Der Obst- und Gemüse-Saisonkalender

Obst- und Gemüse - wir verraten, welche Sorten gerade Saison haben
Obst- und Gemüse - wir verraten, welche Sorten gerade Saison haben (Matt Antonino / Shutterstock)

Wirft man einen Blick in die Supermärkte, ändert sich der Inhalt der Regale in den vier Jahreszeiten nur wenig. So können Erdbeeren, Tomaten, aber auch Bananen und tropische Früchte in heimischen Supermärkten mittlerweile im Winter wie auch im Sommer erstanden werden. Doch auf heimisches und saisonales Obst und Gemüse zurückzugreifen hat mehrere Vorteile.

Zum einen punktet die heimische Variante mit vollem Geschmack, intensivem Aroma und einem höheren Vitamin- und Mineralstoffgehalt. Zum anderen ist der Konsum heimischer Produkte mit geringeren Umweltbelastungen verbunden.

Diverse aus fernen Ländern stammende Obst- und Gemüsesorten müssen zwangsläufig lange Transportwege mit dem LKW, Schiff oder Flugzeug überstehen. Zudem müssen die Glashäuser in denen Tomaten, Kiwi und dergleichen heranreifen, beheizt werden, was ebenfalls die Umwelt belastet.

Da sich reifes Obst und Gemüse nur über kurze Zeit hält, wird es unreif geerntet, transportiert und die nachgereifte Ware verkauft. Resultat: Weniger Geschmack und Inhaltsstoffe wie Vitamine, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Außerdem geht die Frische durch die langen Transportwege verloren.

Konkret: Was hat im Sommer Saison?

Ein paar wahre „Vitamin-Knüller“ stellen wir nachfolgend für Sie vor:

Brokkoli

Der „grüne Baum“ kann von Juni bis Oktober aus heimischem Anbau bezogen werden.

Gut zu wissen: Der Broccoli ist ein milder Vertreter der Kohlgewächse, wodurch dieses Gemüse auch für Personen mit empfindlicher Verdauung geeignet sind. Es können sowohl die Blütenknospen als auch die Stiele in roher und gekochter Form gegessen werden.
Brokkoli kann allerdings nicht lange gelagert werden – daher nach dem Kauf so bald als möglich verarbeiten.

Ernährungsphysiologisch: Broccoli ist nicht nur vielseitig einsetzbar, sondern auch ein kalorienarmes Gemüse. Der hohe Ballaststoffanteil führt dazu, dass das Gemüse lange satt macht. Neben seinem hohen Gehalt an Vitamin C, A, E und B-Vitaminen enthält er auch nennenswert große Mengen an Mineralien wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen.
Die in Kohlgewächsen typischen Glukosinolate, auch bekannt als Senföle (sekundäre Pflanzenstoffe) sind ebenfalls mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit assoziiert.

Paprika

Die aus dem Balkan stammende Pflanze ist von Juni bis Oktober zu ernten.

Gut zu wissen: Paprika wurden ursprünglich vom Balkan nach Österreich gebracht und bei „uns“ weitergezüchtet. Dabei sind grüne und rote Paprika nicht immer verschiedene Sorten, sondern können auch den unterschiedlichen Reifegrad der Früchte aufzeigen. Auch diverse Chillisorten zählen zu der Gruppe der Paprika.
Der Schärfegrad der Paprika wird durch den Scharfstoff Capsaicin verursacht, wobei dieser in Scoville-Einheiten (SCU) angegeben wird. Zum Vergleich: Der milde, nicht scharfe Gemüsepaprika hat 0 Grad SCU, wobei scharfe Chillisorten wie die Habanero zwischen 100.000 bis 500.000 Grad SCU haben können.

Ernährungsphysiologisch: Der Gemüse- oder Fruchtpaprika liefert uns viel Vitamin C. Auch Carotinoide die Vorstufe des Vitamin A und Vitamin E sind in Paprikas zu finden. Die Carotinoide sowie die Anthocyane – Vertreter der sekundären Pflanzenstoffe – verleihen der Paprika ihre Farbe.

