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Schützt die Masernimpfung vor SARS-CoV-2?

Corona Masern
Die MMR-Impfung kann vor einem schweren Erkrankungsverlauf von COVID-19 schützen. (guenterguni / iStockphoto)

Die üblicherweise im Kindesalter durchgeführte MMR-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln könnte einen schützenden Effekt bei COVID-19 haben.

Die übliche Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) könnte einen schützenden Effekt bei COVID-19 haben. Diese Annahme versuchten Wissenschafter nun im Rahmen einer Studie zu verifizieren.

80 Probanden mit MMR-Antikörpern und überstandener COVID-19-Erkrankung

Dafür wurden 80 Menschen, bei denen Antikörper gegen MMR im Blut nachweisbar waren und zudem von COVID-19 wieder genesen waren, in zwei Gruppen aufgeteilt.

  • Die sogenannte MMR-II-Gruppe bestand aus 50 Teilnehmern, deren Antikörpertiter aufgrund einer vorangegangenen MMR-Impfung bestand.
  • Bei der Vergleichsgruppe mit 30 Teilnehmern waren ebenfalls Antikörper vorhanden, diese stammten jedoch nicht von einer entsprechenden Immunisierung, sondern von vorherigen Erkrankungen mit Masern bei Kindern, Mumps und/oder Röteln.

+++ Mehr zum Thema: Masern +++

Inverse Korrelation

Innerhalb dieser beiden Gruppen wurde nun der jeweilige Schweregrad der überstandenen COVID-19-Erkrankung verglichen.

MMR-II-Gruppe (gegen MMR geimpft):

  • In dieser Gruppe bestand ein Zusammenhang zwischen dem Mumps-Antikörpertiter und dem Schweregrad von COVID-19, nicht hingegen zwischen dem Mumpstiter und dem Alter der Probanden. 
  • Immune oder asymptomatische Patienten: Mumpstiter zw. 34 und 300 AU/ml
  • Personen mit milde Symptome: Mumpstiter unter 134 AU/ml
  • Personen mit moderaten Symptome: Mumpstiter unter 75 AU/ml
  • Personen, die im Krankenhaus behandelt wurden und mit Sauerstoff versorgt werden mussten: Mumpstiter unter 32 AU/ml

Vergleichsgruppe (nicht gegen MMR geimpft):

  • In dieser Gruppe war kein Zusammenhang zwischen Mumpstiter und Schweregrad von COVID-19 feststellbar.  

Beide Gruppen:

  • Bei beiden Gruppen gab es keinen Zusammenhang zwischen Masern- bzw. Rötelntiter und Schweregrad.

Fazit

Die Studienergebnisse legen nahe, dass es zwischen dem Mumpsantikörpertiter und dem Schweregrad der COVID-19-Erkrankung eine sogenannte "inverse Korrelation“ gibt. Das bedeutet: Je höher der Mumps-Antikörpertiter, desto milder der COVID-19-Verlauf. Die MMR-Impfung hat demnach einen schützenden Effekt bei einer Coronavirusinfektion.  

Impfschema MMR-Impfung

Die MMR-Impfung ist eine Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln, die Grundimmunisierung erfolgt in der Regel bereits im frühen Kindesalter. Fehlende Impfungen können und sollen in jedem Alter nachgeholt werden. Empfohlen werden 2 Impfungen im Abstand von vier Wochen.

+++ Mehr zum Thema: Soll ich mein Kind Masern impfen lassen? +++

Aufgrund ihrer Wichtigkeit ist die Masernimpfung nicht nur im kostenfreien Impfprogramm für Kinder enthalten, sondern auch österreichweit an allen öffentlichen Impfstellen für alle Altersgruppen kostenfrei erhältlich.

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Quellen

https://www.gesundheit.gv.at/leben/gesundheitsvorsorge/impfungen/mmr-impfung  (letzter Zugriff am 02.12.2020)

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