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Vater werden: Tipps für künftige Papas

Vater Baby Erziehung
Auch für den Vater ist die Geburt eines Kindes ein großes Erlebnis, das viele Veränderungen des gewohnten Alltags mit sich bringt. (Halfpoint / Shutterstock)

Vorfreude und Unsicherheit – Gefühle, die nicht nur werdenden Müttern, sondern auch Vätern in spe bekannt sind. Hier ein kleiner Leitfaden für die Schwangerschaft und Tipps für die erste Zeit nach der Entbindung.

Bin ich zu jung/zu alt, um Vater zu werden? Welche Art Vater möchte ich sein? Lege ich es an wie mein eigener Vater oder mache ich alles anders? Will ich meinem Nachwuchs ein kumpelhafter Begleiter sein oder sehe ich mich eher als Oberhaupt der Familie?

Die großen Fragen der Vaterschaft muss jeder für sich selbst beantworten, immer und immer wieder, situationsabhängig.

Verhältnismäßig einfacher ist es während der Schwangerschaft und in der ersten Zeit danach. In unserem Leitfaden finden werdende Papas Tipps und Tricks, wie sie ihre Partnerin unterstützen können.

+++ Mehr zum Thema: Schwangerschaftsanzeichen +++

Was sollte der Mann während der Schwangerschaft seiner Partnerin tun?

Zuerst sollte er sich informieren, wie eine Schwangerschaft verläuft. Er sollte wissen, was im Bauch der Partnerin passiert. Diese sollte ihn miteinbeziehen, damit er weiß, wie es sich anfühlt, wenn das Kind die ersten spürbaren Bewegungen macht. Die Schwangerschaftslektüre ist überdies nicht nur der Frau vorbehalten: Männer können ebenso davon profitieren, wenn sie sich mit den Themen Schwangerschaft, Geburt und Baby auseinandersetzen. Zu wissen, was zum Beispiel bei einer Entbindung vor sich geht, kann mögliche Ängste davor lindern und signalisiert überdies Interesse.

Mama und dem Babybauch Liebe schenken

Ist die Schwangerschaft schon weiter fortgeschritten, kann der Partner die Bewegungen des Kindes schon richtig provozieren. Ähnlich dem "Spielen", wenn das Kind älter ist.

Dadurch kann bereits eine Beziehung zum Kind aufgebaut werden. Aber: Es sollte für die Frau spürbar sein, ob er sie streichelt oder das Kind. Das müssen sich die werdenden Väter bewusst machen. Eine schwangere Frau braucht viel Liebe und Zärtlichkeit.

Sie können dem heranwachsenden Baby etwas erzählen, mit ihm sprechen, Musik vorspielen, denn schon etwa ab der 16. Schwangerschaftswoche (16. SSW) kann Sie das Baby hören!

+++ Mehr zum Thema: Was passiert in welcher Schwangerschaftswoche? +++ 

Wie ist es mit Sex in der Schwangerschaft?

In Sachen Sex besteht bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft keine Einschränkung. Bei einigen Frauen ist das Lustgefühl während der Schwangerschaft sogar gesteigert. Wird der Bauch größer, kann der Sex unter Umständen beschwerlicher werden.

Es kann aber durch die Änderung der Stellung trotzdem Geschlechtsverkehr praktiziert werden. Bestehen ärztliche Einwände gegen den Verkehr, kann man durchaus auf andere Praktiken ausweichen, die zur Befriedigung und Erfüllung der sexuellen Lust beider Partner führen können.

Prinzipiell stehen während der Schwangerschaft die Bedürfnisse der Frau im Vordergrund. Wichtig: Reden Sie darüber! Ängste, Sorgen, aber auch Freude auf den Nachwuchs – Kommunikation ist der Kitt, der die Beziehung zusammenhält.

+++ Mehr zum Thema: Sex in der Schwangerschaft +++

Soll der Vater mit zur Geburtsvorbereitung gehen?

Ja! In solchen Kursen kann der Mann nicht nur lernen, wie man eine Windel anlegt oder das Kind badet, sondern er erfährt auch noch Nützliches über die Geburt und das Wochenbett. Wer weiß, was passiert, kann besser mit den Veränderungen umgehen.

In den Vorbereitungskursen wird unter anderem auch entspannende Gymnastik vorgestellt und erklärt. So wird das Miteinander in der beschwerlichen Zeit gegen Ende der Schwangerschaft vielleicht inniger und entspannter.

Massagen für die Geburt lernen

Außerdem erlernt man in den Vorbereitungskursen Massagen, die manchmal bei der Verarbeitung der Wehen während der Geburt hilfreich sein können. Das sind die wenigen Möglichkeiten, außer der Anwesenheit natürlich, mit denen der Partner der Frau helfen kann.

Der Mann erfährt schon in den Kursen, dass er bei der Geburt seines Kindes eigentlich hilflos daneben steht, während die Partnerin Schmerzen hat, vielleicht sogar weint und sich zeitweise "am Ende" fühlt. Er kann nichts tun. Diese Ohnmacht ist für manche Männer schwierig zu verarbeiten. 

Die Wünsche der Frau während der Geburt vermitteln

Viele Frauen schreiben vor der Entbindung einen Geburtsplan. Darin kann die gewünschte Geburtsposition stehen, ob eine PDA gemacht werden soll oder ob die Frau einer künstlichen Einleitung der Geburt zustimmen würde.

