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Medikamente in der Schwangerschaft

Wirkstoffe Schwangerschaft
Die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft sollte immer ärztlich abgesprochen werden. (Evgeny Atamanenko / Shutterstock)

Bestimmte Medikamente sind in der Lage, Gesundheitsprobleme oder Fehlbildungen beim ungeborenen Kind zu verursachen. Aus diesem Grund sollte die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft immer ärztlich abgeklärt werden.

Kurzfassung:

  • Teratogenität bezeichnet die Fähigkeit einer Substanz, angeborene Anomalien beim ungeborenen Kind auszulösen.
  • Eine medikamentöse Behandlung in der Schwangerschaft erfordert besondere Sorgfalt.
  • Bei einer Medikamenteneinnahme ist es sehr wichtig, zu berücksichtigen, in welcher Phase der Schwangerschaft diese erfolgt, da die vorgeburtliche Entwicklung im Verlauf der Schwangerschaft unterschiedlich empfindlich ist.
  • Eine medikamentöse Therapie sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt genau abgesprochen werden.

 


Allgemeines zur Medikamenteneinnahme in der Schwangerschaft

Die Eigenschaft einer Substanz (auch eines Medikaments), bei Einwirkung in ausreichend hoher Dosis während der Schwangerschaft Fehlgeburten oder angeborene Gesundheitsprobleme zu verursachen, bezeichnet man als Teratogenität.

Sämtliche verfügbaren Arzneimittel werden vor ihrer Zulassung und auch danach kontinuierlich hinsichtlich ihrer fruchtschädigenden Eigenschaften bewertet. Da typische Medikamenteneinnahme-Studien an schwangeren Frauen jedoch ethisch nicht vertretbar sind, gibt es zu neuen Medikamenten keine konkreten Erfahrungen zur Auswirkung auf den Schwangerschaftsverlauf und die kindliche Entwicklung. Allerdings gibt es zu allen Medikamenten umfangreiche tierexperimentelle Erkenntnisse, die gute Rückschlüsse auf mögliche teratogene Eigenschaften erlauben. Wenn ein ausreichend großer Erfahrungsschatz durch versehentliche oder unvermeidbare Einnahme in der Schwangerschaft beim Menschen zusammengetragen wurde, kann eine zuverlässige Einschätzung der Unbedenklichkeit oder eines eventuellen Risikos der Behandlung erfolgen.

Generell sollte mit der Einnahme von Medikamenten während der Schwangerschaft sorgfältig umgegangen werden. Jede medikamentöse Behandlung sollte ausschließlich unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Eine klare individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung und eine ausführliche Beratung über Chancen und Risiken sind in jedem Fall erforderlich. Anzustreben ist eine Behandlung mit einem möglichst gut untersuchten und gut wirksamen Medikament, das vorzugsweise nur eine Wirksubstanz enthält (Monotherapie). Die Dosierung ist so niedrig wie möglich, aber so hoch wie nötig zu wählen. Dazu kann es hilfreich sein, den Medikamentenspiegel bestimmen zu lassen und diesen bei Dauertherapie in der Schwangerschaft zumindest einmal pro Trimenon zu kontrollieren. Für manche Medikamente ändern sich die Aufnahme, die Verteilung und die Ausscheidung im Schwangerschaftsverlauf, sodass Dosisanpassungen notwendig sein können.

Ist bei Frauen in ihrer fruchtbaren Lebensphase eine Dauermedikation erforderlich, sollte schon vor Eintritt einer Schwangerschaft überlegt werden, ob die Arzneien schwangerschaftsverträglich sind, zumal etwa die Hälfte aller Schwangerschaften ungeplant ist. Oft ist es möglich, durch gezielte Auswahl von geeigneten, in der menschlichen Schwangerschaft gut erprobten Medikamenten das mütterliche und kindliche Risiko optimal zu minimieren.

