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B.1.427/B.1.429: Neue Coronavirus-Variante in Kalifornien entdeckt

Coronavirus, Labor
Neue Varianten des Coronavirus werden im Labor ausfindig gemacht. (Nastasic / iStockphoto)

Forscher haben in Kalifornien eine weitere Variante des Coronavirus nachgewiesen. Ersten Daten zufolge soll die neue Mutante nicht nur ansteckender sein, sie könnte auch einen schwereren Krankheitsverlauf hervorrufen.

Neben der britischen (B.1.1.7), südafrikanischen (B.1.351) und brasilianischen (P.1) Coronavirus-Variante wurde nun eine weitere Mutante entdeckt – nämlich im US-Bundesstaat Kalifornien. Sie soll nicht nur ansteckender, sondern auch gefährlicher als das ursprüngliche Coronavirus sein. Die Variante mit der Bezeichnung B.1.427/B.1.429 wurde bereits im Dezember 2020 von US-Wissenschaftern in Test-Proben nachgewiesen. Vereinzelte Fälle der kalifornischen Variante seien nun auch in 45 anderen Bundesstaaten in Amerika und in anderen Ländern der Welt wie etwa Australien, Dänemark, Mexiko und Taiwan bestätigt worden. Zwei Studien zur kalifornischen Variante sind bereits abgeschlossen und sollen noch diese Woche veröffentlicht werden. 

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Rasche Ausbreitung von B.1.427/B.1.429

Ein Team von Wissenschaftern der University of California in San Francisco (UCSF) untersuchte Test-Proben von erst kürzlich aufgetretenen Ausbrüchen des Coronavirus in Kalifornien (im Zeitraum September 2020 bis Jänner 2021). Dabei entdeckten sie, dass sich die neue Variante B.1.427/B.1.429 bereits in vielen Teilen des Bundesstaats ausgebreitet hat. Demnach wurden im Jänner 2021 in der Hälfte der untersuchten Proben die neue Variante nachgewiesen. Zwar befindet sich die Forschung zu B.1.427/B.1.42 derzeit noch am Anfang, allerdings stimmen erste Untersuchungen Experten besorgt. "Ich wünschte, ich hätte bessere Nachrichten – dass diese Variante komplett unbedeutend ist", zitierte die New York Times den Virologen Charles Chiu von der UCSF. "Aber leider müssen wir einfach den Ergebnissen der Wissenschaft folgen."

Ansteckender und gefährlicher?

(netdoktor.at)

Laut Wissenschaftern weist die Variante aus Kalifornien ein anderes Mutationsmuster auf als die britische und südafrikanische Variante. Demnach betrifft eine Mutation von B.1.427/B.1.429 das Spike-Protein, das dem Virus hilft, leichter an menschliche Zellen anzudocken. Dies mache die Virus-Variante ansteckender, erklärte Dr. Charles Chiu, stellvertretender Direktor des Labors für klinische Mikrobiologie an der UCSF und Leiter der Studie. Zudem fanden die Forscher Hinweise darauf, dass das Virus womöglich auch gefährlicher sein könnte. Demnach produziere die neue Variante doppelt so viele Viruspartikel im Körper einer infizierten Person als andere Varianten. Zudem deutet die Studie darauf hin, dass die kalifornische Variante das Immunsystem – und womöglich auch die Wirkung von Impfstoffen – besser umgehen könnte als andere. Allerdings müsste noch in weiteren Untersuchungen geklärt werden, welche Gefahr von der neunen Variante tatsächlich für die Bevölkerung ausgeht.

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Den Forschern zufolge wurde in Zusammenhang mit der neuen Variante außerdem ein schwererer Krankheitsverlauf beobachtet. Zudem soll eine Infektion mit B.1.427/B.1.429 bei Betroffenen zu einem erhöhten Sauerstoffbedarf geführt haben. Allerdings könnte es ich dabei auch um einen rein statistischen Zufall handeln, berichten die Forscher. Nachdem die Gesundheitsbehörde in San Francisco den Bericht des Wissenschaftsteams aus Kalifornien überprüft hat, soll er nun später diese Woche als Preprint veröffentlicht werden. 

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Weiterhin Vorsicht geboten

Obwohl die Anzahl an Coronafällen in den USA langsam abnehmen und immer mehr Menschen geimpft werden, könnten neue Varianten zu weiteren Problemen in den nächsten Wochen führen. So befürchten Public Health-Experten, dass die möglichen Folgen durch die rasche Ausbreitung neuer Mutanten die Wirkung der Corona-Schutzimpfung in der Bevölkerung übertreffen könnte. Sie fordern daher weiterhin das strikte Einhalten von Sicherheitsmaßnahmen wie:

  • das Tragen von Masken (FFP2)
  • social Distancing 
  • das Vermeiden Menschen-überfüllter Bereiche

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Aktualisiert am:
Quellen

New York Times: Studies Examine Variant Surging in California, and the News Isn’t Good (letter Zugriff am 24.02.2021)

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