Brombeeren:

Die dunklen Beeren haben von Juli bis Oktober Saison.

Gut zu wissen: Die Brombeere ist – wie die Himbeere auch – keine echte Beere. Sie ist eine sogenannte Sammelsteinfrucht. Die kleinen Kügelchen sind in Wahrheit einzelne Steinfrüchte die sich an einem Fruchtzapfen ansammeln. Vorsicht ist beim Pflücken geboten, denn auf ihrem Strauch befinden sich zahlreiche Stacheln.
Die Brombeere sollte rasch verbraucht werden, im Kühlschrank hält sie nur wenige Tage.

Ernährungsphysiologisch: Die Brombeere ist reich an Vitamin C und E, enthält neben der Vorstufe des Vitamin A auch zahlreiche Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Kalzium. Die zu den sekundären Pflanzenstoffen zählenden Anthocyane verleihen der Brombeere nicht nur ihre markante Farbe, sondern erfüllen auch gesundheitsfördernde Wirkungen.

Erdbeeren

Die in älteren Generationen auch als "Ananas" bezeichnete Frucht hat von Mai bis August in heimischen Gärten Saison.

Gut zu wissen: Die Erdbeere ist wie die Brombeere keine echte Beere. Sie ist eine Sammelnussfrucht, wobei die kleinen, gelben Nüsschen die Samen der Erdbeere sind. Auch die Erdbeere sollte rasch gegessen werden!

Ernährungsphysiologisch: Erdbeeren sind wahre Vitamin-C-Bomben. Sie weisen einen höheren Gehalt dieses Vitamins auf, als zum Beispiel die Grapefruit, die Zitrone oder die Orange. Außerdem hat sie aufgrund ihres geringen Wassergehalts auch sehr wenige Kalorien. Neben dem hohen Gehalt an Vitamin C enthält sie auch nennenswerte Mengen an Folsäure, Kalium, Eisen, Magnesium, Kalzium und Polyphenolen (Vertreter der sekundären Pflanzenstoffe).

Kirschen

Die rote süße Frucht hat nur zwei Sommermonate Saison: Juni und Juli.

Gut zu wissen: Kirschen zählen zu den Steinobstarten und können je nach Sorte rund, oval, ei- oder herzförmig wachsen. Kirschen müssen nicht immer rot sein – es gibt auch gelbliche sowie hell- und dunkel- bis schwarzrote Vertreter. Man unterscheidet grob die Süß- und die Sauerkirsche (Weichsel).

Erfrischend, süß, vitaminreich und kalorienarm: Diese Eigenschaften machen den Kirsch-Smoothie zu einer idealen Nascherei für heiße Sommertage.

 

Ernährungsphysiologisch: Kirschen enthalten nennenswerte Mengen an Eisen und Kalium. Auch Kalzium ist in ihr zu finden, wobei die Süßkirsche mehr davon enthält, als die Sauerkirsche. Auch sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Phenolsäuren sind in der Kirsche zu finden und der Gesundheit förderlich.
Süßkirschen und Weichseln unterscheiden sich in Bezug auf ihren Nährstoffgehalt prinzipiell nur geringfügig voneinander. Die Süßkirsche enthält mehr Zucker und hat daher einen höheren Kaloriengehalt. Die Weichsel weist einen deutlich höheren Gehalt an Vitamin A auf, im Vergleich zur Süßkirsche (6 µg/ 100 g; Weichsel: 40 µg/ 100 g).

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Philip Pfleger

Aktualisiert am:
Quellen

"die umweltberatung" Wien: Obst und Gemüse Saisonkalender. Stand der Information: 01.07.2013
Elmadfa I, Aign W, Muskat E, Fritzsche D: Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle. GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH; Auflage: Neuausgabe 2012/13
 

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