Menstruation & Menstruationszyklus

Menstruationszyklus - die Regel bei der Frau
Tampons und Binden: Die meisten Mädchen bekommen ihre erste Monatsblutung, die sogenannte Menarche, im Alter von 10–14 Jahren. (matka_Wariatka / Shutterstock)

Als Menstruation bezeichnet man die monatliche Regelblutung (umgangssprachlich: Regel oder Periode) von Mädchen und Frauen im fruchtbaren Alter.

Was passiert bei der Menstruation?

Jeden Monat reift im weiblichen Zyklus eine Eizelle heran, das befruchtet werden kann. Gleichzeitig wandelt sich die Gebärmutterschleimhaut so um, dass sich eine befruchtete Eizelle in ihr einnisten kann: Sie wird gut durchblutet und dicker. Diese Vorgänge gehen ganz automatisch von statten und werden von bestimmten Hormonen im weiblichen Körper gesteuert.

Abb.1: Entwicklung von Eizelle, Hormonen und Gebärmutterschleimhaut während des Zyklus

Abb.1: Entwicklung von Eizelle, Hormonen und Gebärmutterschleimhaut während des Zyklus

(© NetDoktor.at / Rainer Angerer)

Jeweils zur Mitte des weiblichen Zyklus – beim sogenannten Eisprung – wird eine Eizelle reif. Bleibt eine Befruchtung der Eizelle aus, wird das neu gebildete Gebärmuttergewebe wieder abgestoßen – es kommt zur Regelblutung. Dabei werden etwa 150 ml Blut sowie kleine Mengen an Gebärmutterschleimhaut abgestoßen.

Die meisten Mädchen bekommen ihre erste Monatsblutung, die sogenannte Menarche, im Alter von 10–14 Jahren, im Durchschnitt mit 12,5 Jahren. Insgesamt hat eine Frau etwa 500 Regelblutungen im Leben. Zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr wird der Zyklus immer unregelmäßiger, und die Regelblutung fällt unterschiedlich stark aus.

Diese Zeit wird als die Zeit der Wechseljahre (Klimakterium) bezeichnet. Am Ende der Wechseljahre tritt keine Regelblutung mehr auf (Menopause) und auch eine Fortpflanzung ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich.

Der Menstruationszyklus erklärt

Als Menstruationszyklus oder weiblicher Zyklus wird die Zeit zwischen dem ersten Tag der Regelblutung und dem letzten Tag vor der nächsten Regelblutung gezählt. Der gesamte Zyklus dauert bei den meisten Frauen 28 Tage, Zykluslängen von 25–35 Tagen gelten aber auch als vollkommen normal.

Vor allem bei jungen Mädchen, die erst vor Kurzem ihre erste Monatsblutung hatten, kann der Zyklus noch sehr unregelmäßig sein. In den ersten Monaten nach der ersten Regel ist das durchaus normal – der Zyklus muss sich erst "einpendeln". Nach dieser Zeit sollten Veränderungen des Zyklus und der Menstruation immer bei einem Arzt abgeklärt werden.

Erste Zyklushälfte: Die Follikelphase

Die Phase zwischen dem Eintreten der Menstruation und dem Eisprung wird als Follikelphase (auch Desquamations- und Proliferationsphase) bezeichnet. Ist die Menstruation beendet und die alte Gebärmutterschleim abgestoßen (Desquamationsphase), beginnt sich die Schleimhaut erneut aufzubauen (Proliferationsphase).

Zykluslänge 26 Tage 27 Tage 28 Tage 29 Tage 30 Tage 31 Tage
1. Zyklushälfte 1.-10. Tag 1.-11. Tag 1.-12. Tag 1.- 13. Tag 1.-14. Tag 1.-15. Tag

Gleichzeitig reifen im Eierstock Eibläschen – sogenannte Follikel – heran, die jeweils eine Eizelle enthalten (Follikelphase). Generell entwickelt sich nur eines der Follikel so weit, dass es platzt und die Eizelle freigibt. Zur selben Zeit bereitet sich die Gebärmutterschleimhaut auf eine Einnistung einer Eizelle vor.

