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Wie funktionieren Selbsttests für Schüler?

Corona-Selbsttest in Schulen
Selbsttests für Schüler sind einfach durchzuführen, schmerzlos und kostenlos. (Halfpoint / iStockphoto)

Selbsttests für Schüler und Lehrer sollen ab dem geplanten Schulstart am 08./15. Februar 2021 dazu beitragen, den Präsenzunterricht weiterhin aufrechtzuerhalten. Aber wie funktionieren diese Wohnzimmertests? Wer wird wann wie getestet? Lesen Sie hier alle Fakten zu den neuen "Anterionasaltests".

Trotz bestehender Verordnungen zu umfassenden Einschränkungen betreffend Bildung, Kultur, Handel, Gastronomie und Hotellerie ist es in den letzten Wochen (dritter Lockdown) nicht zur erwarteten Reduktion der Infektionszahlen mit SARS-CoV-2 gekommen. So sind die Fallzahlen insbesondere in den Bundesländern sehr unterschiedlich und zum Teil sehr hoch. 

Ob die für 08. /15. Februar geplanten Schulöffnungen tatsächlich halten, ist daher aus heutiger Sicht noch nicht sicher, ein fixes Datum für die Schulöffnung soll in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden: Wenn geöffnet wird, werden alle Klassen  auch die Oberstufen – an die Schulen zurückkehren, so Bildungsminister Heinz Faßmann. 

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Fünf Millionen Schnelltests für Schüler

Anlässlich der geplanten Schulöffnungen Mitte Jänner hat Minister Faßmann am Samstag, 09.01.2021, im Rahmen einer Pressekonferenz ein neues Konzept vorgestellt: Um die Schulen längerfristig offen halten zu können und über die schwierige Phase bis zur Durchimpfung zu kommen, sollen freiwillige und kostenlose Corona-Schnelltests an Schulen durchgeführt werden.

  • Neu daran ist nicht nur die "Selbsttestung",
  • sondern auch die neu entwickelte Art der Durchführung.: Im Gegensatz zu den herkömmlichen Nasen- und Rachenabstrichen, bei denen das Stäbchen tief in Rachen oder Nase einführt werden muss, handelt es sich bei den "neuen" Tests um sogenannte "Anterionasaltests": Hier ist es ausreichend, das Stäbchen mit Tupfer in den vorderen Bereich der Nase (maximal zwei Zentimeter tief) einzuführen. (Anm.: "anterior" ist eine anatomische Lagebezeichnung und bedeutet "weiter vorne gelegen")

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"Montag ist Testtag"

Die Coronatests sollen zunächst wöchentlich durchgeführt werden, beginnend mit Montag, 1

08./15. Februar 2021. Bis zum ersten Tag des geplanten Präsenzunterrichts sollen alle Schulen die Testkits für Schüler und Lehrer erhalten. Sollten sich die Coronatestungen als praktikabel erweisen, so könnten sie im weiteren Verlauf zusätzlich auch am Donnerstag durchgeführt werden. Bis dato wurden vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung fünf Millionen dieser Testskits bestellt

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Was beinhaltet ein Testkit?

  • Testkarte
  • Stäbchen mit Tupfer
  • Testlösung

Hier geht´s zur Anleitung für den Antigen-Selbsttest

Die Tests sind

  • freiwillig für Kinder unter 14 Jahren
  • kostenlos
  • einfach und schmerzlos in der Durchführung
  • ungefährlich (keine Verletzungsgefahr im Bereich der Nase)
  • schnell (Ergebnis in 15 Minuten)
  • laut dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung so "einfach wie Nasenbohren"
  • ähnlich sensitiv wie Antigentests (Anm.: Die Sensitivität gibt an zu wie viel Prozent ein Test bei tatsächlich Kranken die Krankheit auch erkennt.)
  • nicht so valide wie PCR-Tests (Anm.: Die Validität ist ein Maß dafür, ob die bei der Messung erzeugten Daten wie beabsichtigt die zu messende Größe repräsentieren.)

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Wie wird getestet?

Volksschulkinder

An Volksschulen werden die Testkits mit nach Hause gegeben, die Tests sollen von den Eltern/Erziehungsberechtigen durchgeführt werden. Im Falle eines positiven Ergebnisses ist  die Gesundheitsbehörde zu informieren.

Unterstufenschüler

In der Unterstufe wird der Test mit Einverständnis der Eltern in der Schule unter Aufsicht durchgeführt, ab der zweiten Wochen kann der Test auch zu Hause durchgeführt werden.

Oberstufenschüler

Bei Oberstufenschülern ist keine Einverständniserklärung der Eltern/Erziehungsberechtigten notwendig. 

Hier geht´s zur Videoanleitung zur Durchführung des Selbsttests für Schüler

Infektionen an Schulen nicht gänzlich ausgeschlossen

Trotz dieser "Wohnzimmertests", könnten Infektionen in der Schule aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, so Faßmann. Daher bleibt der Mund- und Nasenschutz bei Unter- und Oberstufenschülern noch länger erhalten. Zudem hoffe er auf eine rege Beteiligung der Pädagogen bei den Testungen. Ab Februar/März hätten die Lehrer außerdem die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. 

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Stellungnahme der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde 

Auch die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) spricht sich für die geplanten Schulöffnungen am 25.01.2021 aus und hält einen längerfristigen Distanzunterricht für "unverhältnismäßig". Im Sinne der Nutzen-Risiko-Abwägung wird daher eine Verlängerung der Schulschließung bzw. des Distanzunterrichts nicht empfohlen.

Berichte aus den ersten Monaten der Pandemie zeigen, dass es ohne entsprechende Maßnahmen durchaus zu relevanten Ausbrüchen in Schulen kommen kann, Übertragungen innerhalb der Bildungseinrichtungen aber unter Einhaltung entsprechender Maßnahmen nur in sehr geringem Ausmaß beobachtet wurden. 

Empfohlen wird weiterhin:

  • Keine Durchmischung zwischen den Klassen
  • Abstandhalten
  • Maske tragen
  • Lüften

Die nun geplanten "Selbsttests für Schüler" könnten einen Beitrag dazu leisten, Kindern und Jugendlichen – bis zur Durchimpfung der österreichischen Bevölkerung – eine Rückkehr zum normalen Schulalltag zu gewähren. 

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Aktualisiert am:
Quellen

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, https://www.bmbwf.gv.at/ (letzter Zugriff am 14.01.2021)

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