U6-Untersuchung

Von Lena Machetanz, Ärztin
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Die U6-Untersuchung ist die sechste Vorsorgeuntersuchung. Sie erfolgt im Alter von zehn bis zwölf Monaten. Neben einer Untersuchung, bei der vor allem die Beweglichkeit im Vordergrund steht, empfiehlt der Arzt auch wieder einige Impfungen. Lesen Sie hier alles über die U6-Untersuchung, wie sie abläuft und welche Impfungen anstehen.  

U6 Untersuchung

Was ist die U6-Untersuchung?

Die U6-Untersuchung (Einjahresuntersuchung) ist zwischen dem 10. und 12. Lebensmonat vorgesehen. Im Fokus stehen vor allem der allgemeine Gesundheitszustand, Beweglichkeit und Koordination. Gesetzliche und private Krankenkassen übernehmen die Kosten für die U6-Untersuchung.

Was macht man bei der U6-Untersuchung?

Die U6 beginnt mit körperlichen Untersuchungen: Unter anderem bestimmt der Arzt Grösse und Gewicht des Kindes und hört mittels Stethoskop Herz und Lunge ab. Bei Jungen prüft er, ob die Hoden im Hodensack liegen und nicht im Bauch oder Leistenkanal (Hodenhochstand).

Er testet, ob das Kind einem Gegenstand mit dem Blick folgt. Mit einer Lichtquelle (Ophthalmoskop) leuchtet er ihm in die Augen, um eventuelle Sehstörungen festzustellen (Brückner-Test).

Körperbeherrschung und Beweglichkeit

Dann folgen spielerische Übungen, etwa um Fragen zur Körperbeherrschung und Beweglichkeit des Kindes zu beantworten:

  • Krabbelt das Kind schon?
  • Kann es mit ausgestreckten Beinen aufrecht sitzen?
  • Zieht es sich zum Aufstehen an einem Gegenstand hoch?
  • Stützt es sich beim Fallen mit den Armen ab?
  • Dreht es sich flüssig von Rückenlage in Bauchlage und zurück?

Feinmotorik, Sprache, Interaktion

Um die Feinmotorik zu testen, überprüft der Arzt, ob das Kind mit Daumen und Zeigefinger statt mit der ganzen Hand nach einem Gegenstand greift. Das bezeichnet man als Pinzettengriff. Auch, wenn das Kind zwei Würfel aneinander klopfen kann, spricht das für eine gute Feinmotorik.

Der Arzt achtet ferner auf die sprachliche Entwicklung des Kindes. Die meisten Sprösslingen geben in diesem Alter schon Doppelsilben wie “ba-ba” oder “da-da” von sich.

Ausserdem begutachtet der Arzt bei der U6-Untersuchung, wie das Kind mit seiner primären Bezugsperson interagiert. Er achtet zum Beispiel darauf, wie es auf eine kurze Trennung von Mutter oder Vater reagiert.

U6: Impfung

Die vierte und damit letzte Dosis der sogenannten Sechsfachimpfung sowie die dritte Dosis der Pneumokokkenimpfung empfehlen Impfexperten für das Alter von etwa 11 Monaten. Der Arzt impft das Kind also meist direkt bei der U6-Untersuchung.

Ebenfalls ab 11 Monaten empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Immunisierungen gegen Masern, Mumps, Röteln (Kombi-Impfstoff) und gegen Windpocken (Varizellen). Diese beiden Impfungen können am selben Tag oder mit vierwöchigem Abstand verabreicht werden. Kinderärzte geben diese Impfungen üblicherweise auch versetzt zu den weiter oben genannten (Sechsfachimpfung und Pneumokokken).

Im 12. Lebensmonat erfolgt gemäss den offiziellen Empfehlungen dann die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C.

Im Alter von 15 Monaten, also zwischen der U6- und der U7-Untersuchung erhalten Kinder idealerweise die zweite Dosis der Masern-Mumps-Röteln- zusammen mit der Windpocken-Impfung (oft als Kombinationsimpfstoff).

Weitere Empfehlungen

Da die meisten Babys zum Zeitpunkt der U6-Untersuchung schon ihre ersten Milchzähne bekommen, berät der Kinderarzt die Eltern auch zur Zahngesundheit und Mundhygiene. Das Kind sollte zudem langsam beginnen, mit etwas Hilfe aus einer Tasse oder einem Becher zu trinken anstatt aus einem Fläschchen.

Ausserdem klärt der Arzt die Eltern bei der U6-Untersuchung über mögliche Gefahren für das Kind im Alltag auf. Hierzu gibt es meist ein Merkblatt.

Welche Bedeutung hat die U6-Untersuchung?

Die U6-Untersuchung ist die letzte Vorsorgeuntersuchung im Säuglingsalter. Das Kind macht im ersten Lebensjahr grosse Schritte in der Entwicklung. Es ist aber kein Grund zur Beunruhigung, wenn das Baby noch nicht alle Übungen sicher beherrscht. Kinder entwickeln sich in individuellem Tempo, die Tests sind nur Richtwerte. Der Kinderarzt kann die Eltern in der U6-Untersuchung beraten, wie sie die Entwicklung ihres Kindes beobachten und optimal fördern können.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Quellen:
  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V: „U6 – sechste Vorsorge“, unter: www.kinderaerzte-im-netz.de (Abrufdatum: 18.08.2021)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Unfallschwerpunkte im 2. und 3. Lebensjahr, unter: www.kindergesundheit-info.de (Abrufdatum: 18.08.2021)
  • Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Früherkennung von Krankheiten bei Kindern (Kinder-Richtlinie), Stand: Dezember 2020, unter: www.g-ba.de (Abrufdatum: 18.08.2021)
  • Robert Koch Institut (RKI): Impfkalender der Ständigen Impfkommission, in: Epidemiologisches Bulletin 34, 20. August 2020
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