Eisprung

Im nächsten Schritt erfolgt der sogenannte Eisprung (Ovulation). Er kennzeichnet den Übergang von der Follikel- zur Lutealphase. Der Eisprung erfolgt meist 11 bis 16 Tage vor der nächsten Regelblutung, je nach Zyklusdauer. Bei einigen Frauen macht sich der Eisprung sogar durch leichte Schmerzen im Unterbauch bemerkbar (Mittelschmerz).

Zykluslänge 26 Tage 27 Tage 28 Tage 29 Tage 30 Tage 31 Tage
Eisprung (Zyklusmitte) 11.-12. Tag 12.-13. Tag 13.-14. Tage 14.-15. Tag 15.-16. Tag 16.-17. Tag

Obwohl Frauen zwei Eierstöcke haben, reift in der Regel immer nur eine Eizelle heran. Welcher Eierstock die Eizelle bereitstellt, ist zufällig bestimmt.

Zweite Zyklushälfte: Lutealaphase (Gelbkörperphase)

Die Zeit zwischen Eisprung und dem Beginn der nächsten Regelblutung wird  Lutealphase (auch Gelbkörper oder Sekretionsphase) genannt. Diese dauert je nach Zyklusdauer zwischen 12 und 16 Tage.

Zykluslänge 26 Tage 27 Tage 28 Tage 29 Tage 30 Tage 31 Tage
2. Zyklushälfte 13.-26. Tag 14.-27. Tag 15.-28. Tag 16.-29. Tag 17.-30. Tag 18.-31. Tag

Nach dem Eisprung wandelt sich der Follikel, der die Eizelle freigegeben hat, in den sogenannten Gelbkörper. Dieser schüttet das Hormon Progesteron aus, damit sich die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der Eizelle vorbereitet und dicker wird. In dieser Phase steigt die Körpertemperatur leicht an und sinkt bei Eintreten der Menstruation wieder.

Egal ob die Eizelle befruchtet ist oder nicht, wandert sie in die Gebärmutter. Kommt es in dieser Zeit zu keiner Befruchtung, bildet sich der Gelbkörper im Eierstock zurück. Somit kann auch die dicke Schleimhaut aufrechterhalten werden und wird abgestoßen. Es kommt zur Regelblutung und ein neuer Menstruationszyklus beginnt.

+++ Mehr zum Thema: Eisprung und Befruchtung +++

Welche Hormone regulieren den Zyklus?

Der Zyklus wird von einem ganz exakten Zusammenspiel folgender Hormone beeinflusst:

Vor dem Eisprung steigen das LH und das FSH stark an (siehe Abb.2).

Abb.2: Entwicklung von LH und FSH während des Zyklus
Abb.2: Entwicklung von LH und FSH während des Zyklus (© NetDoktor.at / Rainer Angerer)

Ovulationstests, die das LH im Harn kontrollieren, können den Eisprung vorhersagen: Nach einem steilen Ansteigen des LH-Werts kommt es binnen 24–48 Stunden zum Eisprung. Sobald ein Ovulationstest positiv ist – man erkennt das daran, dass Kontroll- und Messstrich in etwa gleich stark ausgeprägt sind –, beginnt die fruchtbarste Zeit im weiblichen Zyklus.

Abb.3: diverse Ovulationstests
Abb.3: diverse Ovulationstests (© NetDoktor.at / Rainer Angerer)

Wenn es zu keiner Befruchtung einer Eizelle kommt, wird sie vom Körper abgebaut. Dann fallen der Östrogen- und der Progesteronspiegel im Blut wieder ab. Durch das Sinken des Progesteronspiegels fängt die obere Schicht der Gebärmutterschleimhaut an, sich abzulösen, und die Regelblutung setzt ein.

Wie verläuft eine Regelblutung?

