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Antidepressivum hemmt SARS-CoV-2

Coronatherapie, Antidepressiva,  SARS-CoV-2
Ein Wirkstoff zur Behandlung von Depressionen könnte sich auch zur Behandlung von COVID-19 eignen. (wildpixel / iStockphoto)

Eine neue Studie der Universität Würzburg lässt aufhorchen: Antidepressiva könnten in der Behandlung von COVID-19 verwendet werden. Die Untersuchungen zeigen, dass ein altbekannter Wirkstoff die Vermehrung der Viren hemmt.

Eine Studie von Virologen und Chemikern der Julius-Maximilians-Universität Würzburg zeigt, dass Fluoxetin – ein seit vier Jahrzehnten gegen Depressionen eingesetzter Wirkstoff – die Vermehrung der Viren vom Typ SARS-CoV-2 deutlich hemmt. Nach Ansicht der Forscher bietet es sich deshalb vor allem zur frühen Behandlung von infizierten Patienten an, die einer der bekannten Risikogruppen angehören. 

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Ein Wettlauf gegen die Zeit

Wissenschafter und Ärzte sind weltweit auf der Suche nach passenden Therapien für COVID-19-Patienten. Bisher zeigte vor allem dem Wirkstoff Remdesivir Erfolge bei der Behandlung.

Die Entwicklung neuer Medikamente ist zeitintensiv,  denn vor der Zulassung müssen die klinischen Studien mehrere Stufen durchlaufen. Genau diese Zeit fehlt in der Coronakrise aber.  Die Forscher haben sich daher auf bereits zugelassene Medikamente konzentriert und untersucht, ob diese sich auch als wirksam gegen SARS-CoV-2 herausstellen. 

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Erste Erfolge im Labor mit Flouxetin

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), die sich in der Therapie von Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen bewährt haben, standen im Mittelpunkt der Forschung. Menschliche Zellen wurden mit dem Wirstoff in Kontakt gebracht  und anschließend mit SARS-CoV-2 infiziert. Das Ergebnis der Untersuchung lässt hoffen: Der Wirkstoff Fluoxetin hemmt das Coronavirus bereits in einer sehr geringen Konzentration. 

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Wie wirkt Flouxetin auf das SARS-CoV-2 Virus?

Flouxetin hindert das SARS-CoV-2-Virus daran, bestimmte Partikel zu bilden, die es zur eigenen Vermehrung in der menschlichen Zelle braucht. In Versuchen mit anderen Viren, zum Beispiel dem Tollwutvirus, wurde dieser Effekt nicht festgestellt. Es spricht also alles dafür, dass Fluoxetin virusspezifisch wirkt. Bislang wurde dieser Effekt aber nur im Labor und noch nicht direkt am Patienten erforscht. 

Ein großer Bonus von Flouxetin: Er ist bereits sehr gut erforscht, das Patent abgelaufen – die Herstellung wäre somit verhältnismäßig günstig.

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Quellen

"The serotonin reuptake inhibitor Fluoxetine inhibits SARS-CoV-2."  June  2020. https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.06.14.150490v1 (Letzter Zugriff am 18.6.2020)

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