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Ist Massentierhaltung schuld am Coronavirus?

Massentierhaltung, Schweine
Die Massentierhaltung steht für viele unter Verdacht, an der Ausbreitung von SARS-CoV-2 beteiligt zu sein. Beweise dafür fehlen bislang. (chayakorn lotongkum / iStockphoto)

Tierschutzorganisationen machen die kommerzielle Nutztierhaltung mitverantwortlich für die Corona-Epidemie. Virologen sprechen aber von einem nicht wissenschaftlich erwiesenen Zusammenhang.

"Verdreckte Ställe, in denen Tiere dicht zusammengepfercht ausharren müssen, Schlachthäuser und Fleischmärkte sind für Menschen auf der ganzen Welt eine gesundheitliche Bedrohung", sagt Harald Ullmann, zweiter Vorsitzender der Peta Deutschland gegenüber des Online-Mediums taz.de. Die gehaltenen Tiere seien eine wahre Brutstätte für tödliche Krankheiten wie das Coronavirus, SARS, die Vogelgrippe, etc.

Vermutungen zufolge geht die Verbreitung des Coronavirus von verunreinigtem Fledermausfleisch auf einem Markt in Wuhan aus. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung ist jedoch der Ansicht, dass "eine Übertragung des Erregers über Lebensmittel auf den Menschen ist nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand unwahrscheinlich" ist. Wissenschafter arbeiten intensiv an der Ausforschung des wahren Auslöser.

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Zusammenhang zu Fleisch aus Massentierhaltung unwahrscheinlich

Laut Experten ist es eher weit hergeholt, dass die Massentierhaltung schuld an dem Ausbruch der Corona-Krise sei. Das betonte auch Tropen- und Reisemediziner Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch kürzlich in einem Interview mit netdoktor.at: "Bei dem, was wir bisher über Betacoronaviren wissen, spielt die Massentierhaltung keine Rolle. Es ist einfach die Tatsache, dass mit bestimmten Tierarten ein enger Kontakt gepflegt wird. Das sind die Fledermäuse in China, weil sie als Delikatesse gelten und die Kamele in Saudi-Arabien, die als Nutztiere gehalten werden. Das hat mit Massentierhaltung nichts zu tun."

+++ Das ganze Interview mit Prof. Kollaritsch lesen Sie hier +++

Fleischindustrie birgt ganz andere Probleme

Auch wenn die Ausbreitung von SARS-CoV-2 nicht direkt mit der Massentierhaltung zu verknüpfen ist, hat sie neben den schlechten Haltebedingungen für die Tiere noch andere Nachteile:

  • Sie verschmutzt Böden und Trinkwasser.
  • Der massenhafte Einsatz von Antibiotika in der Viehhaltung trägt zur Bildung von Antibiotika-Resistenzen bei: Lebensrettende Medikamente können so ihre Wirkung verlieren.
  • Massentierhaltung ist für den Großteil des CO2-Ausstoßes verantwortlich.

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Redaktionelle Bearbeitung:
netdoktor.at

Aktualisiert am:
Quellen

Welttierschutzgesellschaft e.V. https://welttierschutz.org/konsequenzen-der-massentierhaltung/?gclid=Cj0KCQjw09HzBRDrARIsAG60GP-LNWYXovCisR0TiWlfv18VprUZSYHTyg_ZfWFbgqc5gyAppm15f64aAqRjEALw_wcB (letzter Zugriff am 20.03.2020

Interview mit Prof. Kollaritsch am 16.03.2020

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