Geburt - Entscheidungshilfen

(2nix Studio / Shutterstock)

Während der Schwangerschaft müssen einige wichtige Entscheidungen in Bezug auf die bevorstehende Entbindung getroffen werden. Je besser Sie sich über alle Möglichkeiten informieren, umso leichter wird es Ihnen fallen, eine für Sie passende Entscheidung zu treffen.

Machen Sie eine Liste darüber, wie Sie Ihr Kind zur Welt bringen wollen und wie alles verlaufen soll. Wenn Sie sich alle Möglichkeiten überlegen, fällt es Ihnen leichter, bewusst eine Wahl zu treffen. Ziehen Sie den Partner in die Überlegungen mit ein, damit er auch die Wünsche und Vorstellungen kennt, um Sie während der Geburt unterstützen zu können.

Wie wünschen Sie sich den Geburtsverlauf?

Im Geburtsvorbereitungskurs bzw. in Gesprächen mit Ihrer Hebamme werden Sie über den Ablauf einer Geburt und die einzelnen Möglichkeiten informiert. So können Sie sich schon im Vorhinein überlegen, wie Sie sich den Geburtsverlauf wünschen und sich darauf vorbereiten.

Bedenken Sie aber: eine Wunschliste ist nur eine Wunschliste, nicht immer verläuft alles nach Plan. Im Fall von Komplikationen können manche Ihrer Wünsche möglicherweise nicht berücksichtigt werden. Lassen Sie sich im Vorfeld auch mögliche "Notfall-Szenarien" erklären (z.B. wie läuft ein Kaiserschnitt ab?), damit Sie im Falle eines Falles nicht völlig unvorbereitet darauf sind.

Wo möchten Sie entbinden?

Eine grundlegende Entscheidung betrifft die Frage, ob Sie Ihr Kind im Krankenhaus in der Entbindungsstation zur Welt bringen möchten, stationär oder ambulant bleiben oder Ihr Kind zu Hause bekommen wollen. Das sollten Sie auch mit Ihrem Partner besprechen, sich aber zusätzlich natürlich von Ihrer Hebamme und dem Frauenarzt beraten lassen.

++ Mehr zum Thema: Krankenhausgeburt ++

++ Mehr zum Thema: Hausgeburt ++

Welche Entbindungsmethoden gibt es?

Für die Entbindung gibt es unterschiedliche Geburtspostionen und Hilfsmittel. Fragen Sie Ihre Hebamme nach den einzelnen Möglichkeiten und lassen Sie sich alles in Ruhe erklären. So können Sie den Weg finden, mit dem Sie sich bei der Geburt Ihres Kindes am wohlsten fühlen.

++ Mehr zum Thema: Geburtsposition ++

++ Mehr zum Thema: Hilfsmittel für die Geburt ++

Kann man auch auf Wunsch per Kaiserschnitt entbinden?

Einige Frauen wünschen sich einen Kaiserschnitt, auch wenn dieser aus medizinischer Sicht nicht notwendig ist. Die Entscheidung dafür muss schon während der Schwangerschaft getroffen werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über diese Möglichkeit, er wird Sie genau über den Ablauf und die jeweiligen Vor- und Nachteile eines Kaiserschnittes informieren und Ihnen dabei helfen, eine Entscheidung zu treffen.

++ Mehr zum Thema: Kaiserschnitt ++

Was können Sie gegen Schmerzen während der Geburt unternehmen?

Wenn Sie Musik hören möchten, nehmen Sie Ihre Lieblingsmusik mit in den Kreißsaal. Untersuchungen haben gezeigt, dass Musik entspannend und beruhigend wirkt.

Sie können sich auch während der Geburt bewegen. Hin- und Herlaufen dämpft bei vielen Frauen die Schmerzen.

Massagen im Lenden- und Rückenbereich können ebenfalls helfen. Sie sollten diese vorher aber mit Ihrem Partner/Begleiter üben.

Vielen Frauen helfen heiße Duschen oder Bäder. Wasser und Wärme entspannen die Muskeln, sie können sich besser entspannen und auf die Wehen konzentrieren. In vielen Entbindungsstationen gibt es deshalb heute Badewannen.

Schmerzmittel stehen auch im Kreißsaal zur Verfügung. Scheuen Sie sich nicht, danach zu fragen. Angefangen von homöopathischen Globuli, über krampflösende Zäpfchen und Spritzen bis hin zur Periduralanästhesie stehen in einem modernen Kreißsaal alle Möglichkeiten offen. Überlegen Sie, was Ihnen am besten helfen könnte und treffen Sie Ihre Wahl.

++ Mehr zum Thema: Schmerzmittel während der Geburt ++

Möchten Sie nach der Geburt das Kind auf den Bauch gelegt bekommen?

Es ist heute üblich, das Kind nach der Geburt auf den Bauch der Mutter zu legen. Dies soll den engen Kontakt zwischen Mutter und Kind aufrechterhalten. Das Baby fühlt sich geborgen, wenn es den gewohnten Herzschlag der Mutter hören kann.

Soll der Vater/Begleiter die Nabelschnur nach der Geburt durchtrennen?

Viele Frauen wünschen das. Es ist ein symbolischer Akt, der Mutter und Kind voneinander trennt und dem Vater/Begleiter eine aktive Teilnahme an der Geburt ermöglicht.

Wollen Sie Ihr Kind stillen?

Wenn Sie ihr Kind stillen möchten, wird man Ihnen helfen, das Kind sofort nach der Geburt an die Brust anzulegen. Ein Säugling kann, wenn er wach ist, mit ein wenig Hilfe selbst vom Bauch zur Brust krabbeln und nach der Brustwarze suchen.

Darf der Vater/Begleiter Fotos oder ein Video von der Geburt machen?

Eine Geburt ist ein großes Ereignis, das Sie vielleicht auf Fotos oder Video festhalten möchten. Sie sollten sich allerdings überlegen, ob Sie sich zu allen Zeitpunkten fotografieren lassen wollen und wie sehr sich Ihr Begleiter damit beschäftigen soll. In erster Linie soll er Ihnen helfen und Sie unterstützen.

Dürfen bei der Geburt in Ausbildung befindliche Personen anwesend sein?

Auf der Entbindungsstation gibt es auch Medizinstudenten, Hebammen und Krankenschwestern, die sich noch in Ausbildung befinden. Überlegen Sie, ob diese Personen während der Geburt dabei sein können oder ob Sie deren Anwesenheit als störend empfinden würden. Bedenken Sie, dass die Teilnahme an Geburten einen wichtigen Teil der Ausbildung darstellt. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme darüber.

Fragen, die Sie sich auch überlegen sollten:

  • Sind immer Kinderärzte oder Narkoseärzte erreichbar, egal zu welchem Wochentag oder zu welcher Tageszeit?
  • Wie viele Hebammen sind in einem Dienst?
  • Wie viele Kreißsäle gibt es?
  • Wird das Stillen unterstützt, wie sieht die Versorgung in der Nacht aus?
  • Gibt es geregelte Besuchszeiten, wie sind diese geregelt?
  • Ist eine Kinderklinik mit Frühgeburtenstation angeschlossen?

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Dr.med. Kerstin Lehermayr

Aktualisiert am:

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