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Masern in der Schwangerschaft

Masern in der Schwangerschaft
Schwangere, die über keine Masern-Antikörper verfügen, sollten den Kontakt zu Masern-Infizierten so gut wie möglich vermeiden. (Serhiy Kobyakov / Shutterstock)

Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Steckt sich eine Frau während der Schwangerschaft damit an, kann dies gefährliche Folgen haben.

Kurzfassung:

  • Frauen mit Kinderwunsch sollten ihren Masernschutz überprüfen und sich impfen lassen, bevor sie schwanger werden.
  • Masern sind für Schwangere und das ungeborene Kind besonders gefährlich.
  • Im Falle einer Infektion kann eine Früh- oder Fehlgeburt die Folge sein.
  • Mit einer Impfung vor der Schwangerschaft kann man sich vor diesen Komplikationen schützen.
  • In der Schwangerschaft sollte keine Masern- bzw. Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) erfolgen.
  • Schwangere, die über keine Masern-Antikörper verfügen, sollten den Kontakt zu Infizierten so gut wie möglich meiden.

Masern gehören zu den bekanntesten Kinderkrankheiten. Erwachsene können aber ebenso betroffen sein. Seit Einführung der Masern-Impfung in den entwickelten Ländern ist die hohe Komplikationsrate dieser nur scheinbar "harmlosen" Krankheit zwar rückläufig, dennoch kommt es auch heute noch immer wieder zu Masernausbrüchen. Für nicht geimpfte Personen stellt die Erkrankung nach wie vor ein großes Risiko dar.

Für die Impfung gilt: lebenslanger Schutz gegen Masern besteht nur nach zweimaliger Impfung. Wird nur einmal geimpft, sinkt der Impfschutz nach einigen Jahren, so dass Menschen, die in der Kindheit geimpft wurden, zu einem späteren Zeitpunkt durchaus an Masern erkranken können. Vor allem für schwangere Frauen bzw. das ungeborene Kind ist dies gefährlich - so können z.B. Früh- oder Fehlgeburten die Folge sein. 

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Wie kommt es zu einer Ansteckung?

Masernviren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen und sind sehr ansteckend. Kommt es zum Kontakt und verfügt man über keine Antikörper, kann mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit davon ausgegangen werden, dass eine Infektion erfolgt. Die Ansteckungsgefahr ist fünf Tage vor bis vier Tage nach Auftritt des charakteristischen Hautausschlags am größten.

+++ Mehr zum Thema: Masern +++

Wie verläuft die Erkrankung?

Ungefähr 14 bis 15 Tage nach dem Erreger-Kontakt beginnt die Erkrankung mit Symptomen, die auch bei einem grippalen Infekt auftreten können.

Folgende Symptome können auftreten:

  • Schnupfen
  • Augenentzündungen
  • Bronchitis
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Fieber.
  • weiße Flecken an den Schleimhäuten der Wangeninnenseite (Koplik'sche Flecken). Diese kleinen Geschwüre entstehen durch die Virusvermehrung und das anschließende Absterben des Gewebes
  • Hautausschlag, der hinter den Ohren beginnt und sich über das Gesicht zum Körperstamm ausbreitet. Nach Abheilen des Ausschlags kann es zu einer kleieförmigen Schuppung kommen.

Welche Komplikationen können auftreten?

Zu den häufigsten Komplikationen einer Masern-Infektion zählen:

Welche Folgen kann eine Maserninfektion in der Schwangerschaft haben?

Kommt es zu einer Maserninfektion während der Schwangerschaft, kann das Virus über den Mutterkuchen auf das Kind übertragen werden. Zu typischen Fehlbildungen des Ungeborenen, wie dies etwa bei Infektionen mit dem Röteln-Virus der Fall ist, kommt es dabei zwar nicht, vereinzelte Missbildungen sind in der Literatur allerdings auch im Falle von Masern-Infektionen beschrieben worden.

Allerdings kommen bis zu 25 Prozent aller Kinder zu früh zur Welt, wenn sich die Mutter in der Schwangerschaft mit Masern ansteckt. Auch Fehl- oder Totgeburten treten im Zusammenhang mit Maserninfektionen häufiger auf, die Sterblichkeit ist auch im Säuglingsalter noch erhöht. Ebenso kommt es im Verlauf einer Masern-Erkrankung bei Schwangeren häufiger zu den oben angeführten Komplikationen, gefürchtet sind dabei vor allem hohes Fieber und Lungenentzündungen.

Die Infektion mit dem Masern-Virus stellt aber keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch dar.

Darf während der Schwangerschaft gegen Masern geimpft werden?

Frauen mit Kinderwunsch sollten ihren Masernschutz überprüfen und sich gegebenenfalls impfen lassen, bevor sie schwanger werden. Eine Masern- bzw. Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) sollte bei Schwangeren nicht erfolgen.

Wird eine Frau gegen Masern geimpft und stellt erst danach fest, dass sie bereits schwanger ist, ist dies aber kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch.

Schwangere, die über keine Masern-Antikörper verfügen, sollten den Kontakt zu Infizierten so gut wie möglich meiden.

Welche Therapiemaßnahmen gibt es bei Schwangeren?

An Masern erkrankte Schwangere sollten medizinisch gut überwacht werden. Eine invasive pränatale Diagnostik ist nicht empfohlen. Gegen das Masern-Virus gibt es keine antivirale Therapie. Die Behandlung orientiert sich an den auftretenden Symptomen.

Bei Schwangeren kann eine Immunglobulin-Gabe indiziert sein. Diese können bis zu sechs Tage nach dem Kontakt mit dem Virus verabreicht werden und den Ausbruch der Krankheit abschwächen oder gar verhindern. Ist die Erkrankung schon voll ausgebrochen, hat diese Therapie aber keinen Sinn mehr.

Tritt die Infektion sehr spät in der Schwangerschaft auf, kann das Neugeborenen bereits mit Masern geboren werden.

Nestschutz des Neugeborenen

Säuglinge sind bis zu einem Alter von etwa vier bis sechs Monaten durch Antikörper der Mutter geschützt - vorausgesetzt, die Mutter hat einen Schutz gegen Masern. Dies wird als Nestschutz bezeichnet. Danach geht dieser Schutz zurück. Da Babys erst ab einem Alter von elf Monaten geimpft werden, müssen Eltern in der Zeit dazwischen besonders darauf achten, das Baby nicht mit Infizierten in Kontakt zu bringen. Das Immunsystem von Babys ist noch nicht ausgereift, weshalb Maserninfektionen in diesem Alter besonders gefährlich sind.

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Autoren:
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Medizinisches Review:
Prim. MedR. Ass.-Prof. DDr. Peter Voitl, MBA
Redaktionelle Bearbeitung:

Aktualisiert am:
Quellen

Weyerstahl T., Stauber M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, Duale Reihe; Georg Thieme Verlag KG Stuttgart; 4. Auflage 2013

Informationshomepage des Österreichischen Bundesministeriums für Gesundheit; http://www.keinemasern.at/

Impfplan Österreich

Masern - RKI-Ratgeber für Ärzte, herausgegeben vom Robert Koch Institut (letzter Zugriff: 20.04.2020)

Deutsches Grünes Kreuz: Masern unter https://dgk.de/impfen-und-infektionen/infektionen-in-der-schwangerschaft/masern.html (letzter Zugriff: 20.04.2020)

 

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