Der Mann kann dafür sorgen, dass die Bedürfnisse und Wünsche der Frau berücksichtigt werden. Manchmal ist es während starker Wehen einfach nicht mehr möglich, sich entsprechend zu artikulieren. Sicher, nicht alles lässt sich immer umsetzen, aber der Partner kann zumindest dafür Sorge tragen, dass die Vorstellungen der Gebärenden an Hebamme und Arzt übermittelt werden.

+++ Mehr zum Thema: Entscheidungshilfen für die Geburt +++

Was ist für die Geburt mitzunehmen?

Auch für werdende Väter ist der Tag der Entbindung anstrengend, sie bekommen vielleicht kaum Schlaf, sind gestresst und aufgeregt.

Darauf sollte man achten:

  • Nicht zu warme, eher bequeme Kleidung (im Kreißsaal ist es warm)
  • Getränke oder die Möglichkeit, Getränke zu kaufen (Kleingeld)
  • Etwas zu essen, Energielieferanten (Müsli- oder Proteinriegel, Obst, Sandwiches etc.)
  • Kamera oder Smartphone plus Ladegerät, um alles festzuhalten und Angehörige über die Ankunft des Babys zu informieren

+++ Mehr zum Thema: Checkliste: Was soll mit zur Geburt im Krankenhaus? +++

Worauf sollten die Väter nach der Entbindung achten?

Unterstützung ist natürlich auch nach der Geburt notwendig. Zuallererst können Männer die Termine der Neo-Mutter "managen". Verwandte, Freunde, Bekannte – sie alle wollen das Baby sehen, was mitunter sehr anstrengend sein kann. Prinzipiell sollten Besuche so gut es geht aufgeschoben werden, bzw. terminlich auseinander liegen. In der ersten Zeit brauchen Mama und Baby vor allem eines: Ruhe.

Sorgen Sie auch hier dafür, dass die Wünsche der Frau berücksichtigt werden. Wenn sie zum Beispiel strikt möchte, dass sich Besucher vor dem Anfassen des Kindes die Hände desinfizieren sollen, dann muss das so gemacht werden.

Hormonumstellung der Frau 

Etwa ab dem dritten Tag nach der Geburt kommt der so genannte "Heultag". Dagegen können die Männer meistens auch nicht viel tun. Ursache ist die Hormonumstellung im Körper der Frau. Es ist wichtig, einfach da zu sein, manchmal reicht das "in den Arm nehmen" und hilft mehr als Tausend Worte.

+++ Mehr zum Thema: Wochenbettdepression +++

Was passiert zuhause?

Die Mutter ist müde, kaputt und "nur" für das Baby da. Es ist wichtig, sich in dieser Zeit in die Beziehung Mutter-Kind einzuklinken. Aufgaben, wie z.B. das Baden des Kindes, es zu wickeln oder mit ihm spazieren zu gehen, damit die Mutter einmal eine Stunde in Ruhe schlafen kann, helfen der Partnerschaft und dem Verhältnis zum Kind.

Wenn sich das Zusammenleben so einspielt, lässt sich dem Ungleichgewicht in der Kinderfürsorge vorbeugen, das dann im Weiteren zu Konflikten führen kann.

Der Partner kann Folgendes tun, um die Mama im Wochenbett zu unterstützen:

  • Essen machen
  • Den Haushalt erledigen
  • Familienangehörige auf dem Laufenden halten
  • Der Frau gut zureden und sie unterstützen, wenn Unsicherheiten, Ängste oder Zweifel auftauchen
  • Verständnisvoll und nicht gleich beleidigt sein, wenn die Frau etwas schroffer ist; sie befindet sich in einer Ausnahmesituation

+++ Mehr zum Thema: Beziehungskrise nach dem ersten Kind +++

Wann darf man wieder Geschlechtsverkehr haben?

Wenn der Wochenfluss etwa nach sechs Wochen aufhört und eventuelle Geburtsverletzungen oder Wunden verheilt sind, ist es theoretisch möglich, wieder Geschlechtsverkehr zu haben.

Es ist jedoch öfters der Fall, dass die Frau keine große Lust verspürt. Das liegt zum einen an der Belastung durch die Mutterschaft. Sie ist schlicht müde. Als Grund hinzukommen kann aber z.B. auch die Angst vor Schmerzen.

Manchmal möchte die Frau nur Zärtlichkeit, Wärme und Geborgenheit, und keinen Sex. Sie ist, gerade auch, wenn sie stillt, auf der Gefühlsebene erschöpft. Ständig gibt sie dem Kind Nahrung, Wärme und Geborgenheit. Es ist wichtig, die "Speicher" wieder aufzufüllen, und dabei kann der Mann helfen.

Der Körper der Frau ist nach der Entbindung verändert. Es dauert, bis diese Veränderungen, die zirka neun Monate gebraucht haben, um zu entstehen, sich wieder zurückbilden.

+++ Mehr zum Thema: Sex nach der Geburt +++

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Quellen

Weyerstahl T., Stauber M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, Duale Reihe; Georg Thieme Verlag KG Stuttgart; 4. Auflage 2013
 

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