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Corona: Warum erkranken kaum Kinder?

Corona Kinder
Im Vergleich zu anderen Altersgruppen erkranken Kinder am seltensten an COVID-19. (1075107654 / iStockphoto)

SARS-CoV-2 breitet sich weltweit, aber auch in der Schweiz, weiter aus. Die angeordneten Massnahmen scheinen aber zu greifen, so dass sich die Ansteckungskurve weiter abflacht. Besonders auffällig in der Altersverteilung der Ansteckung: Kinder sind am wenigsten von Corona betroffen.

Wenige Kinder betroffen

Mit Stand 07.04.2020 sind in der Schweiz 22.242 bestätige Coronafälle bekannt. Davon fallen jedoch nur wenige Erkrankungsfälle auf Kinder unter 5 Jahren, in der Altersgruppe der 5- bis 14-Jährigen sind es etwas mehr. Damit sind die Jüngsten der Bevölkerung jene, die am wenigsten oft erkranken.

Warum ist das so?

Das Phänomen, dass Kinder kaum klinische COVID-19-Symptome entwickeln, ist weltweit zu beobachten. In Relation zur Gesamtansteckungsrate sind Kinder am wenigsten betroffen. Sie können sich zwar anstecken, werden aber selten so krank, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Das Journal oft he American Medical Association (JAMA) etwa berichtet, dass das Durchschnittsalter jener Patienten, die stationär behandelt werden müssen, zwischen 49 und 56 Jahren liegt. Ausserdem: Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

+++ Mehr zum Thema: Was macht Corona mit Kindern? +++

Andere Immunreaktion

Warum Kinder so selten Symptome entwickeln, ist nicht ganz klar. Eine Hypothese ist, dass ihr Immunsystem anders gegen SARS-CoV-2 vorgeht als jenes bei Erwachsenen:

  • Angeborenes Immunsystem

Kinder profitieren vom angeborenen Immunsystem, da es stärker aktiv ist als bei Erwachsenen. Es bildet die Basis unserer Immunabwehr und ist in der Lage, sich schnell gegen eine breite Gruppe von Erregern zu richten. Kurz: Es reagiert schnell, aber nur wenig zielgerichtet. Im Falle von COVID-19 scheint es jedoch gut zu greifen. Kinder sind daher grundsätzlich besser geschützt.

  • Erworbenes Immunsystem

Das erworbene Immunsystem entwickelt sich erst durch Kontakt mit dem jeweiligen Erreger. Es hat eine grössere Treffsicherheit, braucht aber länger, bis es sich ausgebildet hat. 

Erkrankung verläuft milder

Bricht COVID-19 bei Kindern aus, erkranken sie bisherigen Beobachtungen zufolge in der Regel nur mild. Auch dafür scheint das angeborene Immunsystem verantwortlich zu sein: Weil es so stark ist, kann die Erkrankung Kindern kaum etwas anhaben. Und: Sie erholen sich weitaus schneller und besser als Erwachsene.

+++ Mehr zum Thema: Kinder spielen als Überträger eine grosse Rolle +++

Besserer Allgemeinzustand

Auch ein weiterer Aspekt scheint eine Rolle zu spielen: Kinder sind grundsätzlich gesünder als Erwachsene. 

Phänomen auch von anderen Infektionserkrankungen bekannt

Dass Kinder üblicherweise weniger schwer erkranken, ist auch von anderen Infektionserkrankungen wie Windpocken oder Masern, aber auch von (ebenfalls von Coronaviren ausgelösten Erkrankungen wie SARS und MERS) bekannt. Auch hier ist die Wahrscheinlichkeit, als Erwachsener daran zu versterben, wesentlich höher als bei Kindern.

+++ Mehr zum Thema: Ist eine Ansteckung über Haustiere möglich? +++

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