Matomo pixel

Frage den Arzt - Thema: Gesund & Fit

Wie macht sich eine Quecksilber-Vergiftung bemerkbar?

Quecksilbervergiftung Anzeichen Symptome Behandlung
Quecksilber ist ein Schwermetall, das eine Vergiftung auslöst. (182930158 / iStockphoto)

Frage: Können Sie mir erklären, wie es zu einer chronischen Quecksilbervergiftung kommen kann und was die Anzeichen dafür sind? Gibt es Behandlungsmöglichkeiten?

Kurzfassung:

Antwort:  Quecksilber ist ein Schwermetall, das unter anderem in Batterien, Thermometern, Saatbeizmitteln, Fungiziden (Antipilzmittel) und Desinfektionsmitteln vorkommen kann.

  • Diese Vergiftung zeigt unter anderem Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen und Zahnfleischentzündungen. Später können auch Schädigungen des Nervensystems dazukommen.
  • Meist ist bei akuten Fällen die Vergiftung aus dem Unfallhergang klar, bei chronischen Vergiftungen kann sie mittels Blut- und Urintests festgestellt werden.
  • Ein Ausleitungstherapie bindet das Quecksilber 

Durch Verunreinigungen der Umwelt - vor allem des Wassers - kann es in die Nahrungskette gelangen und ebenso wie das Einatmen von quecksilberhaltigen Dämpfen - z. B. bei Beschäftigten der chemischen Industrie, aber auch bei unsachgemäßem Entfernen von Amalgam-Plomben - zu Vergiftungen führen.

Ein bekanntes Beispiel für eine umweltbedingte Vergiftung großen Ausmaßes ist die so genannte Minamata-Krankheit. In Japan kam es in den 50er-Jahren durch den Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten aus einer - durch Abwässer einer Kunststofffabrik - verschmutzten Bucht bei 1500 Bewohnern der Stadt Minamata zu einer schweren Vergiftung mit Nervenstörungen, Muskelschwund und Missbildungen bei Neugeborenen. Über 120 Menschen verstarben daran.

Anzeichen einer Quecksilbervergiftung

Quecksilber wird bei einer Vergiftung in Leber, Milz, Nieren und Gehirn gespeichert und nur langsam über die Nieren ausgeschieden. Die Anzeichen einer chronischen Quecksilbervergiftung sind zunächst unspezifische Zeichen wie

Später können Anzeichen der Schädigung des Nervensystems dazukommen wie

  • Muskelzuckungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Erregungs- und Angstzustände
  • Hör-, Seh- , Gefühls-, Sprach- und Gangstörungen
  • Merkschwäche
  • Persönlichkeitsveränderungen 

Diagnose und Behandlung einer Quecksilbervergiftung

Akute Quecksilbervergiftungen lassen sich meist aufgrund des Unfallherganges feststellen und erfordern eine intensivmedizinische Behandlung. Chronische Vergiftungen können ambulant behandelt werden. Eine Quecksilbervergiftung ist durch eine Blutuntersuchung nachzuweisen.

Die biologische Arbeitsstofftoleranz (BAT) - das ist jener Wert, bis zu dem eine Gesundheitsschädigung ausgeschlossen wird - beträgt im Blut 50 Mikrogramm/l, im Harn 200 Mikrogramm/l, normalerweise sollte der Wert im Blut unter 20 Mikrogramm/l liegen. Eine Blutabnahme zur Bestimmung kann beim Hausarzt erfolgen. 

Falls eine Vergiftung festgestellt wird, erfolgt eine so genannte Ausleitungstherapie mit Substanzen, die das Quecksilber binden, damit inaktivieren und für eine raschere Ausscheidung sorgen. Dazu werden vor allem so genannte Chelatbildner, Selen und Zink, und unterstützend die Vitamine A, C und E eingesetzt.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von netdoktor.ch


Autoren:

Aktualisiert am:

Weitere Artikel zum Thema

Vor allem Kinder bis zum Alter von sechs Jahren nehmen oft aus Neugierde bunte Pillen, Pflanzenteile oder Reinigungsmittel zu sich. In über 90 …

Kunststoff, Amalgam, Zement: Wann Füllungen zur Anwendung kommen und welche Vor- und Nachteile die Materialien aufweisen.

Gerade in der Grippezeit ist ein gesundes Maß an Hygiene essentiell. Hier ein kleiner Leitfaden, was es beim Händewaschen zu beachten gilt.

zur Übersicht
Newsletter-Anmeldung
×
Newsletter Anmeldung Hintergrund