E 339: Natriumphosphat

Von , Wissenschaftsjournalistin
Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

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Der Stoff Natriumphosphat ist ein natürlicher Bestandteil von Mineralwasserquellen. Künstlich hergestellt ist der Abkömmling der Phosphorsäure besonders in der Lebensmittelindustrie von Bedeutung: Natriumphosphat steckt in Sportgetränken ebenso wie in Schmelzkäse. Er ist als E-Nummer 339 auf Verpackungen zu erkennen. Lesen Sie hier, was dieser Zusatzstoff bewirkt, wo er eingesetzt wird und ob er gesundheitlich unbedenklich ist.

Natriumphosphat

Was ist Natriumphosphat?

Natriumphosphat existiert zwar auch in natürlicher Form. Den Lebensmittel-Zusatzstoff, der unter der europäischen Zulassungsnummer E 339 geführt wird, stammt aus künstlicher Herstellung – und zwar indem Phosphorsäure mit Natronlauge neutralisiert wird.

Je nach Anzahl der Natriumatome, die im Molekül gebunden sind, werden drei Varianten unterschieden: Mono-, Di- und Trinatriumphosphat.

Ist Natriumphosphat gesundheitsschädigend?

Zwar steht Natriumphosphat in der Kritik, toxisch und ätzend zu wirken. Jedoch nicht in den sehr geringen Mengen, die bei der Lebensmittelproduktion eingesetzt werden.

Der Zusatzstoff gilt demnach in den zugelassenen Höchstmengen (ADI) von 70 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht als unbedenklich und nicht schädlich. Aber Achtung: Dieser Wert bezieht sich auf die Menge aller aufgenommenen Phosphate!

Nehmen Sie grössere Mengen E 339 zu sich, kann dies laut Studien den Calciumspiegel absinken und den Parathormonspiegel steigen lassen, der den Calciumstoffwechsel reguliert. Dass dieses Ungleichgewicht tatsächlich von dem Zusatzstoff ausgelöst wird, ist wissenschaftlich jedoch nicht belegt. Auch, dass es Aufmerksamkeitsdefizit-und Hyperaktivitätsstörungen bei Kindern begünstigt, ist nicht gesichert.

Ratsam ist es aber dennoch, Natriumphosphat nur in Massen zu konsumieren, da es im Verdacht steht, die Aufnahme von Schwermetallen aus dem Darm zu begünstigen.

Wo wird Natriumphosphat verwendet?

Natriumphosphat ist für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie freigegeben, allerdings gibt es Höchstwerte, die eingehalten werden müssen. Hier einige Beispiele:

Lebensmittel

Gramm pro Liter / Kilogramm

Sportgetränke

0,5

Erfrischungsgetränke (z.B. Cola)

0,7

Milchgetränke

1 bis 1,5 (je nach Fettgehalt)

Kaffeeweisser

2,5

Sahne, Sahneerzeugnisse

5

Milchpulver

30

Natriumphosphat wird als Regulator eingesetzt, um beispielsweise den Säuregrad von Lebensmitteln zu stabilisieren. Da es Calcium-, Eisen-, Magnesium- und Schwermetallionen in festen Komplexen binden kann, verstärkt E 339 zudem die Wirkung von Verdickungs- und Geliermitteln. Dank dieser komplexbildenden Eigenschaften unterstützt der Stoff auch Antioxidantien in ihren Aufgaben.

Da Natriumphosphat Eiweissstrukturen lockern und sie so befähigen kann, Wasser zu binden, ist es ein Hilfsmittel bei der Herstellung von Schmelzkäse. Es kommt aber auch in der Fleischindustrie zum Einsatz, beispielsweise, um die Eigenschaften von Brät zu beeinflussen. Dabei zeigt es Wasserbindungsvermögen und Fettemulgierung.

Als Zusatz in Sportgetränken soll es einer Studie zufolge die Ausdauerleistungsfähigkeit von Sportlern verbessern. Diese Wirkung wird von der European Food Safety Authority (Efsa) allerdings als zu vernachlässigend eingestuft.

Zusammengefasst steckt Natriumphosphat also unter anderem in folgenden Produkten:

  • Erfrischungs- und Sportgetränke
  • Sahne, Sahneprodukte
  • Milchgetränke, Milchpulver
  • Kaffeeweisser
  • Schmelzkäse
  • Fleisch-/Wurstprodukte

E 339 findet sich darüber hinaus als Wasserenthärter in Wasch- und Reinigungsmitteln. Es belastet in dieser Funktion jedoch Seen, Flüsse und Meere stark.

Autoren- & Quelleninformationen

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Datum :
Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Dr. med. Katharina Larisch
Autor:
Carola Felchner
Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

Quellen:
  • Aid Infodienst: Zusatzstoffe nach ihren E-Nummern (Stand: Januar 2015)
  • European Food Safety Authority (Efsa)/Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies: Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to sodium phosphate and increase in endurance performance (ID 318, 2887)
  • Folland J.P. et al.: Sodium phosphate loading improves laboratory cycling time-trial performance in trained cyclists; Journal of Science and Medicine in Sport, September 2011, Band 11, Ausgabe 9, Seiten 464-468
  • Forschungsinstitut für biologischen Landbau: FiBL-Fachdossiers zum Projekt 08OE0514: Alternativen zum Einsatz von Zusatzstoffen in der Verarbeitung von biologischen Lebensmitteln
  • Internetportal zur Lebensmittelsicherheit der Bundesregierung: "Zusatzstoffe in Lebensmitteln", www.bundesregierung.de (letzter Abruf: 15.03.2022)
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