Leberbiopsie

Von Lena Machetanz, Ärztin
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Bei einer Leberbiopsie entnimmt der Arzt durch die Bauchhaut mit einer Hohlnadel eine Gewebeprobe aus der Leber. Das Verfahren wird insbesondere zur Diagnose und Verlaufskontrolle chronischer Leberkrankheiten wie Hepatitis oder bei Leberschädigungen durch Alkohol und Krebserkrankungen angewendet. Lesen Sie hier, wie die Leberbiopsie abläuft und was Sie danach beachten sollten.

Leberbiopsie

Wie läuft die Leberbiopsie ab?

Vor der Leberbiopsie verabreicht der Arzt Ihnen - falls gewünscht - ein leichtes Beruhigungsmittel. Dann desinfiziert er sorgfältig die Bauchhaut und spritzt ein örtliches Betäubungsmittel, da die Leberbiopsie schmerzhaft sein kann. Mittels Ultraschall wird die Einstichstelle (Punktionsstelle) festgelegt. Sie müssen nun ausatmen und dann für die Punktion die Luft anhalten, wodurch die Leber vom Zwerchfell nach unten gedrückt wird.

Nun schiebt der Arzt eine etwa ein bis zwei Millimeter dicke Hohlnadel zwischen zwei Rippenbögen hindurch bis in die Leber hinein und entnimmt einen kleinen Gewebezylinder. Dann zieht er die Hohlnadel sofort wieder aus der Leber zurück. Die Punktion dauert also höchstens eine Sekunde.

In manchen Fällen wird eine Gewebeprobe der Leber auch laparoskopisch – über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) –  entnommen.

Welche Risiken birgt die Leberbiopsie?

Die Leberbiopsie ist ein relativ sicheres Verfahren. Blutungen während oder nach dem Eingriff sind die häufigsten Komplikationen dieser Biopsie - Lebergewebe ist nämlich sehr gut durchblutet. Nach dem Eingriff kann es zur Bildung grösserer Blutergüsse in der Leber kommen, die gegebenenfalls operativ entfernt werden müssen.

Patienten, die eine schwere Blutgerinnungsstörung haben, dürfen nicht biopsiert werden!

Selten kommt es durch die Leberbiopsie zu einer Bauchfellentzündung (Peritonitis), einer Infektion oder einer Verletzung benachbarter Organe wie etwa der Lunge oder Gallenblase. Bei einer Durchstechung der Lunge kann sich Luft oder Blut in der Brusthöhle ansammeln, was als Pneumothorax oder Hämatothorax bezeichnet wird und rasch behandelt werden muss. Dabei sinken nämlich die Lungenflügel zusammen, was die Atmung bzw. den Gasaustausch beeinträchtigt.

Was muss ich nach der Leberbiopsie beachten?

Die meisten Komplikationen treten in den ersten 24 Stunden nach der Biopsie auf. Deshalb sollten Sie bis zum nächsten Morgen zur Überwachung in der Klinik bleiben. Dabei werden regelmässig Puls und Blutdruck gemessen, um eine Nachblutung aus dem Stichkanal rechtzeitg feststellen und behandeln zu können. Eine Bettruhe von sechs bis acht Stunden ist nach einer Leberbiopsie empfehlenswert. 

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Dr. med. Peter Borlinghaus
Quellen:
  • S2k-Leitlinie "Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen" der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten et al. (Stand: Januar 2015; zur Zeit in Überarbeitung)
  • Tannapfel, A. et al.: "Indikationen zur Leberbiopsie" in: Deutsches Ärzteblatt, 27-28/2012
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