinein dauern. Die Beifußsaison unterliegt kaum Schwankungen und wird damit vergleichbar mit dem Vorjahr sein.

Wie erwähnt: Jeder Betroffene reagiert anders auf die Belastung. Die Pollenwarnung der Zukunft braucht somit auch Information über die tatsächlich empfundene Belastung.

Dafür werden die Benutzerdaten aus dem elektronischen Beschwerdekalender "Pollen-Tagebuch" analysiert und als Grundlage für die Prognose herangezogen.

Ein neues Angebot des Pollenwarndienstes auf Basis dieser Daten ist die neue Belastungslandkarte. Sie ist eine Symptom-Landkarte, die die Hot Spots an Belastungen durch den Pollenflug visualisiert – und das stundenaktuell und europaweit.

Pollen-App aktualisiert

Die Forschungsergebnisse wurden auch in die aktuelle Version der Pollen-App eingearbeitet, die inzwischen von 80.000 AllergikerInnen regelmäßig genutzt wird.

Mit der Pollen-App 3.0 gehen nun auch weitere Features, wie ein standardisierter Fragebogen, eine Erinnerungsfunktion für den Arztbesuch nach der Pollensaison oder eine Push-Notification, die eine Warnmeldung des erreichten Beschwerdegrades sendet, online.

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Helga Quirgst, MSc

Aktualisiert am:
Quellen

Information des Österreichischen Pollenwarndienstes

Pollen-App des Österreichischen Pollenwarndienstes
 

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