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Wann wird alles wieder «normal»? 3 mögliche Corona-Szenarien

Schweiz Corona Zukunft
Wissenschafter haben sich damit beschäftigt, wie sich die Corona-Massnahmen auf drei mögliche Zukunftsszenarien auswirken. (wildpixel / iStockphoto)

Forscher haben drei Szenarien erstellt, wie sich die Ausbreitung des Coronavirus unter Einhaltung unterschiedlicher Massnahmen weiterentwickeln könnte.

 

Forscher der TU Wien und des TU Spinoffs dwh haben mit Hilfe von Simulationsrechnungen versucht zu klären, wie sich die Anzahl der Erkrankungen an COVID-19 in Zukunft verändern wird. Dies wurde mit Hilfe einer sogenannten Agenten-basierten Simulation gemacht, für welche alle Menschen und deren soziale Interaktionen in einem bestimmten Gebiet simuliert werden.

Noch strengere Massnahmen würden nichts bringen

Die Ergebnisse der Forscher sind eindeutig: Auf der einen Seite wären weitere, noch strengere Massnahmen zur Beschränkung der sozialen Kontakte nicht sinnvoll. Daraus würde sich keine große Änderung der Anzahl der betroffenen Personen ergeben.

Auf der anderen Seite raten die Forscher aber auch klar von einer Rückkehr zu einem pre-Corona Status, also ohne Einschränkung der sozialen Kontakte, ab. Das Coronavirus würde sich rasch wieder ausbreiten und die bisherigen Massnahmen wären umsonst gewesen.

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Langsam zum Normalzustand zurückkehren: 3 Szenarien

Die Forscher schlagen stattdessen eine graduelle Rückkehr zum Normalzustand vor. Hierzu rechnen sie den Verlauf der Fallzahlen für drei verschieden Szenarien durch.

  • Szenario 1: Im ersten Szenario werden die bisherigen Massnahmen beibehalten. Dies entspricht einer Schliessung aller Schulen und etwa jeder vierten Firma, sowie einer Reduktion der sozialen Kontakte im privaten Bereich um die Hälfte. In diesem Fall würden die Fallzahlen über den Sommer kontinuierlich zurückgehen. 
  • Szenario 2: Ein Rückgang ergibt sich auch im zweiten Szenario, bei dem nach Ostern wieder alle Firmen öffnen. Schulen bleiben aber auch in diesem Szenario geschlossen. Das Gesundheitssystem käme in diesem Modell nicht an seine Belastungsgrenzen.
  • Szenario 3: Im dritten Szenario werden zusätzlich zur Öffnung aller Firmen ab Ostern auch alle Schulen Anfang Mai geöffnet. Dies hätte einen Anstieg der Krankheitsfälle zur Folge, welche die Fallzahl der derzeitigen ersten Welle übersteigen würde, so die Forscher. 

Social Distancing ist Pflicht

Die Kontaktzahl in der Freizeit bleibt in allen drei Szenarien auf 50% beschränkt. Die Forscher empfehlen, die Massnahmen in den kommenden Monaten schrittweise zurückzunehmen und die sich dadurch ergebenden Veränderungen in den Fallzahlen zu evaluieren und in das Modell einfliessen zu lassen. Bei Beibehaltung der derzeitigen Massnahmen wäre aber die Maximalzahl an gleichzeitig Erkrankten um den 10. April erreicht und der Kollaps des Gesundheitssystems wäre abgewendet.

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