Peak-Flow-Messung

Von Lena Machetanz, Ärztin
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Die Peak-Flow-Messung ist eine einfache Lungenfunktionsprüfung, die Sie selbst zuhause durchführen können. Sie brauchen dafür einen Peak-Flow-Meter - ein handliches Gerät, das die maximale Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft, die Sie beim Ausatmen erzeugen, misst. Lesen Sie hier, wie Sie die Peak-Flow-Messung korrekt durchführen und wie Sie Ihre Werte beurteilen können.

Peak-Flow-Messung: Wie oft ist sie notwendig?

Um bei obstruktiven Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD einen guten Überblick über den Zustand ihrer Bronchien zu erhalten, sollten Patienten mindestens einmal täglich eine Peak-Flow-Messung durchführen. In bestimmten Fällen sind auch häufigere Messungen sinnvoll, und zwar in Situationen, die einen schlechten Einfluss auf die Stabilität der Atemwege haben können (z.B. große körperliche Anstrengung, Atemwegsinfekte, Kontakt mit allergieauslösenden Substanzen bei Asthma). Auch wenn sich die eigene Atemsituation aus unbekannter Ursache spürbar verschlechtert, sollten Betroffene am besten direkt den Peak Flow messen.

Peak-Flow-Messung: So machen Sie es richtig

Damit Sie bei diesem Selbsttest aussagekräftige Werte erhalten, müssen Sie die Messung korrekt durchführen. Achten Sie darauf, dass Sie die Untersuchung immer etwa zur gleichen Tageszeit durchführen – in der Regel mit einem kleinen zeitlichen Abstand zur Einnahme Ihres bronchienerweiternden Medikaments. So führen Sie die Messung richtig durch:

  • Stellen Sie zuerst den Zeiger am Peak-Flow-Meter auf Null.
  • Stellen Sie sich aufrecht hin, halten Sie das Gerät waagrecht vor Ihren Mund und atmen Sie einmal aus und dann tief wieder ein.
  • Nachdem Sie die eingeatmete Luft einen kurzen Moment angehalten haben, umschließen Sie das Mundstück fest mit den Lippen.
  • Atmen Sie nun mit aller Kraft schnell in einem kurzen Atemstoß durch das Messgerät aus. Achten Sie dabei darauf, dass keine Luft seitlich am Mundstück entweicht!

Ihr Atemstoß verschiebt den Zeiger des Messgeräts (oder die digitale Anzeige) auf den Wert der maximalen Strömungsgeschwindigkeit. Daraus können Sie im Vergleich mit früheren Messungen Informationen über die Weite Ihrer Atemwege ableiten. Um individuelle Schwankungen auszugleichen, sollten Sie die Messung dreimal hintereinander durchführen. Gültigkeit hat der höchste gemessene Wert. Diesen tragen Sie in Ihr Peak-Flow-Protokoll (siehe unten: Dokumentation) ein.

Peak-Flow-Meter: Normalwerte

Wie alle Atemfunktionswerte unterscheiden sich je nach Patient auch die Peak-Flow-Normwerte. Erwachsene haben zum Beispiel einen anderen Normbereich als Kinder, da die Werte unter anderem von der Körpergröße abhängen. Andere Einflussgrößen sind das Alter und Geschlecht des Patienten. Welche Werte Sie erreichen können (und sollten), hängt zudem von der zugrundeliegenden Erkrankung ab: Menschen mit einer ausgeprägten Asthmaerkrankung erreichen beispielsweise auch bei einer guten medikamentösen Behandlung meistens geringere Werte als lungengesunde Gleichaltrige.

Damit Sie Ihre Peak-Flow-Normalwerte nicht extra ausrechnen müssen, gibt es eine entsprechende Peak-Flow-Tabelle. Die für Sie passende Tabelle können Sie von Ihrem Arzt bekommen oder im Internet finden.

Peak-Flow-Messung: Was bedeuten die gemessenen Werte?

Grundsätzlich gilt: Wenn Ihre Peak-Flow-Werte über längere Zeit auf dem Niveau bleiben, das Sie mit Ihrem Arzt besprochen haben oder wenn sie ansteigen, müssen Sie an Ihrer Therapie nichts verändern. Die Ihnen verabreichten Medikamente wirken gut und halten Ihre Bronchien offen. Setzen Sie die Medikamente auf keinen Fall ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab und reduzieren Sie auch nicht die verordnete Dosis, nur weil Sie vielleicht weniger oder keine Beschwerden mehr haben!

Sinken die Peak-Flow-Werte hingegen im zeitlichen Verlauf, deutet das auf eine Verengung der Atemwege hin. In diesem Fall ist Ihre bisherige Therapie offenbar nicht ausreichend. Sprechen Sie dann möglichst bald mit Ihrem Arzt über eine Anpassung der Medikation.

Genauere Auswertungsmöglichkeiten der Peak-Flow-Messung können Patienten in Asthmaschulungen erlernen, zum Beispiel das verbreitete Ampelsystem.

Peak-Flow-Messung: Dokumentation

Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma sollten ihre Peak-Flow-Meter-Werte, ihre Beschwerden und wichtige Ereignisse wie Stress oder Krankheiten regelmäßig in ein Asthmatagebuch eintragen. Diese Aufzeichnungen sollten sie bei Arztbesuchen vorlegen. Das erleichtert es dem Arzt, den Grund für mögliche Veränderungen der Lungenfunktion herauszufinden, und hilft ihm, den Therapieerfolg schnell zu überprüfen.

In Ihrem Peak-Flow-Protokoll sollten Sie auch vermerken, welche Medikamente (nicht nur jene für Ihre Atemwegserkrankung!) Sie vor der Peak-Flow-Messung eingenommen haben, da diese den Zustand Ihrer Bronchien beeinflussen können. 

Autoren- & Quelleninformationen

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Datum :
Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Dr. med. Katharina Larisch
Quellen:
  • Deutsche Lungenstiftung & Verband Pneumologischer Kliniken: "Peak-Flow-Protokoll & Asthma-Tagebuch", unter: www.lungenaerzte-im-netz.de (Abruf: 01.06.2021)
  • Griese, M. & Nicolai, T.: Praktische Pneumologie in der Pädiatrie. Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2010
  • Informationsblatt der Deutschen Atemwegslige e.V.: "Peak-Flow-Messung" (Stand: 2017)
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