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Diabetes-Symptome durch COVID-19?

Diabetes, Corona
Löst COVID-19 Diabetes-ähnliche Symptome aus? (simpson33 / iStockphoto)

Laut einer Studie kann das Coronavirus auch die Bauchspeicheldrüse befallen und dadurch möglicherweise Diabetes-ähnliche Beschwerden auslösen.

Schon längere Zeit rätseln Ärzte, warum manche Patienten mit COVID-19 Diabetes-ähnliche Symptome entwickeln. Nun haben Forscher herausgefunden, dass das Coronavirus auch die Bauchspeicheldrüse befallen und dadurch den Zuckerhaushalt im Körper stören kann.

Viren greifen Bauchspeicheldrüse an

In einer Studie der Uniklinik Ulm, die in der Fachzeitschrift Nature Metabolism veröffentlicht wurde, konnte gezeigt werden, dass bei einer Infektion mit COVID-19 auch die Bauchspeicheldrüse von Viren angegriffen werden kann. Demnach könnte das Virus bei "gravierenden Krankheitsverläufen" offenbar die insulinproduzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse befallen. Dies könnte laut Forscher zwei Dinge erklären:

  • Zum einen, warum es bei manchen COVID-19-Patienten zu Diabetes-ähnlichen Symptomen kommt,
  • zum anderen, warum sich der Zuckerhaushalt  bei an COVID-19-erkrankten Diabetikern verschlechtert.

+++ Mehr zum Thema: Diabetes +++

Gestörter Zuckerhaushalt

Martin Wagner, Studienautor und Oberarzt am Uniklinikum Ulm, teilte mit, dass bei Patienten mit COVID-19 immer wieder Krankheitsverläufe zu beobachten sind, bei denen auch die Regulation des Blutzuckerspiegels gestört sei. "Aktuelle Studien berichten dazu über Verschlechterungen bekannter Diabeteserkrankungen, aber auch über Fälle von neu aufgetretenem Diabetes nach durchgemachter COVID-19 Erkrankung", ergänzte Alexander Kleger, ebenfalls Studienautor und Oberarzt für Innere Medizin am Uniklinikum Ulm.

COVID-19-Infektion andauernder

Um die Hintergründe dafür zu finden, haben die Forscher Gewebe aus der Bauchspeicheldrüse in Kontakt mit SARS-CoV-2-Viren gebracht. Dabei konnte festgestellt werden, dass sich die Drüse mit den Viren infizieren lässt. Im Zuge der Studie wurden zudem verstorbene COVID-19-Patienten näher untersucht. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass sich die Coronaviren immer noch in der Bauchspeicheldrüse befanden, obwohl selbst die Lunge frei von Viren war. Dies sei bei unterschiedlich langen Krankheitsverläufen der Fall gewesen, berichteten die Studienautoren. Demnach deute dies darauf hin, dass Infektionen mit SARS-CoV-2 häufiger und andauernder seien als bisher angenommen.

+++ Mehr zum Thema: Neurologische Komplikationen bei COVID-19 +++

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