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Noroviren als Auslöser von Magen-Darm-Grippe

Norovirus Infekt
Heftiger Durchfall und Erbrechen sind typische Symptome einer Infektion mit Noroviren. (139550061 / iStockphoto)

Eine Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) kann von verschiedensten Erregern ausgelöst werden. Neben Bakterien wie etwa Salmonellen sind auch häufig Viren Auslöser von Durchfall und Erbrechen – allen voran Noroviren.

Noroviren sind weltweit verbreitet und häufige Auslöser von (nicht bakteriell bedingten) Magen-Darm-Beschwerden. Da sie besonders infektiös sind, werden sie überall dort rasch weiterverbreitet, wo viele Menschen zusammenkommen. Das ist der Grund dafür, dass häufig Schulen, Krankenhäuser, Senioren- oder Pflegeheime von großflächigen Ausbrüchen des Norovirus betroffen sind.

Wie erfolgt die Ansteckung?

Infizierte scheiden die Viren in großen Mengen über Stuhl und Erbrochenes aus. Für die Übertragung auf andere Menschen ergeben sich daher zwei Wege:

  • Fäkal-orale Übertragung: Durch unzureichende Händehygiene werden die Viren entweder direkt von Mensch zu Mensch oder indirekt über kontaminierte Gegenstände, Oberflächen, Nahrungsmittel oder Wasser übertragen.

Bei Noroviren-Infektionen spielen vor allem Nahrungsmittel als Überträger eine bedeutende Rolle, insbesondere tiefgefrorene Beeren und Schalentiere (hier häufig Muscheln aus mit Fäkalkeimen verunreinigtem Meerwasser).

  • Aerogene Übertragung: Die Übertragung der Viren kann auch über Aerosole (virushaltige Tröpfchen in der Luft) – wie sie beim Erbrechen entstehen – erfolgen. Die Ansteckung erfolgt zumeist im engeren Umfeld von Erkrankten im Rahmen der Pflege.

+++ Mehr zum Thema: Infektionswege +++

Wie lange sind Erkrankte infektiös?

Die Zeitspanne zwischen Ansteckung und Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) ist sehr variabel und beträgt zwischen 6 und 50 Stunden.

Die akute Erkrankung hingegen dauert mit 12 bis 48 Stunden vergleichsweise nur kurz. Zu beachten ist allerdings, dass Infizierte sowohl während der Erkrankung als auch noch 48 Stunden nach Abklingen der Symptome infektiös sind. Die Ausscheidung des Virus über Stuhl – und damit auch die Weiterverbreitung – sind noch bis zu 14 Tage nach der akuten Erkrankung möglich. Auch auf Oberflächen können Noroviren noch tagelang überleben, selbst Einfrieren oder Temperaturen bis 60 °Celsius können sie nicht abtöten.

+++ Mehr zum Thema: Magen-Darm-Grippe: Was tun? +++

Welche Symptome treten auf?

  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • gelegentlich Fieber

Erste Symptome sind zumeist heftiges Erbrechen, Durchfall und Krämpfe. Diese sind eine natürliche Reaktion des Organismus auf den Erreger: Durch vermehrte Flüssigkeitsausscheidung und verstärkte Darmbewegungen versucht der Magen-Darm-Trakt, sich des Erregers schnellstmöglich zu entledigen.

Begleitet werden diese „Kardinalsymptome“ meist von allgemeinem Krankheitsgefühl, Bauchschmerzen, Kopf-, Muskelschmerzen und gelegentlich Fieber.

Auch asymptomatische Verläufe möglich. Hierbei sind die Infizierten zwar Ausscheider der Viren, haben aber keine Symptome. Durch unzureichende Händehygiene besteht die Gefahr, die Erreger unwissentlich auf andere Personen zu übertragen.

Wer ist besonders gefährdet?

Einem gesunden Menschen kann eine Norovireninfektion in der Regel nichts anhaben. Gefährdet hingegen sind Kinder, ältere Personen oder Menschen mit anderen Grunderkrankungen sowie geschwächtem Immunsystem. Aufgrund des starken Flüssigkeits- und Mineralstoffverlusts besteht bei den genannten Personengruppen das Risiko der Austrocknung.

+++ Mehr zum Thema: 9 Tipps für ein starkes Immunsystem +++

Wie wird die Diagnose gestellt?

Aufgrund der typischen Symptomatik mit plötzlich einsetzendem Durchfall und Erbrechen kann vom Arzt rasch eine Verdachtsdiagnose gestellt werden. Zur Absicherung erfolgt eine mikrobiologische Untersuchung einer Stuhlprobe: Dabei wird der Stuhl des Erkrankten im Labor auf das Vorhandensein des Virus (bzw. von Viruspartikeln) untersucht.

Wir wird eine Infektion mit Noroviren therapiert?

Eine ursächliche Therapie – also ein speziell gegen das Virus gerichtetes Medikament –gibt es nicht. In den meisten Fällen ist es ausreichend, den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Das gelingt am besten mit Wasser, Tees, verdünnten Fruchtsäften und speziellen Elektrolytmischungen aus der Apotheke. In schwerwiegenden Fällen oder bei Risikogruppen kann ein Krankenhausaufenthalt notwendig sein.

+++ Mehr zum Thema: Behandlung von Durchfall +++

Wie kann man vorbeugen?

Da es keinen Impfstoff gegen Noroviren gibt, ist die einzige Möglichkeit, einer Infektion mit dem Norovirus vorzubeugen, gründliche Händehygiene – vor allem vor den Mahlzeiten und nach dem Toilettengang.

+++ Mehr zum Thema: Richtige Hygiene in der Erkältungszeit +++

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Aktualisiert am:
Quellen

AGES, Norovirus, Stand 26.05.2020; https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/norovirus/ (letzter Zugriff am 03.06.2020)


 

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