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Zeitpunkt einer Medikamenteneinnahme in der Schwangerschaft von Bedeutung

Manche Präparate sollten gerade in den ersten zwölf Wochen einer Schwangerschaft vermieden werden, weil in dieser Zeit alle zukünftigen Organe des Kindes angelegt werden und die Entwicklung empfindlicher ist. Werden Medikamente zu einem späteren Zeitpunkt in der Schwangerschaft eingenommen, ist die Gefahr für das Kind meist deutlich geringer bis gar nicht mehr gegeben. Andererseits gibt es aber auch Substanzen, welche gerade in der Spätschwangerschaft Probleme verursachen können und in der Frühschwangerschaft unbedenklich sind.

Werden in der ersten oder zweiten embryonalen Entwicklungswoche (entspricht der 3. und 4. Schwangerschaftswoche, berechnet nach dem ersten Tag der letzten Regelblutung) oder davor Medikamente eingenommen, so gilt meist das "Alles-oder-nichts-Prinzip“. Ist die Schädigung durch die Einnahme groß genug, kommt es zu einer sehr frühen, meist unbemerkten Fehlgeburt. Ist eine Schädigung weniger umfangreich, so kann sich der frühe Keimling vollständig regenerieren und es sind später keine angeborenen Anomalien durch die Substanzeinnahme zu erwarten. Ab der 5. Schwangerschaftswoche (also etwa ab Ausbleiben der zu erwartenden Regelblutung) können bestimmte teratogene Einflüsse bereits zu bleibenden Gesundheitsproblemen beim Kind führen.

Ein nicht zu vernachlässigendes Thema sind in diesem Zusammenhang das sogenannte Basisrisiko für angeborene Anomalien beim Menschen (etwa 3%) und das Basisrisiko für frühe Fehlgeburten im 1. Trimenon von rund 15%.

Es ist wichtig, diese Fakten mitzuteilen, um klarzustellen, dass Fehlgeburten und angeborene Gesundheitsprobleme auch bei Frauen ohne Medikamenteneinnahme oder Impfung vorkommen und eine Medikamenteneinnahme nicht automatisch als ursächlich für Schwangerschaftskomplikationen und kindliche Gesundheitsprobleme angesehen werden darf. Die meisten Wirkstoffe und Impfstoffe bergen zum Glück nach heutigem Wissen kein nennenswertes fruchtschädigendes Potenzial. Nur wenige Medikamente stellen – zu bestimmten Zeiten in der Schwangerschaft eingenommen – ein gesundheitliches Risiko für das Kind dar.

Sollten nach einer medikamentösen Therapie in der Schwangerschaft angeborene Anomalien beim Kind festgestellt werden, muss selbstverständlich eine umfangreiche, vor allem genetische Ursachenabklärung erfolgen.

Allzu leicht passiert es sonst, dass fälschlicherweise eine Medikamenteneinnahme oder eine Impfung als Ursache angenommen wird. Bei zumindest 3% aller Medikamenteneinnahmen stellt sich – rein statistisch betrachtet – genau dieses Problem, wenn es sich um nicht-teratogenene Medikamente handelt. Noch häufiger, nämlich bei mindestens 15% der im 1. Trimenon behandelten oder geimpften Schwangeren, ereignet sich eine Fehlgeburt, wenn die Behandlung kein erhöhtes Risiko birgt. Für die Betroffenen jedoch kann es sehr schwierig sein, ein dramatisches Ereignis wie eine Fehlgeburt nicht in ursächlichem Zusammenhang mit der gerade durchgeführten medikamentösen Therapie oder Impfung zu sehen, da der Wunsch nach einer einfachen Erklärung sehr hoch ist.

Umso wichtiger ist es daher, diese Thematik im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt ausführlich zu besprechen. Wichtig ist, den individuellen Nutzen sowie die individuellen Risiken einer notwendigen Medikamenteneinnahme oder Impfung gegeneinander abzuwägen und auf dieser Basis eine für Patientin und Arzt gemeinsam tragbare Entscheidung – nach dem Prinzip der gemeinsamen Entscheidungsfindung (engl.: "shared decision making“) – zu fällen. In Zweifelsfällen, wenn Unsicherheiten bestehen oder z.B. für die Risikoeinschätzung auch experimentelle Daten herangezogen werden müssen, besteht zudem die Möglichkeit, sich bei speziellen Teratologie-Informationsservices oder in geburtshilflichen Ambulanzen größerer Krankenhäuser individuell beraten zu lassen.

