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Infektionen in der Schwangerschaft

Infektion Schwanger
Einige Erreger können während der Schwangerschaft sowohl der Mutter, als auch dem Kind gefährlich werden. ( racorn / Shutterstock)

In der Schwangerschaft sind manche Infektionen für die Mutter und das ungeborene Kind gefährlich. Den meisten Infektionen kann man aber einfach vorbeugen.

Welche Auswirkungen können Infektionen auf das Kind haben?

Die Auswirkungen auf das Kind sind abhängig vom Erreger, dessen krank machender Potenz und von den teilweise nicht geklärten Immunfaktoren der jeweiligen Schwangeren. Eine große Rolle spielt auch der Zeitpunkt der Infektion. So ist das Risiko für Schädigungen im ersten Trimester bzw. die erste Hälfte des zweiten Trimesters höher als zu einem späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft.

Die meisten Erreger stellen keine Gefahr für das ungeborene Kind da, so sind zum Beispiel Durchfallerkrankungen oder Erkältungen harmlos. Gefährlich können Erreger, wie zum Beispiel Listerien, Toxoplasma gondii oder das Rötelnvirus werden. Die Folgen reichen bis hin zu Fehl-, Früh- und Totgeburten bzw. kindlichen Anomalien.

+++ Mehr zum Thema: Wichtige Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen +++

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Diese Erreger sind in der Schwangerschaft gefährlich

Erreger

 

Übertragung durch

Bakterien:

Chlamydien

Geschlechtsverkehr

 

Listerien

Kontaminierte Lebensmittel

 

B-Streptokokken

Tröpfcheninfektion

 

Gonokokken

Geschlechtsverkehr

 

Syphilis

Geschlechtsverkehr

Viren:

Cytomegalie-Virus

Schmierinfektion

 

Rötelnvirus

Tröpfcheninfektion

 

Parvovirus B19 (Ringelröteln)

Tröpfcheninfektion

 

Hepatitis B und C

Blut, Geschlechtsverkehr

 

Varizella-zoster-Viren (Windpocken)

Tröpfcheninfektion

 

Herpes-simplex-Virus

Schmierinfektion

 

HIV

Blut, Geschlechtsverkehr

Parasiten:

Toxoplasma hgondii (Toxosplasmose)

rohe tierische Produkte (z.B. Salami), durch Kot verunreinigte Erde (durch infizierte Katze)

Wie kommt es zu einer Infektion im Mutterleib?

Wenn Krankheitserreger im Blut die Plazenta passieren oder über die Scheide aufsteigen, kommt es zu einer Übertragung auf den Feten. Eine Ansteckung ist aber auch während der Geburt möglich (perinatale Infektion). Dabei gehen die Krankheitserreger der Mutter beim Durchtritt durch den Geburtskanal auf das Neugeborene über.

Wie wird eine Infektion nachgewiesen?

Für den Nachweis einer Infektion des Kindes ist es wichtig, die betreffenden Antikörper zu bestimmen. Entscheidend sind hierbei die so genannten IgM- und IgA-Antikörper. Dies sind besonders große Strukturen, die vom Fetus teilweise ab der 10. bis 13. Schwangerschaftswoche (SSW) gebildet werden.

Der Nachweis von IgG-Antikörpern ist hingegen wenig zielführend: Weil diese die Plazentaschranke überwinden können, besteht die Möglichkeit, dass sie von der Mutter stammen. Das Kind bildet in etwa ab der 16. SSW IgG-Antikörper, IgA-Antikörper erst ab Woche 30.

Der Antikörper-Nachweis gelingt aus dem Blut - entweder mittels Nabelschnurpunktion oder durch eine Blutprobe des Neugeborenen. Die Infektion lässt sich auch durch den Nachweis von Antigenstrukturen des Erregers feststellen. Mit Hilfe einer speziellen Technik - der Polymerase-Kettenreaktion (Polymerase Chain Reaction / PCR) - lassen sich die einzelnen Erreger sehr spezifisch unterscheiden.

Wann ist eine pränatale Infektionsdiagnostik anzuraten?

Eine vorgeburtliche Infektionsdiagnostik wird empfohlen, wenn der Verdacht besteht, dass die Mutter mit den folgenden Infektionen erstmalig in Kontakt gekommen ist, oder eine Reaktivierung einer Infektion angenommen werden muss:

Die zum Nachweis verwendete Technik richtet sich nach dem Alter der Schwangerschaft. Vor jedem diagnostischen Eingriff erfolgt eine eingehende Beratung über Risiken der Infektion, aber auch über Gefahren des Eingriffs.

+++ Mehr zum Thema: Röteln +++

Infektionen in der Schwangerschaft vorbeugen

  • Schon vor der Schwangerschaft den Impfschutz gegen Masern und Röteln überprüfen und gegebenenfalls auffrischen lassen.
  • Auf rohe, tierische Nahrungsmittel (Rohmilchprodukte, geräucherter Fisch, Rohwurstprodukte) verzichten.
  • Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich waschen.
  • Häufiges Händewaschen verringert eine Infektionsgefahr.

+++ Mehr zum Thema: Masern +++

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Autoren:

Medizinisches Review:
Dr. med. Eva Lehner-Rothe

Aktualisiert am:
Quellen

 S2k-Leitlinie Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Virusinfektionen, AWMF Reg.-Nr. 0093/001 unter https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/093-001l_S2k_Labordiagnostik_schwangerschaftsrelevanter_Virusinfektionen_2014-05-abgelaufen.pdf (Leitlinie wird derzeit überprüft), letzter Zugriff am 11.05.2020

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