Vulvodynie: Genitalschmerzen unbekannter Ursache

Genitalschmerzen Vulvodynie
Wiederkehrende Schmerzen im Genitalbereich bleiben selten ohne Folgen für die Lebensqualität betroffener Frauen. (ericsphotography / iStockphoto)

Einer aktuellen Studie zufolge wirkt sich die Vulvodynie (Vulvodynia), mit der chronische Schmerzen im Bereich der Vulva bezeichnet werden, auf zahlreiche Lebensbereiche negativ aus.

Kurzfassung:

  •  Vulvodynie ist ein wenig bekanntes Zustandsbild, dessen Ursachen trotz verschiedener Theorien noch unklar sind.
  • Sie wird meist dann diagnostiziert, wenn andere Gründe für die Beschwerden ausgeschlossen wurden. 
  • Allerdings handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern vielmehr um eine Umschreibung der auftretenden Symptome.

Die Vulvodynie ist gekennzeichnet durch:

  • anhaltende Schmerzen im äußeren Genitalbereich in Form von Brennen
  • einem Gefühl des Wundseins
  • erhöhter Empfindlichkeit, die sich im Speziellen beim Sex, bei der Verwendung von Tampons, beim Radfahren oder beim Tragen enger Kleidung bemerkbar machen.

Auswirkungen von Vulvodynie auf Arbeits- und Sexualleben

Um mehr über das Zustandsbild herauszufinden, führten Lauren Arnold und Kollegen von der University of Medicine and Dentistry of New Jersey eine Studie zum Thema durch:

  • Die Befragung von 1.012 Frauen über 18 ergab, dass rund zehn Prozent schon einmal Vulvodynie-Symptome aufgewiesen hatten.
  • Ein Viertel dieser Frauen gab an, aufgrund der Beschwerden mindestens einmal im vorangegangenen Jahr der Arbeit oder Schule ferngeblieben zu sein.
  • 45 Prozent der Betroffenen meinten, die Schmerzen hätten einen mittelschweren bis gravierenden Einfluss auf ihr Sexualleben.

Weitere Forschung zu den Ursachen & Behandlung von Vulvodynie gefordert

Hinzu kam, dass etliche Erkrankungen bei Befragten mit Vulvodynie häufiger auftraten als bei anderen Frauen. Dies traf vor allem auf chronische Harnwegsinfekte, wiederkehrende Pilz-Infektionen und auch Depressionen zu. Ebenso kamen folgende Erkrankungen bei Vulvodynie-Patientinnen häufiger vor:

Das Wissenschafterteam, dessen Studie im "American Journal of Obstetrics & Gynecology" veröffentlicht wurde, weist auf die Notwendigkeit hin, mehr über Vulvodynie und entsprechende Behandlungsmöglichkeiten herauszufinden.

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Aktualisiert am:
Quellen

Reuters Health; American Journal of Obstetrics and Gynecology

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