Schwangerschaftsanzeichen

Schmierblutungen als Schwangersschaftsanzeichen
Es gibt unterschiedliche körperliche Veränderungen, die auf eine Schwangerschaft hindeuten können. (rangizzz / Fotolia.com)

Bleibt die Periode nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr rund um die fruchtbaren Tage aus, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine Schwangerschaft besteht. Doch schon bevor das Ausbleiben der Monatsblutung auffällt, machen sich bei manchen Frauen Anzeichen bemerkbar, die auf eine Schwangerschaft hindeuten.

Kurzfassung:

  • Die Anzeichen einer Schwangerschaft können von Frau zu Frau unterschiedlich sein.
  • Man unterscheidet zwischen unsicheren, wahrscheinlichen und sicheren Schwangerschaftszeichen.
  • Manche Vorboten können schon in der ersten Woche nach der Befruchtung auftreten. 
  • Zwischen dem 3. und 6. Schwangerschaftsmonat ist die Vergrößerung des Bauchumfangs deutlich sichtbar.
  • Blutungen in der Frühschwangerschaft können unterschiedlicher Natur sein und müssen nicht zwangsläufig auf eine drohende Fehlgeburt hinweisen.
  • Blut- und Urintests sowie eine Ultraschalluntersuchung können Aufschluss über eine  Schwangerschaft geben.

Schwangerschaftsanzeichen sind Ausdruck der hormonellen Umstellung, die sofort nach der Befruchtung der Eizelle einsetzt. Der weibliche Körper arbeitet ab dieser Zeit auf Hochtouren. Die Körpertemperatur und der Progesteronspiegel bleiben konstant, bis die hCG-Produktion (Hormonproduktion, die während einer Schwangerschaft startet und für den Beginn sowie die Erhaltung der Schwangerschaft verantwortlich ist) im Körper beginnt, um den Organismus der Frau auf die Schwangerschaft vorzubereiten.

Genau diese Hormonumstellung und Anpassungsvorgänge werden von Frauen als Anzeichen für eine Schwangerschaft wahrgenommen. Diese körperlichen Veränderungen, die sich meist im ersten Trimester bemerkbar machen, können sich von Frau zu Frau unterscheiden.

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Was sind die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft?

Manche Vorboten können schon in der ersten Woche nach der Befruchtung auftreten. Dazu gehören unter anderem:

  • Geruchs- und Geschmacksveränderungen
  • verstärkter Harndrang
  • erhöhte Empfindlichkeit
  • Verfärbung der Brustwarzen sowie
  • ein Ziehen im Unterbauch (ähnlich wie bei Menstruationsschmerzen)

Der Arzt unterscheidet zwischen unsicheren, wahrscheinlichen und sicheren Schwangerschaftszeichen.

Unsichere Schwangerschaftszeichen:

  • starkes Verlangen nach bzw. Ekel vor bestimmten Lebensmitteln
  • Spannungsgefühl und/oder vermehrte Berührungsempfindlichkeit der Brüste
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Vergrößerung der Brustwarzen
  • vermehrter Ausfluss aus der Scheide
  • unerklärbares Schwindelgefühl
  • häufiger Harndrang
  • Müdigkeit/leichte Erschöpfbarkeit
  • Stimmungsschwankungen

Wahrscheinliche Schwangerschaftszeichen:

  • Ausbleiben der Periode
  • Zunahme der Pigmentierung der Brustwarzenhöfe und der Linea fusca (auch Linea nigra - jener ansonsten unsichtbaren Linie zwischen Bauchnabel und Schambehaarung, die eine Bindegewebsnaht in der Bauchmitte darstellt)
  • positiver Schwangerschaftstest; Nachweis von Beta-hCG (humanes Choriongonadotropin)
  • Weiters stellt der Arzt bei der gynäkologischen Untersuchung eine Auflockerung und Verfärbung der Schleimhaut der Scheide und der Vulva sowie eine Vergrößerung der Gebärmutter, insbesondere des unteren Uterussegments (= Hegar-Zeichen), fest.

Sichere Schwangerschaftszeichen:

  • Nachweis des heranreifenden Fötus im Ultraschall
  • das Hören von Herztönen des Kindes im Bauch der Schwangeren
  • das Fühlen von Kindsbewegungen

Kann der Arzt bei eindeutig positivem Schwangerschaftstest keinen Embryo in der Gebärmutter nachweisen, besteht der Verdacht, dass sich das befruchtete Ei außerhalb der Gebärmutter eingenistet hat (Eileiterschwangerschaft).

Wann verändert sich der Bauchumfang?

Zwar weitet sich die Gebärmutter schon ab Beginn der Schwangerschaft aus, bis sich der Umfang des Bauches vergrößert, kann es allerdings bis zum Ende des ersten Schwangerschaftstrimesters dauern. Zwischen dem 3. und 6. Schwangerschaftsmonat ist die Vergrößerung des Bauchumfangs dann deutlich sichtbar.

Welche anderen Gründe gibt es für ein Ausbleiben der Periode?

