Matomo pixel

Kindlicher Plattfuß

Senk-Knick-Fuß
In den meisten Fällen wächst sich ein Plattfuß bis zum Schuleintritt wieder aus. (846727850 / iStockphoto)

Zwischen dem 2. und dem 5. Lebensjahr ist ein leicht ausgeprägter Plattfuß entwicklungsbedingt normal, eine Korrektur mit Hilfe von Spezial-Schuhwerk oder Einlagen ist in der Mehrzahl der Fälle nicht notwendig.

Die medizinische Bezeichnung für „Plattfuß“ ist Knick-Senk-Fuß. Er beschreibt eine Veränderung der Fußanatomie, die sich häufig um das erste Lebensjahr bei den ersten Steh- und Gehversuchen des Kindes zeigt. Ursache ist meist eine anlagebedingte Bindegewebs- oder Muskelschwäche. Besonders bei älteren Kindern kann das Übergewicht eine zusätzliche Rolle spielen.

Aussehen

Der sogenannte Plattfuß zeichnet sich durch eine Verformung der Fußknochen aus: Das Fußgewölbe ist durchgetreten und die gesamte Fußfläche liegt im Extremfall auch ohne Belastung auf dem Untergrund auf. Während eine derartige Fehlstellung bei Erwachsenen auf jeden Fall einer Korrektur bedarf, können sich kindliche Plattfüße noch „auswachsen“. Nicht immer sind spezielle Einlagen oder orthopädische Spezialschuhe nötig. Ein vorschnelles Korrigieren der Fußfehlstellung kann Experten zufolge diese sogar noch verschlechtern. Grund dafür: Durch die "Unterstützung" von außen werde das gesunde Muskelwachstum im Fuß gehemmt.

+++ Mehr zum Thema: Fußfehlstellungen +++

Wie erkennt man einen Plattfuß?

Alle Kinder kommen mit flachen Fußsohlen zur Welt – das Gewölbe entwickelt sich dann innerhalb der ersten Lebensjahre von selbst. Vorsicht ist nur dann geboten, wenn der Plattfuß beim Heranwachsenden so deutlich ausgeprägt ist, dass er kaum mehr Flexibilität zulässt. Ein einfacher Test ermöglicht eine Einschätzung: Wenn das Kind die große Zehe nach vorne streckt oder auf den Zehenspitzen steht, sollte sich das Fußgewölbe in jedem Fall abzeichnen.

Ist dies nicht der Fall, sollte die Fehlstellung korrigiert werden. Ansonsten drohen Schmerzen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Schätzungen zufolge ist aber tatsächlich nur 1% aller Heranwachsenden von derart ausgeprägten Plattfüßen betroffen.

+++ Mehr zum Thema: Angeborener Plattfuß +++

Geschlecht und Gewicht als Risikofaktoren

Buben haben mehr als doppelt so oft Plattfüße wie ihre weiblichen Altersgenossinnen. Auch das Gewicht spielt eine Rolle: Übergewichtige Kinder sind drei Mals so oft betroffen wie normalgewichtige.

Was kann man selbst tun?

Das Kind sollte viel barfuß gehen und spielerisch die Fußmuskulatur stärken (Zehenspitzenstand, Greifübungen mit den Zehen). In schwereren Fällen kann auch eine physiotherapeutische Behandlung sinnvoll sein.

Einlagen oder Spezialschuhe sind nur in wenigen Fällen notwendig, nämlich bei schwerem Knick-Senk-Fuß. Sie werden vom Orthopädietechniker in enger Absprache mit dem behandelnden Facharzt für Orthopädie angefertigt.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von netdoktor.ch


Autoren:

Aktualisiert am:
Quellen

Leading Medicine Guide, Knick-Senkfuß, https://www.leading-medicine-guide.at/erkrankungen/muskel-knochen/plattfuss (letzter Zugriff am 06.04.2020)

Reuters Health; Pediatrics

Weitere Artikel zum Thema

Fehlernährung gilt heute als Mitverursacher von Zivilisationskrankheiten, deren Kosten eine enorme Belastung für den Staatshaushalt darstellen. Die …

mehr...
Newsletter-Anmeldung
×
Newsletter Anmeldung Hintergrund