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Risikogruppen: Wer zeigt eher einen schweren Verlauf von COVID-19?

Risikogruppe Corona
Menschen mit gewissen Vorerkrankungen sowie ältere Personen sind gefährdeter am Coronavirus zu erkranken. (FG Trade / iStockphoto)

Das Coronavirus kann je nach immunologischer Ausgangslage eines Menschen zu unterschiedlich starken Symptomen führen. Diese Risikogruppen sind besonders gefährdet an COVID-19 mit schwerem Verlauf zu erkranken.

Kurzfassung:

  •  80% aller Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) verlaufen symptomfrei.
  • Diejenigen ohne Beschwerden befinden sich häufig in der Altersgruppe zwischen 20 und 29 Jahren. 
  • Sie sind besonders angehalten, die Hygiene- und Isolationsmaßnahmen einzuhalten, da sie gefährdete Personen anstecken können, ohne aber selbst Krankheitsanzeichen zu zeigen.
  • Zur Risikogruppe für COVID-19 zählen ältere Menschen, Diabetiker, Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Lungenerkrankungen.
  • Diese Risikogruppen sind besonders auf die Einhaltung aller sie schützenden Maßnahmen angewiesen.

Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen und einem gewissen Lebensalter sind gefährdeter für einen komplizierten Verlauf von COVID-19. Das zeigt nicht nur die Erfahrung, sondern ist mittlerweile auch durch Studien belegt. 

+++ Mehr zum Thema: Corona: Wann gilt man als genesen? +++

In folgender Tabelle finden Sie eine Übersicht zu den Corona-Risikogruppen:

