Sodbrennen: Kohlensäure raubt den Schlaf

Wer unter nächtlichem Sodbrennen leidet, kann durch Verzicht auf prickelnde Getränke vor dem Zu-Bett-Gehen seine Chancen auf eine ungestörte Nacht erhöhen.

Wissenschafter der University of Arizona sind in einer breit angelegten Studie auslösenden Faktoren für den sauren Rückfluss nachgegangen. Wie die Zeitschrift "Chest" in einer Online-Vorabveröffentlichung berichtet, untersuchten Ronnie Fass und Kollegen 15.314 ältere Männer und Frauen. Ein Viertel dieser Teilnehmer gab an, des Nachts unter den brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein zu leiden.

Vom Magen in die Speiseröhre

Sodbrennen wird durch den Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre bedingt. Wenn der Rückfluss gehäuft auftritt und mit Beschwerden wie Übelkeit, Schmerzen oder Schluckproblemen einhergeht, liegt eine so genannte Refluxkrankheit vor. In diesem Fall funktioniert der zwischen Magen und Speiseröhre gelegene Schließmuskel nicht einwandfrei – die Magensäure kann also relativ ungehindert nach oben dringen.

Da im Liegen der Rückfluss nicht gegen die Schwerkraft stattfindet, treten die Beschwerden in dieser Position besonders häufig auf, erläutert Studienleiter Fass. Daher sei es seinem Team besonders wichtig erschienen, Risikofaktoren für das während der Bettruhe auftretende Sodbrennen zu ermitteln – mit folgenden Ergebnissen: Studienteilnehmer, die zu viele Kilos auf die Waage brachten, klagten häufiger über nächtliche Schmerzen als Normalgewichtige. Wenig überraschend, ist doch Übergewicht schon länger als Mitauslöser des sauren Aufstoßens bekannt.

Soda & Schlafmittel

Weitere Risikofaktoren, die Fass und Kollegen ermitteln konnten, waren Bluthochdruck und Asthma – allerdings ist den Forschern noch nicht völlig klar, warum diese Krankheiten mit gehäuftem Reflux einhergehen. Zudem konnte das US-Team feststellen, dass gewisse einfache Verhaltensregeln die nächtlichen Beschwerden hintanhalten können.

"Vermeiden Sie kohlensäurehaltige Getränke zum Abendessen", rät Fass: "Und vor allem nach dem Abendessen." Für Reflux-Patienten seien insbesondere Softdrinks problematisch, weil diese einerseits viel Säure enthalten und andererseits beträchtliche Mengen Kohlendioxid in den Magen einbringen, was den Rückfluss begünstige.

Auch die Einnahme von Schlaftabletten erweise sich als ungünstig, weiß Fass. Die in den gängigsten Produkten enthaltene Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine sei nämlich nicht nur schlaffördernd, sondern verringere auch die Spannung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre – verstärkter Reflux sei die Folge. Die Wissenschafter legen daher allen von Sodbrennen Geplagten nahe, möglichst auf solche Einschlafhilfen zu verzichten – und zudem abzunehmen.

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Aktualisiert am:
Quellen

Reuters Health

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