"Fit and strong" per WhatsApp

(Fit and strong presented by SV)

Jede Woche ein Video per WhatsApp geschickt bekommen und damit in ein gesünderes Leben starten: Das ist das Ziel von fit-and-strong.at.

"Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler", sagt Alexander Biach, Vorsitzender des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger. Der Fisch – das sind in diesem Fall Kinder und Jugendliche. Und die haben eben oft andere Prioritäten als Eltern, grünes Gemüse, Haube aufsetzen und regelmäßige Schlafenszeiten. Dem Nachwuchs entlocken derart wohlmeinende Ratschläge nur ein mattes "Chill mal, Mama!"

Rauchende Kinder werden süchtige Erwachsene

Dabei sind sich alle Experten einig: Gesundheitsbewusstsein im Kinder- und Jugendalter legt den Grundstein für eine gesunde Zukunft als Erwachsener. Das zeigt sich am besten beim Beispiel Rauchen: Fast 80% aller Raucher haben vor dem 19. Lebensjahr zum Glimmstengel gegriffen. Oder umgekehrt betrachtet: Wer es schafft, bis zu seinem 20. Geburtstag nicht mit dem Rauchen anzufangen, ist quasi aus dem Schneider. (Zumindest ist die Chance deutlich geringer, dass er oder sie noch Raucher wird...)

Frühe Aufklärung tut also not. "14,5% der jungen Menschen unter 25 Jahren rauchen", weiß Biach. Damit liegt Österreich erschreckend über dem OECD-Durchschnitt (11%). Biach findet hierfür klare Worte: In Anbetracht dieser Zahlen sei die aktuelle Debatte über eine Lockerung des Rauchverbots im öffentlichen Raum überflüssig. 

Auch die österreichische Volksdroge Alkohol ist bei den unter 15-Jährigen weit verbreitet. 23,5% waren schon einmal betrunken.

I bims, die Gesundheit

Also: Bewusstsein schaffen, Schulung, Prävention – aber wie soll das gehen, angesichts der wachsenden Kommunikationsbarriere zwischen der Generation "Always On" und ihren Eltern? Zwischen Instagram (mit seinem übersteigerten Körperkult) und YouTube (wo Ernährung mitunter auf Ekel-Pong-Videos reduziert wird) ist Aufmerksamkeit ein rares Gut.

+++ Mehr zum Thema auf gesundheitstrends.com: Gefährliche Körpertrends auf Instagram +++

"5.000 bis 10.000 Werbebotschaften prassen tagtäglich auf die Jugendlichen ein", weiß Ali Mahlodji, Co-Gründer der Berufsorientierungsplattform whatchado. In dem permanenten Grundrauschen ein klares Signal zu platzieren, ist schwierig, aber für den hauptberuflichen Motivierer einen Versuch wert. "Es geht nicht darum, mehr Videos zu produzieren", sagt er, "Videos gibt's genug. Was fehlt ist Authentizität." Gemeinsam mit der 16-jährigen YouTuberin Catowbeauty sind daher Clips entstanden, deren Stärke genau das ist: Kein erhobener Zeigefinger, kein "Ich zeig euch mal, wie das geht!" – stattdessen eine große Portion "Ich hätt' auch nicht gedacht, dass ich das schaffe. Aber dann hat's geklappt!"

Selbstwirksamkeit

Mahlodji: "Ich werde oft in Schulen eingeladen, auch in Brennpunktschulen, wo die Lehrer das Gefühl haben, da geht gar nichts mehr, da dringt man nicht zu den Kids durch." Dabei hätte er in all den Jahren noch nie ein Kind getroffen, "das nicht kann oder nicht will. Vielmehr gibt es viele, die sich für nicht gut genug halten." Selbstzweifel, so Mahlodji, sei ein großes Thema unter den Jugendlichen. Da gelte es anzusetzen, denn ein Stück weit die Verantwortung für die eigene Gesundheit und somit für das eigene Leben zu übernehmen, stärkt auch das Selbstbewusstsein: "Ich tue etwas. Ich kann das. Meine Entscheidungen wirken sich positiv aus."

Kollateralnutzen

Fun Fact: Die für "Fit and Strong" produzierten Clips sollen zwar junge WhatsApper ansprechen, so ganz nebenbei werden jedoch auch die Eltern mit Gesundheitsthemen konfrontiert. Schadet denen nämlich auch nicht, findet Mahlodji: "Eltern sind ja auch nichts anderes als Kinder, die irgendwann älter geworden sind." Insofern: Klare Win-Win-Situation!

Denn Vorbeugen ist immer besser als heilen. Und je früher und wirksamer Vorbeugung ansetzt, desto besser und länger wirkt sie. "Fit and Strong" ist daher nur eines in einer ganzen Reihe von (Gesundheits-)Bildungsprojekten, die sich an junge Menschen wenden.

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Katrin Derler, BA

Aktualisiert am:
Quellen

Pressegespräch des Hauptverbands der Österreichischen Sozialversicherungsträger, 20.11.2017

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