Antibiotika in der Schwangerschaft

Es gibt zahlreiche in der Schwangerschaft gut untersuchte Präparate:

  • Penicilline
  • Cephalosporine
  • Makrolide
  • Tuberkulostatika

Diese Antibiotika können eingenommen werden, ohne das Basisrisiko für angeborene Anomalien nennenswert zu erhöhen. Unbehandelte bakterielle Infektionen können nicht nur die werdende Mutter, sondern auch das Kind gefährden. Auch die meisten weniger umfangreich untersuchten Antibiotika haben sich bis dato nicht als bedeutend fruchtschädigend gezeigt, sodass, wenn aufgrund verbreiteter Antibiotikaresistenzen auf solche Substanzen zurückgegriffen werden muss, der Nutzen der Therapie meist deutlich höher ist als ein eventuelles Risiko.

+++ Mehr zum Thema: Richtige Einnahme von Antibiotika +++

Schmerzmittel in der Schwangerschaft

Wie alle medikamentösen Therapien sollte auch eine Schmerzmittelbehandlung in der Schwangerschaft unbedingt mit einem Arzt abgesprochen werden. Mittel der ersten Wahl zur Schmerzbehandlung und Fiebersenkung, vor allem für die kurzfristige Anwendung in der Schwangerschaft, ist Paracetamol. Bis zur 27. Schwangerschaftswoche sind auch nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen Mittel der Wahl. Bei sehr starken Schmerzen können in der Schwangerschaft auch Opioidanalgetika wie Codein unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle bis kurz vor der Geburt eingesetzt werden.

Ab der 27./28. Schwangerschaftswoche können NSAR eine vorzeitige Umstellung des fetalen Kreislaufs, der eigentlich erst nach der Geburt nötig ist, bewirken oder die kindliche Nierenfunktion beeinträchtigen und zu Fruchtwassermangel führen. Sie sind daher im letzten Schwangerschaftsdrittel nur bei strenger Indikation und unter Ultraschallkontrolle des kindlichen Kreislaufs anwendbar. Paracetamol hat keine Auswirkung auf den kindlichen Kreislauf und kann bei Bedarf auch nach Woche 27 in der üblichen Dosierung eingenommen werden.

+++ Mehr zum Thema: Schwangerschaftskalender +++

Migränemittel in der Schwangerschaft

Zur Schmerzbehandlung bei Migräne kann bei unzureichender Wirkung der oben genannten Schmerzmittel auch mit Sumatriptan behandelt werden. Ist eine medikamentöse Anfallsprophylaxe indiziert, gilt der Betablocker Metoprolol als Mittel der ersten Wahl.

+++ Mehr zum Thema: Therapie der Migräne +++

Nasentropfen in der Schwangerschaft

Häufig in der Schwangerschaft verwendete Substanzen wie Oxymetazolin haben sich als nicht fruchtschädigend erwiesen. Sie sind zur Vermeidung von Nebenhöhlen- oder Mittelohrentzündungen auch in der Schwangerschaft geeignet. Die Anwendung sollte jedoch – wie auch bei Nichtschwangeren – im Sinne einer gesunden Nasenschleimhaut auf wenige Tage beschränkt bleiben.

+++ Mehr zum Thema: Chronische Nebenhöhlenentzündung +++

Magen-Darm-Medikamente in der Schwangerschaft

Am besten ist es, den Darm, der durch die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft zu Verstopfung neigt, auf natürliche Weise in Gang zu bringen. In Kombination mit reichlich Flüssigkeit, am besten Wasser, können – wenn nötig – Füll- und Quellstoffe (u.a. Weizenkleie, Leinsamen, Flohsamenschalen), aber auch Laktulose und Magnesium angewendet werden. Glyzerinzäpfchen sind bei ausgeprägten Beschwerden ebenfalls eine mögliche Alternative.