Nicht immer ist das Ausbleiben der monatlichen Periode (Amenorrhö) ein sicheres Indiz für eine bestehende Schwangerschaft. Andere Gründe sind:

  • Zeitumstellung durch eine Reise
  • schwere Erkrankungen
  • Stress
  • Schock
  • Hormonstörungen wie das PCO-Syndrom 
  • Absetzen der Pille, wenn sie über mehrere Jahre durchgehend eingenommen wurde
  • Diät und starke Gewichtsabnahme
  • Nachwirkungen einer Operation
  • Scheinschwangerschaft

Können Frauen trotz Regelblutung schwanger sein?

Für eine Frau, die schwanger werden möchte, ist die Enttäuschung groß, wenn die Monatsblutung eintritt. Doch nicht bei jeder Blutung handelt es sich zwangsweise um die Periode. So kann bei der Einnistung der befruchteten Eizelle eine sogenannte Einnistungsblutung (Nidationsblutung) auftreten.

Einnistungsblutung

Da eine solche Blutung von leichten Bauchkrämpfen begleitet sein kann, ist es möglich, dass sie mit der Periode verwechselt wird. Die Einnistungsblutung ist allerdings meist nur leicht und dauert kürzer als eine Regelblutung (1–2 Tage).

Schmierblutungen

Auch Schmierblutungen sind zum Zeitpunkt, an dem die Regel einsetzen würde, zu Beginn der Schwangerschaft möglich. Solche Blutungen werden als Pseudo-Menstruation bezeichnet. Frauen, die noch nicht wissen, dass sie schwanger sind, wundern sich dann vielleicht, dass die erwartete Blutung nur schwach ausfällt.

++ Mehr zum Thema: Blutungen in der 1. Schwangerschaftshälfte ++

Ab wann ist ein Schwangerschaftsnachweis möglich?

Bluttest

Ein Bluttest zum Nachweis des Schwangerschaftshormons hCG ist meist bereits sechs bis neun Tage nach der Befruchtung positiv, also noch vor dem Ausbleiben der erwarteten Monatsblutung. Für einen solchen Test muss der Arzt Blut aus der Vene abnehmen.

Urintest

Selbsttests, die Sie in Apotheke und Drogeriemärkten erhalten, messen hCG im Urin, wo die Konzentration üblicherweise erst nach dem Ausbleiben der Regel hoch genug ist, um ein positives Ergebnis anzuzeigen. Es gibt zudem auch besonders empfindlich reagierende Harntests, die vor dem Ausbleiben der Regel angewendet werden können.

Allerdings sind solche Frühtests anfällig für falsch-positive und falsch-negative Ergebnisse. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich ein paar Tage gedulden und den Schwangerschaftstest erst nach dem Ausbleiben der Monatsblutung durchführen.

++ Mehr zum Thema: Schwangerschaftstests ++

Ultraschall

Mithilfe der Ultraschalluntersuchung beim Arzt lässt sich eine Schwangerschaft erst etwas später bestätigen, etwa ab Ende der 6. Schwangerschaftswoche (SSW). Manchmal lässt sich die Schwangerschaftsanlage schon Ende der 5. SSW im Ultraschall erkennen.

Zu diesem Zeitpunkt können auch typische Schleimhautveränderungen und eine Vergrößerung der Gebärmutter erkannt werden. In der 7. Schwangerschaftswoche ist in der Regel schon der Herzschlag des Embryos sichtbar.

++ Mehr zum Thema: Ultraschall bei Schwangerschaft ++

Wie berechne ich den Geburtstermin?

Die Schwangerschaft dauert von der Befruchtung bis zur Geburt durchschnittlich 266 Tage (38 Wochen). Üblicherweise wird jedoch ab dem ersten Tag der letzten Menstruation gerechnet, da dies für viele Frauen die einzig bekannte Bezugsgröße darstellt, weshalb man die Schwangerschaft in 40 Wochen unterteilt.

Der Fortlauf der Schwangerschaft wird auch nach dieser Berechnung angegeben. So bedeutet etwa SSW 6+3, dass man sich in der 7. Schwangerschaftswoche befindet, aber eigentlich erst vier Wochen und 3 Tage schwanger ist.

Die Berechnung des Geburtstermins erfolgt üblicherweise anhand der Naegele-Regel, in die auch die Dauer des Menstruationszyklus einfließt. Danach errechnet sich der Entbindungstermin folgendermaßen:

  • 1. Tag der letzten Regel
  • (+ 1 Jahr) + 7 Tage
  • -3 Monate
  • +/- Abweichung vom normalen 28-tägigen Zyklus

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Autoren:

Medizinisches Review:
Dr. med. Jasna Hönigmann
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag.(FH) Silvia Hecher, MSc, Tanja Unterberger, Bakk. phil.

Aktualisiert am:
Quellen

J. Baltzer, K. Friese, M. Graf, F. Wolff: Praxis der Gynäkologie und Geburtshilfe: Das komplette Praxiswissen in einem Band. Georg Thieme Verlag 2006, S. 165-174

Information der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) über Familienplanung; www.schwanger-info.de/ (Zugriff: 13.12.2018)
Franz Kainer: Facharzt Geburtsmedizin. Elsevier, Urban & Fischer Verlag, 2005

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