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COVID-19: Johnson & Johnson beantragt EU-weite Zulassung

COVID-19, Johnson & Johnson
Ähnlich wie bei AstraZeneca handelt es sich beim Impfstoff von Johnson & Johnson um einen Vektorimpfstoff. (anilakkus / iStockphoto)

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hat bei der Europäischen Arzneimittelbehörde die Zulassung für seinen Impfstoff gegen COVID-19 beantragt. Im Falle einer Zulassung wäre es das vierte in der EU verfügbare Vakzin.

Wie die Europäische Arzneimittelagentur am Dienstag (16.02.2021) bekanntgab, hat der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson die Zulassung für seinen Impfstoff gegen COVID-19 beantragt

Genehmigt die EMA die Zulassung, wäre der Impfstoff der vierte EU-weit zugelassene Impfstoff gegen COVID-19. Wie bei allen anderen derzeit am Markt befindlichen Corona-Impfstoffen handelt es sich auch beim Vakzin von Johnson & Johnson um eine "bedingte" Zulassung. Das bedeutet, dass der Hersteller kontinuierlich weitere Forschungsergebnisse zum jeweiligen Impfstoff liefern muss. Die Frist dafür gilt vorerst ein Jahr. 

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Johnson & Johnson entwickelte Vektorimpfstoff 

Ähnlich wie bei AstraZeneca handelt es sich beim Impfstoff von Johnson & Johnson um einen Vektorimpfstoff. Dabei wird die "Bauanleitung" für einen Bestandteil des Coronavirus über ein harmloses Trägervirus in den Körper geschleust. Gelangt diese "Gensequenz" in die menschliche Zelle, beginnt diese, Bestandteile des vermeintlichen Virus nachzubauen – gleichzeitig erkennt das Immunsystem diese als fremd und reagiert darauf mit der Produktion von Antikörpern.

Kommt es später tatsächlich zu einer Ansteckung mit dem "echten“ Coronavirus, ist das Immunsystem bereits dagegen gewappnet und kann sofort darauf reagieren. Die Erkrankung bricht erst gar nicht aus oder nimmt nur einen milden Verlauf.

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Vier Millionen Impfdosen für Österreich

Die EU-Kommission hat bereits vor Monaten bei Johnson & Johnson eine große Lieferungen des Impfstoffs beantragt. Vereinbart wurde eine Lieferung von zunächst 200 Millionen Dosen in die EU – mit einer Option auf weitere 200 Millionen Dosen. Nach dem üblichen Verteilungsschlüssel würden Österreich vier Millionen Dosen zustehen.

Bis der Impfstoff aber tatsächlich EU-weit verabreicht werden kann, wird es noch etwas dauern: Die EMA wird voraussichtlich Mitte März 2021 eine Empfehlung für oder gegen die Zulassung abgeben. Sie erklärte, man werde das Vakzin in einem beschleunigten Verfahren prüfen.

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Nur eine einzige Verabreichung notwendig

Im Gegensatz zu den drei bereits zugelassenen Impfstoffen gegen COVID-19 (BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca), bei denen für einen vollständigen Impfschutz zwei Injektionen notwendig sind, ist beim Impfstoff von Johnson & Johnson lediglich eine Impfung notwendig. Die volle Immunität tritt nach Angaben des Herstellers nach etwa 28 Tagen ein.

Der Vorteil des Impfstoffs liegt nicht nur in der Verabreichung einer einzelnen Dosis, sondern auch in der einfacheren Lagerung. Die Lagerung kann bei Kühlschranktemperaturen erfolgen. Dies würde – so die Hoffnung – die Durchführung der Impfkampagnen deutlich erleichtern. 

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Mittlere Wirksamkeit von 66 Prozent

In seiner Wirksamkeit scheint der Impfstoff von Johnson & Johnson den anderen bereits am Markt befindlichen etwas hinterherzuhinken: Die Wirksamkeit gegen mittelschwere und schwere Krankheitsverläufe wird mit durchschnittlich 66 Prozent angegeben. 

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