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Hepatitis C in der Schwangerschaft

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Ob das Kind tatsächlich mit Hepatitis-C infiziert ist, kann mit Sicherheit erst mit etwa 18 Monaten mittels Blutuntersuchung nachgewiesen werden. (1153469189 / iStockphoto)

Eine Übertragung des Hepatitis-C-Virus (HCV) von der Mutter auf das ungeborene Kind ist prinzipiell möglich, das Risiko dafür ist allerdings gering. Ganzen Text lesen



Hepatitis C ist eine chronische, langsam fortschreitende Entzündung der Leber aufgrund einer Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV). Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über direkten Kontakt mit kontaminiertem Blut. Eine Übertragung des HCV von der Mutter auf das ungeborene Kind ist grundsätzlich möglich, das Risiko dafür ist allerdings sehr gering.

Wegen der relativ niedrigen Übertragungsrate (durchschnittlich 5%) von der Mutter auf das Kind und dem Fehlen von wirkungsvollen Maßnahmen zur Verhütung einer Übertragung erfolgt bei Schwangeren kein generelles Screening auf das Vorliegen einer HCV-Infektion.

Besteht jedoch der Verdacht auf eine Infektion der Mutter, sollte eine entsprechende Blutuntersuchung erfolgen. Wird eine HCV-Infektion nachgewiesen, müssen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. Das Risiko für eine Frühgeburt ist zudem erhöht.

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Vor der Schwangerschaft  

Frauen, die sich mit Hepatitis C infiziert haben und eine medikamentöse Therapie erhalten, sollten eine Schwangerschaft aufgrund der fruchtschädigenden Wirkung der Behandlung vermeiden. In dieser Zeit ist es besonders wichtig, auf eine verlässliche Empfängnisverhütung zu achten.

Der Eintritt der Schwangerschaft sollte frühestens sechs Monate nach Beendigung der Therapie erfolgen. Der ideale Zeitpunkt dafür ist mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

+++ Mehr zum Thema: Behandlung der Hepatitis C +++

HCV-Therapie während der Schwangerschaft

Die therapeutischen Möglichkeiten während einer Schwangerschaft sind zwar eingeschränkt, in vielen Fällen ist aber eine sofortige Hepatitis-C-Therapie gar nicht notwendig, sondern kann bis nach der Entbindung (bzw. bis nach der Stillzeit) verschoben werden.

Virusübertragung während der Schwangerschaft

Um das Risiko einer Virusübertragung so minimal wie möglich zu halten, sollte bei infizierten Müttern auf diagnostische Eingriffe während der Schwangerschaft (wie etwa Fruchtwasseruntersuchung) nach Möglichkeit verzichtet werden.

Eine Übertragung des Hepatitis-C-Virus während der Schwangerschaft von der Mutter auf das Ungeborene ist sehr unwahrscheinlich.

Virusübertragung während der Geburt

Das Risiko der Virusübertragung während der Geburt – über das Blut – liegt zwischen 1 und 5% und ist in erster Linie von der Konzentration der Viren im mütterlichen Blut (Viruslast) abhängig. Aus diesem Grund wird bei Verdacht oder bereits positivem HCV-Befund eine Blutanalyse durchgeführt, um die Viruslast zu bestimmen.

Bei hoher Viruslast – und damit erhöhtem Risiko für das Kind – kann alternativ zur vaginalen Geburt ein Kaiserschnitt überlegt werden. Eine generelle Empfehlung dafür gibt es aber nicht. Die Entscheidung für oder gegen einen Kaiserschnitt wird daher unter Einbeziehung aller anderen relevanten Befunde immer im Einzelfall getroffen.

Das Risiko der Virusübertragung erhöht sich ebenso bei großen Geburtsverletzungen sowie beim Vorliegen einer gleichzeitig bestehenden HIV-Infektion (auf bis zu 36%). Bei zu erwartenden Geburtsverletzungen, Mehrlingsschwangerschaften und/oder einer HIV-HCV-Koinfektion wird daher ein Kaiserschnitt empfohlen.

Untersuchung des Neugeborenen

Ob das Kind tatsächlich mit Hepatitis-C infiziert ist, kann mit Sicherheit erst mit etwa 18 Monaten mittels Blutuntersuchung nachgewiesen werden.

Antikörper, die beim Neugeborenen gefunden werden, stammen in der Regel von der Mutter. Es dauert unterschiedlich lange, bis diese abgebaut werden, im Durchschnitt bis zum vollendeten ersten Lebensjahr. Diese Antikörper sind kein Hinweis auf eine Infektion des Kindes. Ein rückläufiger Antikörpertiter bei regelmäßigen Blutuntersuchungen des Kindes deuten aber darauf hin, dass die Antikörper nicht vom kindlichen Organismus produziert, sondern passiv von der Mutter zugeführt wurden.

Die Infektion des Kindes ist erst dann belegt, wenn Antikörper gegen das HC-Virus über den 18. Lebensmonat hinaus nachgewiesen werden können bzw. wenn HCV-RNA (Erbmaterial des Virus) in mindestens zwei zu verschiedenen Zeitpunkten gewonnenen Blutproben nachgewiesen werden können.

Während der Stillzeit

Derzeit gibt es keine Hinweise auf eine Übertragung über die Muttermilch. Vom Stillen wird HCV-infizierten Müttern nur dann abgeraten, wenn Verletzungen oder Entzündungen der Brustwarze vorliegen.

Eine medikamentöse Behandlung der Mutter während der Stillzeit ist aufgrund der fehlenden Zulassung sowie fehlender Erfahrungen der Kombinationstherapie nicht möglich.

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Autoren:

Medizinisches Review:
Dr. med. Eva Lehner-Rothe
Redaktionelle Bearbeitung:

Aktualisiert am:
Quellen

Robert Koch Institut, Hepatitis C, Stand 2018; https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HepatitisC.html (letzter Zugriff am 21.04.2020)

S3-Leitlinie „Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-C-Virus (HCV) -Infektion“, Stand 2018;
https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-012l_S3_Hepatitis-C-Virus_HCV-Infektion_2018-07.pdf (letzter Zugriff am 21.04.2020)

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