Risiko Hintergrund Verhalten Tipp
Alter Schon ab 40 steigt das Risiko für komplizierte Verläufe (0,2%); bei den 80-Jährigen steigt die Wahrscheinlichkeit dafür auf bis zu 14,5%. Grund: das Immunsystem wird im Alter schwächer; oft fehlen Kraftreserven Bei entsprechendem Alter besonders streng auf Maßnahmen der Selbstisolation achten, vor allem bei Vorerkrankungen An die Angehörigen von Älteren: Schützen Sie die Älteren in Ihrem Umfeld und halten Sie sich z.B. an die strengen Besuchsvorschriften in Seniorenheimen. Machen Sie keine "Experimente", Besuche sollten nun dringend aufgeschoben werden.
Herz-Kreislauf-Erkrankung Jede Schwächung des Organismus, z.B. durch KHK, macht anfälliger für Infektionskrankheiten, so auch für COVID-19; das schließt auch junge Patienten mit ein; Infektionen belasten das Herz: es kann eher zu einer Lungenentzündung mit Atemnot kommen, das führt zu Sauerstoffmangel im Blut, den das Herz durch vermehrte Pumpleistung ausgleichen muss Sorgfältiges Verhalten in Bezug auf Hygiene (mind. 20 Sekunden Händewaschen) und Abstand zu anderen (am besten 2 Meter); ruhig bleiben und versuchen, Panik zu vermeiden, da diese eine bestehende Herzkrankheit verschlimmern kann Achtung, dass Personen des gemeinsamen Haushalts das Virus nicht in das Zuhause einschleppen; sie sollten ebenso sehr gründlich in der Hygiene vorgehen und so wenige Menschen sehen wie möglich; Patienten, die Herzmedikamente einnehmen, sollten die Einnahme auf keinen Fall ohne ärztliche Absprache abbrechen
hoher Blutdruck Hohe Blutdruckwerte sind weit verbreitet, warum sie anfälliger für einen schweren COVID-19-Verlauf machen, ist nicht eindeutig geklärt; oft sind die Blutgefäße bei Betroffenen geschädigt, Bluthochdruck begünstigt Herzschwäche, was wiederum für Komplikationen bei einer Infektion sorgen kann Achten Sie bei bekannter Hypertonie auf eine richtige Einstellung Ihrer Werte, nehmen Sie die Medikamente wie verordnet ein; bei Unsicherheiten kontaktieren Sie Ihren Arzt (telefonisch) Setzen Sie niemals eigenmächtig Ihre blutdrucksenkenden Medikamente ab; mediale Berichte zu möglichen Schäden durch solche Arzneimittel bzw. eine erhöhte Anfälligkeit für das Coronavirus gelten nicht als wissenschaftlich gesichert
Diabetes Diabetes gilt vor allem als Faktor für ein höheres Risiko eines schweren Verlaufs, wenn bereits Folgen davon wie Herz-, Nieren- oder Leberschäden vorliegen; ist der Blutzucker gut eingestellt und liegen sonst keine Grunderkrankungen oder Organschäden vor, dürfte das Risiko nicht erhöht sein Bei Diabetes und bekannten Folge- bzw. Begleiterkrankungen halten Sie sich besonders streng an die vorbeugenden Maßnahmen (Hygiene, Selbstisolation) Sind Ihre Blutzuckerwerte nicht im optimalen Bereich, sollten Sie Ihren Arzt telefonisch kontaktieren, um zu besprechen, wie die Werte optimiert werden können; halten Sie sich an die weiteren Vorgaben des Arztes
Asthma und COPD Atemwegserkrankungen wie Asthma, Sarkoidose, Lungenfibrose oder COPD ("Raucherhusten") erhöhen das Risiko für schwere Verläufe einer SARS-CoV-2-Infektion; das liegt an der geschwächten Barrierefunktion der Atemwege; Viren können leichter in die Atemwege gelangen und z.B. eine Lungenentzündung verursachen Wie bei allen anderen Vorerkrankungen sollten Betroffene sich besonders streng an die Hygienemaßnahmen und Ausgangsbeschränkungen halten sowie den Kontakt zu Personen außerhalb des Haushalts stark reduzieren Setzen Sie Ihre kortisonhaltigen Medikamente nicht eigenmächtig ab; dass die Arzneimittel das Risiko für COVID-19 bzw. einen schweren Verlauf davon erhöhen, ist wissenschaftlich nicht gesichert; das Absetzen kann z.B. ein bestehendes Asthma stark verschlechtern, was das Risiko für einen Spitalsaufenthalt und somit für Kontakt zu SARS-CoV-2-Infizierten erst recht erhöht
Krebs Das Immunsystem von Krebspatienten ist häufig geschwächt, sie sind daher anfälliger für Infektionskrankheiten, so auch für COVID-19; die Abwehr ist besonders bei Krebsarten wie Leukämie und Lymphomen bzw. durch eine Chemotherapie herabgesetzt Eine Krebstherapie sollte der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) zur Folge dennoch nicht ohne dringlichen Grund abgebrochen oder verschoben werden Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Krebspatient sind und sich gerade in Behandlung befinden; Hygiene- und andere aktuelle Vorsichtsmaßnahmen sollten jedenfalls besonders streng befolgt werden
geschwächtes Immunsystem Ob angeborene oder erworbene Immunschwäche (z.B. durch HIV); eine geschwächte Abwehrfunktion des Körpers gilt stets als Risikofaktor für eine Infektion Bei bekannter Immunschwäche sollten Betroffene besondere Vorsicht walten lassen, strenges Social Distancing einhalten sowie konsequent Händewaschen und desinfizieren; sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie aufgrund Ihrer individuellen Lage verunsichert sind Auch wenn keine krankhafte Immunschwäche vorliegt, kann eine Stärkung des Immunsystems für jeden Menschen von Vorteil sein, um die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit dem Coronavirus zu reduzieren; wie Sie Ihre Abwehrkräfte unterstützen können, lesen Sie hier
bestimmte Medikamente Manche Arzneimittel unterdrücken das Immunsystem, sogenannte Immunsuppressiva (z.B. Kortison); Patienten mit Autoimmunerkrankungen oder nach einer Organtransplantation müssen solche Medikamente oft lange Zeit einnehmen Wie stark die Immunabwehr herabgesetzt ist, hängt von der jeweiligen Dosierung und dem Wirkstoff ab; setzen Sie die vom Arzt verordneten Medikamente keinesfalls eigenmächtig ab, da das die Grunderkrankung stark verschlechtern kann Schützen Sie sich vor einer potenziellen Ansteckung mit dem Coronavirus durch entsprechende hygienische Maßnahmen, halten Sie Abstand zu anderen und bleiben Sie so oft es geht zuhause
Leber- und Nierenkrankheiten Auch Personen mit Nierenschäden, Krankheiten wie Hepatitis oder Leberzirrhose gelten als gefährdeter für einen schweren Verlauf von COVID-19; bei manchen Infizierten erhöhen sich die Leberwerte, was per se nicht ungewöhnlich und auch für Menschen mit genannten Krankheiten nicht zwingend gefährlich sein muss Ob Patienten mit Nieren- oder Leberproblemen schwerer an COVID-19 erkranken oder eher daran sterben, ist wissenschaftlich nicht erwiesen; Daten dazu fehlen noch Zwar ist der wissenschaftliche Beweis für eine höhere Gefährdung noch ausständig, trotzdem sollten Sie sich als Betroffener streng an die Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 halten

Sollte bei Ihnen eine Erkrankung vorliegen, die Sie zu einem Risikopatienten für einen schweren Verlauf macht (z.B. Krebs, Atemwegserkrankungen, etc.), so sieht die Regierung für Sie im Moment Arbeiten von zuhause aus oder – wenn das nicht möglich ist – eine verpflichtende Freistellung vor. Informieren Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber zu Ihrem individuellen Fall und sprechen Sie außerdem mit Ihrem behandelnden Arzt.

+++ Mehr zum Thema: Risikogruppe wegen Schilddrüsenproblemen? +++

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Autoren:

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Aktualisiert am:
Quellen

Deutsche Diabetesgesellschaft, https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/ueber-uns/update-coronacovid-19.html (zuletzt aufgerufen am 27.03.2020)

RKI: Informationen und Hilfestellungen für Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html (zuletzt aufgerufen am 27.03.2020) 

Österreichische Gesellschaft für Hypertensiologie. https://www.hochdruckliga.at/ (zuletzt aufgerufen am 01.04.2020)

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