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Ernährung bei Lungenkrankheiten

Lunge stärken mit Ernährung
Konkret haben fehl- bzw. mangelernährte Personen ein erhöhtes Risiko für Infektionen der Atemwege, allergische Reaktionen und oxidativen Stress. (cagkansayin / iStockphoto)

Welchen Einfluss die Ernährung auf die Gesundheit unserer Lunge hat, wird erst bei genauerer Betrachtung deutlich. Prinzipiell haben gut ernährte Personen ein niedrigeres Risiko eine Lungenerkrankung zu entwickeln. Zudem kann der Krankheitsverlauf einer bestehenden Lungenerkrankung durch gesunde Ernährung verbessert werden.

Informationen auf dieser Seite:

Der Zusammenhang zwischen Ernährung und einer gesunden Lunge

Aus Studien geht hervor, dass die Abwehrkraft der Lunge durch Mangel- bzw. Fehlernährung beeinträchtigt wird. Der Grund dafür ist, dass die Fresszellen (Makrophagen) in den Lungenbläschen, die in einem funktionierenden System eingedrungene Fremdstoffe zerstören, weniger aktiv sind. Das macht die Lungenbläschen anfälliger für Entzündungen.

Außerdem liefert die Atmung den notwendigen Sauerstoff, der für die "Verbrennung", also Oxidation bzw. Verwertung (Verstoffwechselung) der Nährstoffe notwendig ist. Im Zuge der Verbrennung wird Energie frei und es entsteht Kohlendioxid. Ein Teil dieser Energie wird für die Atmung herangezogen, das Kohlendioxid wird als Abfallprodukt ausgeatmet. Ist die Atmung eingeschränkt, kommt zu wenig Sauerstoff in den Körper. Der Sauerstoff ist aber für die Verwertung bzw. Verbrennung der Nährstoffe zuständig. Folglich stehen dem Organismus bei eingeschränkter Atmung weniger Nährstoffe zur Verfügung.

++ Mehr zum Thema Ernährung bei Asthma ++

Im Gegensatz dazu kann gesunde und dem individuellen Bedarf angepasste Ernährung die Gesundheit auf vielfältige Weise positive beeinflussen. Hierzu zählen etwa die

  • Bekämpfung von oxidativem Stress
  • das Einhalten eines gesunden Körpergewichts 
  • entzündungshemmende Effekte bestimmter Nahrungsbestandteile

+++ Mehr zum Thema: Ausgewogene Ernährung +++

Welche Rolle spielt das Körpergewicht?

Das Körpergewicht hat einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung von Atemproblemen.

+++ Mehr zum Thema: BMI Rechner - Ist mein Gewicht gesund? +++

Übergewicht und Atemprobleme

Übergewicht kann Atemprobleme verstärken, da das Herz-Kreislauf-System und der Lungenkreislauf eine höhere Leistung vollbringen müssen. Zivilisationskrankheiten können die Folge sein, dazu zählen:

Zudem erhöht Übergewicht das Risiko einer obstruktiven Schlafapnoe. Bei einer Apnoe kommt es zu einem zeitweisen Aussetzen der Atmung. Bei der obstruktiven (verschließenden) Schlafapnoe kommt es während des Schlafes zu häufigen Atempausen aufgrund eines Atemwegverschlusses. Ursache für das gehäufte Auftreten ist die übermäßige Ansammlung von Fett im Halsbereich, das die Atemwege einengt.

Untergewicht und Gewichtsverlust

Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen verlieren häufig im Zuge ihrer Erkrankung Gewicht. Grund kann die erhöhte Atmungsarbeit der Lunge sein.

Um den Körper mit der notwendigen Energie zu versorgen, wird Muskelmasse abgebaut. Davon bleibt auch die Atemmuskulatur, inklusive der Muskulatur des Zwerchfells nicht verschont. Ein Teufelskreis setzt sich in Gang. Denn eine geschwächte Atemmuskulatur führt zu allgemeiner Schwäche und verstärkt Müdigkeit und Atemnot.

Eine ausgewogene Ernährung sowie physiotherapeutische Atemtherapie können dabei helfen, die geschwächte Atemmuskulatur zu stärken.

Welche positiven Einflüsse kann die Ernährung auf die Lungengesundheit haben?

Antioxidantien

Zigarettenrauch, Schmutzpartikel in der Luft und Krankheitserreger belasten unseren Körper. In den Körperzellen aus denen Energie gewonnen wird, entstehen auf natürliche Weise die sogenannten freien Radikale. Diese werden teilweise auch von Immunzellen hergestellt, um Viren und Bakterien zu neutralisieren. Bilden sich allerdings zu viele freie Radikale im Körper, können sie Zellen, Gewebe oder Organe schädigen. Dieser Prozess heißt oxidativer Stress und kann zur Entstehung verschiedener Lungenkrankheiten wie Asthma und COPD, oder zystische Fibrose führen.

Bestimmte Nährstoffe wie Vitamin C und Betacarotin sowie viele sekundäre Pflanzenstoffe fungieren als Antioxidantien und können dem oxidativem Stress entgegenwirken. Die Antioxidantien „fangen“ freie Radikale und verhindern dadurch, dass sie Schaden im Organismus anrichten.

