Frage den Arzt - Thema: Familie

Sind rückwärts gerichtete Kindersitze im Auto sicherer?

(photophonie)

Frage: Sind rückwärts gerichtete Kindersitze im Auto sicherer? Mein Sohn (2) ist ziemlich groß für sein Alter. Geht sich das mit den Füßen aus?

Peter Jahn, Spezialist für Kindersitze, Wien:

Gerade für Neugeborene und Kleinkinder bis weit über das zweite Lebensjahr hinaus ist der Transport mittels Kindersitz entgegen der Fahrtrichtung definitiv die sicherere Wahl. Denn der Kopf eines Kindes ist, verglichen mit einem Erwachsenen, übermäßig schwer und macht in etwa ein Viertel des Gesamtgewichts aus. Auch die Stützmuskulatur im Halsbereich ist in diesem jungen Alter noch nicht voll entwickelt. Bei einem Aufprall mit Tempo 50 km/h wirken auf jeden Insassen Kräfte die mindestens dem 30-fachen des Körpergewichts entsprechen. Sitzt das Kind vorwärts gerichtet, wird der Kopf, mit großer Kraft nach vorne gerissen. Das Risiko von dauerhaften Lähmungen vom Hals abwärts ist sehr hoch. Daher sollte jedes Kind im Auto so lange wie möglich rückwärts gerichtet transportiert werden.

Besonders geeignet sind Sitze mit sogenanntem ISOFIX-Befestigungssystem, die später auch vorwärts gerichtet verwendet werden können.

+++ Mehr zum Thema: Sicherheit von Kindern im Auto +++

Der verfügbare Platz für die Füße ist normalerweise ausreichend. Für Kinder ist es überhaupt kein Problem, beim Sitzen ihre Füße einzuklappen oder zwischendurch auch gegen die Rückenlehne zu stemmen.

Praxistests mit einer Reihe unterschiedlicher Kinder zeigten, dass die Verwendung gegen die Fahrtrichtung bis etwa zum zweieinhalbten Lebensjahr sowohl für die Kinder wie auch die Eltern problemlos möglich war. Sollte Ihrem Kind oft schlecht werden, muss das nicht an der Fahrtrichtung liegen. Lassen Sie abklären, ob das Gleichgewichtsorgan des Kindes beeinträchtigt ist.

+++ Mehr zum Thema: Reisekrankheit +++

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Tanja Unterberger, Bakk. phil., Katrin Derler, BA

Aktualisiert am:

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