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Trockene Nase im Sommer

trockene Nase, Sommer
Eine trockene Nase fühlt sich meist unangenehm an, kann jucken und brennen. (fotofabrika / Fotolia.com)

Trockene Luft und niedrige Luftfeuchtigkeit im Sommer machen unserer Nase zu schaffen. Wir haben hilfreiche Tipps, wie Sie einer trockenen Nase vorbeugen können.

Trockene Hitze und hochgedrehte Klimaanlagen sorgen im Sommer für ein wahres Wüstenklima. Grund dafür ist die geringe Luftfeuchtigkeit. Mit nur etwa 20 Prozent Luftfeuchte herrscht in vielen Büros und Wohnräumen nur die Hälfte der Werte für ein gesundes Raumklima. Trockene Schleimhäute, insbesondere die der Nase, sind die Folge. Es kommt zum sogenannten trockenen Schnupfen (Rhinitis sicca), der mit unangenehmen Juckreiz, Brennen und Schmerzen in der Nase einhergehen kann.

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Die Nase und ihre Abwehrfunktion

Die menschliche Nase ist nicht nur unser Riech- und Atemorgan, sondern auch Klimagerät und Filteranlage für die Luft, die wir einatmen. Sie erwärmt, kühlt, säubert und filtert die Atemluft, damit sie für das Schleimhautgewebe in unserem Atmungssystem nicht schädlich ist. Auf Reizstoffe und Krankheitserreger reagiert unsere Nasenschleimhaut daher besonders empfindlich. Befinden sich Erreger oder Staubpartikel in unserer Nase, sondert sie Schleim ab oder lässt uns niesen. Auf diese Weise gelangen schädliche Partikel und Keime aus der Luft nicht in unsere Atemwege und können wieder aus dem Körper hinaus transportiert werden.

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Warum bekommt man eine trockene Nase?

Trockene Luft, wie sie etwa in klimatisierten oder geheizten Räumen vorkommt, kann die empfindliche Schleimhaut unserer Nase schädigen und zu einem "trockenen Schnupfen" führen. Die Schleimhaut trocknet dabei aus, die Schleimbildung wird erschwert und ermöglicht Krankheitserregern, leichter in den Körper einzudringen.

Der sogenannte trockene Schnupfen hat also im Grunde nichts mit dem herkömmlichen Schnupfen zu tun. Vielmehr beschreibt er den ausgetrockneten Zustand der Nasenschleimhaut, der beispielsweise durch eine hohe Staub- oder Rauchbelastung, Luft aus Klimaanlagen oder eine reduzierte Raumluftfeuchtigkeit entstehen kann.

Mögliche Symptome bei trockener Nase

  • Erschwertes Atmen
  • Brennen, Jucken, Schmerzen in der Nase
  • Borkenbildung, so nennt man die Eintrocknung des Nasensekrets
  • Vermehrter Niesreiz
  • Nasenbluten (Epistaxis)
  • Kopfschmerzen
  • Anfälligkeit für Infekte wie etwa Rachen- und Halsentzündung (Pharyngitis),  Nebenhölenenzündung (Sinusitis) oder Ohrenentzündung (Otitis)
  • Eingeschränkter Geruchssinn

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Was kann man gegen einen trockenen Schnupfen tun?

Es gibt einige Tipps und Hausmittel gegen trockene Nasenschleimhäute:

Ausreichend Luftfeuchtigkeit

Das optimale Raumklima für unsere Nasenschleimhaut liegt etwa bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von ca. 40-60%. Ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig, lässt sich die Luft durch das Aufstellen von Pflanzen im Raum befeuchten. Geeignet sind etwa drei bis sechs mittelgroße Pflanzen in einem Zimmer mit 30m². Bei der Verwendung von Luftbefeuchtern ist unbedingt auf Hygiene und eine regelmäßige Reinigung des Geräts zu achten.

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Klimaanlagen und Ventilatoren richtig einsetzen

Klimaanlagen können bei Hitze im Sommer äußerst angenehm sein. Dennoch sollten Sie darauf achten, sich nicht direkt vom Kältestrom anstrahlen zu lassen, denn das begünstigt Erkältungen und trocknet noch zusätzlich aus. Wichtig ist außerdem auch, die Räume in angemessener Relation zur Außentemperatur herunter zu kühlen. Denn ein zu drastischer Temperaturwechsel kann den Organismus bzw. die Nasenschleimhaut zusätzlich belasten und sogar zu Erkältungen führen. Kühlen Sie daher die Raumluft bei einer Außentemperatur von über 30°C lediglich auf ca. 23-27°C.

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Die richtige Nasenpflege

Die richtige Nasenpflege kann nicht nur vorbeugend sehr hilfreich sein, sondern auch bei bestehenden Problemen lindernd wirken. 

  • Schonende Nasenspülungen (z.B.  mit einer leichten Meersalz-Lösung) 
  • Inhalieren mit Meersalz oder dafür geeigneten ätherischen Ölen
  • Nasensalben oder -sprays mit Meersalz 

Achtung: Abschwellende Nasensprays können hingegen können bei längerem Gebrauch eher schaden als nutzen und können das Austrocknen der Schleimhäute zusätzlich fördern. Verwenden Sie diese nur nach Absprache mit dem Arzt.

Hält man sich in klimatisierten Räumen mit trockener Luft auf, sollte die Nase zusätzlich befeuchtet werden. Dies gelingt am besten mit schonenden Nasenspülungen, -salben oder -sprays mit mineralischer Salzlösung (z.B. Meersalzlösung), die bei regelmäßiger Verwendung die Feuchtigkeit der Nasenschleimhaut erhalten bzw. wiederherstellen.

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Autoren:

Medizinisches Review:
Assoc. Prof. PD Dr. Christian A. Müller
Redaktionelle Bearbeitung:
,

Aktualisiert am:
Quellen

Strutz & Mann (2010): Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Georg Thieme Verlag. Stuttgart/New York.

Peus (2012): Salzlösungen wirken zweifach. Pharmazeutische Zeitung – online. http://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=2697 (Online, letzter Zugriff: 11.07.2016)

Ganz & Jahnke (1996): Hals-Nasen-Ohren Heilkunde. 2., erweiterte Auflage.Verlag Walter de Gruyter & Co. Berlin.

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