Besonders reich an Vitamin C sind Obst und Gemüse wie:

  • Zitrusfrüchte
  • Kiwis
  • Johannisbeere
  • Sanddorn
  • Brokkoli
  • Paprika
  • Kohl 

Rezeptideen:

Vitamin E kommt reichlich vor in:

  • Getreide
  • Nüssen
  • verschiedenen pflanzlichen Ölen vor

Rezeptideen:

Reich an Beta-Carotin sind:

  • Marillen
  • Pfirsiche
  • Tomaten 
  • Karotten 

Rezeptideen:

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3- und 6-Fettsäuren sind essentielle Fettsäuren. Das bedeutet, dass sie mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Omega-3-Fettsäuren unterstützen unseren Körper dabei das Wachstum von Krebszellen einzudämmen. Zudem verringern sie das Entstehen von Zellen, die bei asthmatischen und allergischen Reaktionen auftreten.

Um eine optimale Wirkung für die Gesundheit zu erzielen, ist das richtige Aufnahmeverhältnis entscheidend. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt ein Omega-6- zu Omega-3-Verhältnis von 5:1. Moderne Ernährungsgewohnheiten führen dazu, dass die Fettsäuren teilweise in einem Verhältnis von 20:1 aufgenommen werden.

Eine zu hohe Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren kann die Gesundheit von Herz und Lunge beeinträchtigen, da sie die Entstehung von Entzündungen fördern. Selbiges gilt auch für Transfettsäuren, die bei der industriellen Verarbeitung von ungesättigten Fetten entstehen.

Omega-3- Fettsäuren sind vermehrt enthalten in:

  • fettem Seefisch
  • Meeresfrüchten
  • Soja
  • Avocado
  • Blattgemüse

Rezeptideen:

Omega-6-Fettsäuren sind vor allem in:

  • Pflanzenöl
  • Margarine
  • Mayonnaise
  • in Öl gebratenen oder frittierten Lebensmitteln

Transfettsäuren sind vor allem enthalten in:

  • Backwaren wie Keksen und Kuchen
  • Fast Food-Produkten

Welchen Einfluss haben die Mineralstoffe Phosphor und Magnesium?

Phosphor

Phosphor ist Bestandteil von Enzymen und ermöglicht als solcher den Sauerstoffaustausch der roten Blutkörperchen. Ein niedriger Phosphorspiegel kann dadurch Atembeschwerden auslösen. Bei Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen ist daher die regelmäßige Kontrolle der Phosphorkonzentration im Blut wichtig.

Gute Phosphorquellen sind etwa: 

  • Milchprodukte
  • mageres Fleisch
  • Fisch
  • Bohnen
  • Erbsen
  • Vollkorngetreide 
  • Nüsse

Rezeptideen:

Magnesium

Der Mineralstoff Magnesium hat in Bezug auf Atemwegserkrankungen auch eine besondere Rolle. Denn er wirkt Entzündungsprozessen entgegen, unterstützt die Aktivität von Enzymen und trägt zur Steuerung der Körperabwehr und zur Entspannung der Atemmuskulatur bei.

Gute Quellen sind etwa:

  • Nüsse
  • Getreide
  • Samen
  • Karotten
  • Spinat
  • Meeresfrüchte

Rezeptideen:

Welche Rolle spielen Fett und Kohlenhydrate in Bezug auf die Lungengesundheit?

Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen produzieren überdurchschnittlich viel Kohlendioxid im Blut. Wird nun die kohlenhydratreiche Nahrung unvollständig "verbrannt", entsteht vermehrt Kohlendioxid. Das kann die Atemmuskulatur zusätzlich schwächen und Atemprobleme verursachen.

Es gibt sogar Hinweise darauf, dass übermäßige Kohlenhydrataufnahme bei Lungenpatienten das Risiko von Atemversagen erhöht. Im Einzelfall könnte daher eine eher fettbetonte Kost gegenüber einer kohlenhydratreichen Kost Vorteile für Lungenpatienten bringen.

Tipps für den Alltag

Gesunde und den individuellen Bedürfnissen angepasste Ernährung ist für jede Person wichtig. Bei bestimmten Lungenerkrankungen bekommt eine bewusste Ernährung aber eine noch größere Bedeutung.

  • Ernähren Sie sich ausgewogen, das bedeutet viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, ein bis zweimal pro Woche fettreichen Seefisch wie Makrele, Lachs, Thunfisch und Hering oder heimischen Kaltwasserfisch wie beispielsweise Saibling.
  • Reduzieren Sie Ihre Salzaufnahme
  • Schränken Sie die Menge an Trans- und Omega-6-Fettsäuren ein
  • Achten Sie auf Ihr Körpergewicht, sowohl Unter- als auch Übergewicht können sich negativ auf die Lungengesundheit auswirken
  • Achten Sie zudem auf ausreichend Bewegung

++ Mehr zum Thema Ernährung bei COPD ++

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Aktualisiert am:
Quellen

COPD – Deutschland e.V. und der Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland: COPD und Ernährung. Stand 08/2014 (http://www.copd-deutschland.de/pages/public/patientenratgeber/crossmed/copd-und-ernaehrung.pdf)

European Lung Foundation: Ernährung und Lunge. Abgerufen am 28.01.2015 (http://www.selbsthilfe-lot.at/medien/divers/European%20Lung%20Foundation/Ernaehrung%20und%20Lunge.pdf)
 
Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt: Ernährung. Abgerufen am 28.01.2015 (http://www.lungeninformationsdienst.de/therapie/leben-mit-krankheit/ernaehrung/index.html)
 
Siedentopp U: Integrative Ernährungstherapie bei COPD und Asthma. DT ZTSCHR F AKUP. 53; 3/2010
 

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