Mit zunehmender Größe des Ungeborenen werden die inneren Organe der schwangeren Frau nach oben gedrückt. Dies erklärt, wieso bei näher rückendem Geburtstermin immer mehr Frauen von saurem Aufstoßen (Sodbrennen) betroffen sind. Auch hier sind zuallererst nicht-medikamentöse Maßnahmen wie keine allzu späten Mahlzeiten oder leichtes Hochlagern des Oberkörpers in der Nacht auszuschöpfen. Antazida kommen als Mittel der ersten Wahl zum Einsatz, in schwierigen Fällen auch Ranitidin oder Omeprazol.

Gegen Schwangerschaftsübelkeit bietet sich eine natürliche Behandlung mit dem Pulver des Ingwerwurzelstocks oder Vitamin B6 an. Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, können ebenso die Arzneistoffe Meclozin, Diphenhydramin oder Dimenhydrinat eingesetzt werden. Ondansetron und Metoclopramid sind für schwere Fälle der Hyperemesis reserviert.

+++ Mehr zum Thema: Tipps bei Übelkeit in der Schwangerschaft +++

Medikamente bei Allergien oder Atemwegserkrankungen in der Schwangerschaft

Zur Behandlung von Allergien steht auch in der Schwangerschaft eine Reihe von gut erprobten Medikamenten zur Verfügung. So kann aus der Gruppe der Antihistaminika auf Clemastin, Dimetinden oder Loratadin zurückgegriffen werden. Auch Chromoglycinsäure-haltige Präparate sind in der Schwangerschaft relativ gut erprobt.

Die Asthmatherapie ist in der Schwangerschaft besonders wichtig, denn unbehandeltes Asthma kann zu verschiedenen Schwangerschaftskomplikationen und damit zur Gefährdung von Mutter und Kind führen. Viele der für eine effiziente Asthmabehandlung benötigten Medikamente, vor allem die inhalierbaren Kortisonpräparate, sind in der Schwangerschaft absolut unbedenklich. Erste Wahl sind die Wirkstoffe Salbutamol oder Fenoterol sowie Budesonid. Auch die weniger umfangreich erprobten Antiasthmatika stehen nicht im Verdacht, nennenswert teratogen zu sein.

Eine Asthmatherapie sollte jedenfalls entsprechend den aktuellen Leitlinien erfolgen und regelmäßig durch den behandelnden Lungenfacharzt kontrolliert werden.

+++ Mehr zum Thema: Asthma und Kortison +++

Psychopharmaka in der Schwangerschaft

Schwere Depressionen oder Psychosen in der Schwangerschaft gefährden nicht nur das Leben der werdenden Mutter, sondern auch automatisch das ihres ungeborenen Kindes. Aus diesem Grund kann es nach Ausschöpfung nicht-medikamentöser Maßnahmen (z.B. Gesprächstherapie) notwendig sein, auch während der Schwangerschaft verordnete Antidepressiva oder Antipsychotika weiter einzunehmen. Antidepressiva der ersten Wahl sind Sertralin oder Citalopram, aber auch Amitriptylin. Bei den Antipsychotika gibt es eine relativ gute Datenlage für Phenothiazin und Haloperidol, jedoch sind mittlerweile auch atypische Neuroleptika wie Seroquel oder Olanzapin umfangreich untersucht und als unbedenklich eingestuft. Bis heute hat sich mit Ausnahme des Antiepileptikums Valproinsäure keines der gebräuchlichen Psychopharmaka als bedeutend fruchtschädigend erwiesen. Vorsicht im Hinblick auf schwere kindliche Entzugserscheinungen ist jedoch bei Beruhigungsmitteln aus der Gruppe der Benzodiazepine geboten, wenn die Einnahme längerfristig in der Schwangerschaft erfolgt.

+++ Mehr zum Thema: Antidepressiva in der Schwangerschaft +++

Vitamintabletten und Folsäure in der Schwangerschaft

Es gibt durchaus sinnvolle Vitaminpräparate, jedoch auch solche, die besser nicht eingenommen werden sollten. Auch in diesem Fall empfiehlt sich die Beratung durch den Arzt. Jedenfalls empfehlenswert – und zwar schon einige Monate, bevor man schwanger werden möchte – ist die ausreichende Versorgung mit Folsäure. Zuletzt hat sich auch gezeigt, dass gelegentlich eine Unterversorgung mit Jod besteht.