Bei den meisten Frauen beginnt die Menstruation mit einer stärkeren Blutung, die im Laufe der darauffolgenden Tage immer leichter wird. Anfangs ist das Blut meist hellrot und wird dann immer dunkler. Normalerweise dauert die Regelblutung drei bis sechs Tage. Am Ende der Periodenblutung kann es noch einige Tage zu einer sogenannten Schmierblutung mit bräunlichem, "altem" Blut kommen.

Binde, Tampon oder Menstruationstasse?

Hygieneartikel wie Binden, Tampons oder eine Menstruationstasse werden eingesetzt, um das Regelblut aufzufangen. Dabei ist es wichtig, einige Regeln einzuhalten. Tampons müssen spätestens alle acht Stunden gewechselt werden und sollten bei Infektionen der Scheide nicht verwendet werden.

Auch Binden sollten regelmäßig ausgetauscht werden. Menstruationstassen können acht bis zwölf Stunden in der Scheide bleiben. Sie müssen dann vor dem erneuten Einsetzen ausgewaschen werden und sollten einmal im Jahr gegen eine neue ausgetauscht werden.

+++ Mehr zum Thema: Scheidenflora und Scheidenmilieu +++

Ist Sex während der Menstruation möglich?

Gegen Geschlechtsverkehr während der Regelblutung ist nichts einzuwenden, wenn sich die beteiligten Sexualpartner dabei wohlfühlen. Das Risiko, bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr während der Menstruation schwanger zu werden, ist gering – aber es ist möglich.

Beachten Sie, dass das Infektionsrisiko für einige sexuell übertragbare Erkrankungen beim Geschlechtsverkehr während der Regelblutung für beide Sexualpartner erhöht ist. Auch bei der oralen Befriedigung einer Frau während der Menstruation ist man einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt.

Welche Beschwerden können vor der Menstruation auftreten?

Bei relativ vielen Frauen kommt es einige Tage vor der Regelblutung zu verschiedenen Beschwerden, die im Rahmen des sogenannten prämenstruellen Syndroms (PMS) zusammengefasst werden.

Brustpannen, Veränderungen der Stimmung (z.B. Traurigkeit oder Zorn), ein Anschwellen des Bauches, Blähungen, intensive Kälte- oder Hitzewahrnehmung sowie Schmerzen in Bauch und Rücken können Sie im Alltag dabei teilweise sogar stark einschränken. Die genaue Ursache für das PMS ist bis heute nicht genau geklärt; man vermutet, dass verschiedene Hormone und Botenstoffe im Gehirn eine Rolle spielen.

Welche Beschwerden können während der Menstruation auftreten?

Ob und wie stark Beschwerden während der Regel auftreten, ist individuell sehr unterschiedlich. Während manche Frauen nur eine Blutung bemerken, sind andere aufgrund starker Schmerzen und Krämpfe nicht fähig, ihrem Alltag nachzugehen, bzw. verbringen sogar einige Tage im Bett.

Vor allem Frauen mit Endometriose, bei der sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (z.B. im Eileiter oder am Darm) angesiedelt hat, können in dieser Zeit unter sehr starken Schmerzen leiden.

Folgende Symptome können auftreten:

Wie können Sie die Menstruationstage möglichst angenehm gestalten?

  • Vermeiden Sie während der Regel koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Tee, Cola und Kakao.
  • Nehmen Sie in den Tagen vor der Regelblutung wenig Salz zu sich.
  • Meiden Sie Stress.
  • Treiben Sie ruhig Sport, aber achten Sie darauf, sich nicht zu sehr anzustrengen.
  • Halten Sie sich warm. Trinken Sie warme Getränke oder legen Sie sich eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf Bauch und Rücken. Das entspannt die Muskulatur.
  • Bei manchen Frauen verbessern sich Bauch- und Kopfschmerzen durch Sex.
  • Falls die Schmerzen besonders stark sind und Sie in Ihrem normalen Tagesablauf behindert sind, können Sie auch schmerzstillende Medikamente einnehmen. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt, was er Ihnen empfehlen würde.

Welche Faktoren können den Menstruationszyklus negativ beeinflussen?

