Biopsie: Brust

Von Lena Machetanz, Ärztin
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Die Biopsie der Brust – also die Entnahme einer Gewebeprobe aus der Brust – dient dazu, den Verdacht auf Brustkrebs abzuklären. Mögliche Verfahren sind in diesem Fall die Vakuumbiopsie und die Stanzbiopsie. Dabei wird Brust- und gegebenenfalls Lymphknotengewebe entnommen, um es anschliessend in einem Labor auf Krebszellen hin untersuchen zu lassen. Lesen Sie hier mehr über die Biopsie der Brust und was Sie nach der Gewebeentnahme beachten müssen.

Biopsie_Brust

Ablauf der Stanzbiopsie und Vakuumbiopsie

Die Brust und umgebende Regionen werden zunächst desinfiziert und örtlich betäubt. Bei der Stanzbiopsie nutzt der Arzt ein Ultraschall- oder Röntgengerät für die Sichtkontrolle und schiebt dabei eine feine Führungskanüle durch die Haut in den verdächtigen Brustbereich.

Mit einer speziellen Biopsie-Pistole schiesst er über die Führungskanüle eine Biopsienadel in das Gewebe und stanzt so mehrere kleine Gewebezylinder heraus.

Bei der Vakuumbiopsie lässt sich mehr Gewebe entnehmen. Im Rahmen einer Röntgen- oder MRT-Untersuchung lokalisiert der Arzt die verdächtige Gewebeveränderung. Ein Computer wertet die Bilder aus, berechnet exakt den Einstichwinkel und die Einstichtiefe der Biopsienadel und schiesst sie mit Druck in das Gewebe.

Anschliessend werden die ausgeschnittenen Gewebezylinder durch ein Vakuum aus der Hohlnadel gesaugt.

Markierung bei sehr kleinen Veränderungen

Wenn die Veränderung sehr klein ist und durch die Biopsie nahezu komplett entfernt wird, kann ein kleiner Clip oder Markierungsdraht an der Entnahmestelle eingelegt werden.

Sollte der Befund der Biopsie Brustkrebs ergeben, kann der Chirurg bei einer anschliessenden Operation die Stelle genau lokalisieren.

Was muss ich nach einer Biopsie der Brust beachten?

Nach der Untersuchung kann es zu leichten Blutungen oder Blutergüssen kommen. Im Normalfall klingen diese innerhalb von wenigen Tagen ab.

Die Wunde, die durch den Stichkanal entsteht, muss nicht vernäht werden – sie heilt in der Regel von selbst ab. Da die bei der Vakuumbiopsie genutzte Nadel etwas dicker ist als bei der Stanzbiopsie, kann eine kleine Narbe auf der Brust verbleiben.

Die Brust ist in den ersten Tagen nach der Biopsie etwas druckempfindlich, besonders am Stichkanal selbst. Die Schmerzen lassen aber mit fortschreitender Wundheilung rasch nach.

Zu Infektionen des Stichkanals kommt es nur selten. Achten Sie beim Waschen darauf, dass die Wunde nicht nass wird und nicht mit Seife oder Shampoo in Kontakt kommt.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Quellen:
  • Fehm, T. (Hrsg.) et al.: Checkliste Gynäkologie, Thieme Verlag, 1. Auflage, 2022
  • S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms (Stand: Juni 2021), unter: www.register.awmf.org (Abrufdatum: 14.04.2024)
  • Schumpelick, V. (Hrsg.) et al.: Kurzlehrbuch Chirurgie, Thieme Verlag, 8. Verlag, 2010
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