Wenn die tägliche Folsäurezufuhr durch die Nahrung nicht sichergestellt ist, wird Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten, nahegelegt, zusätzlich 400 Mikrogramm Folsäure in Form einer Nahrungsergänzung aufzunehmen, um Neuralrohrdefekten (v.a. Spina bifida) vorzubeugen. Diese erhöhte Folsäurezufuhr sollte spätestens vier Wochen vor Beginn der Schwangerschaft erfolgen und während des ersten Drittels der Schwangerschaft beibehalten werden. Sollte eine Blutuntersuchung auf eine ausreichende Versorgung durch die normalen Essgewohnheiten hindeuten, ist keine zusätzliche Folsäureeinnahme notwendig.

Was die Zufuhr von Mineralstoffen wie Jod, Eisen, Zink etc. anbelangt, so ist eine Beratung ebenfalls sinnvoll. Das Verwenden von jodiertem Speisesalz ist grundsätzlich sinnvoll, es sei denn, spezielle Schilddrüsenerkrankungen sprechen dagegen. In diesem Fall sind aber ohnehin eine spezifische Planung und gegebenenfalls eine sorgfältige Schilddrüsentherapie in der Schwangerschaft dringend empfohlen. Zu vermeiden ist eine Überdosierung von fettlöslichen Vitaminen, insbesondere von Vitamin A, D und E.

+++ Mehr zum Thema: Nahrungsmittelergänzung in der Schwangerschaft +++

Pflanzliche Arzneien in der Schwangerschaft

Auch viele pflanzliche Arzneimittel (u.a. Thymian, Spitzwegerich, Eibisch) können in der Schwangerschaft verwendet werden. Umfangreiche Studien zu diesen Wirkstoffen liegen jedoch nicht vor. Deren weitgehende Unbedenklichkeit wird lediglich aus der seit langer Zeit verbreiteten Anwendung abgeleitet und bezieht sich auf die normalerweise geringe Dosierung als Gewürz oder in Tees. Im Einzelfall und bei beabsichtigter hoher Dosierung ist jedoch Vorsicht angebracht, weshalb sich zur Sicherheit immer eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder dem Apotheker empfiehlt.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) in der Schwangerschaft

Pflanzliche Arzneien und Tees der Traditionellen Chinesischen Medizin sind hinsichtlich ihrer Anwendung in der menschlichen Schwangerschaft meist nicht systematisch untersucht und sollten daher keinesfalls bedenkenlos eingesetzt werden. Sie enthalten eine unüberschaubare Anzahl verschiedener, zum Teil unbekannter Substanzen in oft stark schwankender Menge. Darunter sind manchmal sogar Inhaltsstoffe, die für das Ungeborene eine Gefährdung darstellen können. Außerdem wurden bei importierten Teemischungen teilweise deutliche Überschreitungen der bei uns gültigen Grenzwerte für Schwermetalle oder Pestizide festgestellt. Vor einer unkritischen Anwendung sollte deshalb mit einem TCM-kundigen Arzt über einen Einsatz während der Schwangerschaft gesprochen werden.

Im Unterschied dazu ist die professionelle Akupunktur mit Sicherheit nicht gefährlich für Embryo oder Fetus und insbesondere in erfahrenen Händen eine sehr wertvolle Behandlungsalternative.

+++ Mehr zum Thema: Ernährung auf Grundlage der TCM +++

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Quellen

Friese K, Mörike K, Neumann G, Windorfer A. Arzneimittel in der Schwangerschaft und Stillzeit. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 8. Auflage, Stuttgart 2016

Karow T, Lang-Roth R: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 25. Auflage, Thomas Karow Verlag 2017

Embryotox: Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit (online); www.embryotox.de (letzter Zugriff am 09.12.20)

Schäfer Spielmann Vetter: Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit 7. Auflage,2006, Elsevier Verlag

Reproductive toxicology center 2737 Devonshire Pl NW #120 Washington DC 20008-3459. http://www.reprotox.org

Austria Codex 2011

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