  • Zunächst beeinflussen die weiblichen Geschlechtshormone den Zyklus und damit die Regelblutung. Die Ausschüttung der weiblichen Geschlechtshormone kann wiederum durch das Nervensystem und andere Hormone beeinflusst werden.
  • Stress ist ein extrem häufiger Faktor, der die Hormonausschüttung und damit die Menstruation beeinflusst. Dadurch kann es zu Verlängerungen oder Verkürzungen des Zyklus und der Menstruation, zu Veränderungen der Blutungsdauer und -intensität sowie zum gänzlichen Ausbleiben der Regelblutung kommen.
  • Körpergewicht und Ernährungszustand können den Zyklus ebenfalls stark beeinflussen. So können sowohl Untergewicht als auch Übergewicht die Hormonausschüttung und damit den regelmäßigen Zyklus beeinträchtigen. Bei Frauen mit starkem Untergewicht bzw. Magersucht bleibt die Regel oft sogar ganz aus.
  • Auch ein Übermaß an Sport kann die Hormonausschüttung so stark beeinflussen, dass es zum Ausbleiben der Regel kommen kann.
  • Bei Frauen, die Angst haben oder sehr hoffen, schwanger zu sein, kann die Regel auch später einsetzen.
  • Erkrankungen des Gehirns, der Eierstöcke und der Gebärmutter können zu Menstruationsstörungen führen.

Wie beeinflussen hormonelle Verhütungsmittel die Regelblutung?

Gängige Antibabypillen, die ein Östrogen und ein Gestagen enthalten, täuschen dem Körper eine Schwangerschaft vor. Der natürliche Zyklus wird unterbrochen und es kann keine Eizelle mehr heranreifen. Während der Pillenpause kommt es nur zur sogenannten Abbruchblutung.

Hier wird die Gebärmutter durch den Hormonentzug so beeinflusst, dass sich wie bei der normalen Regelblutung ein Teil der Gebärmutterschleimhaut ablöst. Bei einigen Frauen tritt durch eine direkte Einwirkung der Pille auf die Gebärmutterschleimhaut trotz Pillenpause keine Regelblutung mehr auf. Man nennt dies "stille Menstruation".

Hormonelle Verhütungsmittel, die nur ein Gestagen enthalten, wie die Drei-Monats-Spritze und das Gestagen-Implantat (Hormonstäbchen), unterdrücken die monatliche Blutung vollkommen. Auch die Minipille, die ebenso nur ein Gestagen enthält, wird durchgehend eingenommen, wodurch es nicht zu einer Abbruchblutung kommen kann. Bei diesen Verhütungsmitteln kann es aber zu lang anhaltenden, bräunlichen Schmierblutungen kommen.

Frauen, die mit einer Hormonspirale verhüten, können nach dem Einsetzen einige Monate Blutungsstörungen haben.

Ein weiteres hormonelles Verhütungsmittel ist die Drei-Monats-Pille. Diese enthält geringe Mengen der beiden weiblichen Sexualhormone Levonorgestrel und Ethinylestradiol.

Die Drei-Monats-Pille wird 91 Tage hintereinander zur Verhütung einer Schwangerschaft eingenommen. In dieser Zeit bleibt die Menstruation aus, wobei es in den ersten Monaten der Einnahme zu Zwischen- oder Schmierblutungen kommen kann. Diese gehen jedoch üblicherweise mit der Zeit von selbst zurück.

Nach einer hormonellen Verhütung kann es oft monatelang dauern, bis sich der Zyklus wieder neu eingestellt hat, die Menstruation wieder regelmäßig einsetzt und sich auch die Blutungen wieder normalisieren.

+++ Mehr zum Thema: Hormonelle Verhütung +++

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. (FH) Silvia Hecher, MSc, Tanja Unterberger

Aktualisiert am:
Quellen

A. Pfleiderer, M. Kaufmann, M. Breckwoldt: Gynäkologie und Geburtshilfe. 5. Auflage, Thieme Verlag, 2011

AIDS-Hilfe Österreich; www.aids.at (Online, letzter Zugriff: 29.02.2016)

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