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Fragen & Antworten zur Corona-Impfung von BioNTech/Pfizer

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Die Impfung kann nicht privat in der Apotheke gekauft werden. (MarsBars / iStockphoto)

Am 27.12.2020 wurden in Österreich die ersten Impfungen gegen COVID-19 an Freiwillige verabreicht. Wie funktioniert die Impfung? Welche Impfreaktionen können auftreten und wer wird wann geimpft? Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Am 21. Dezember 2020 erfolgte die EU-weite Zulassung des mRNA-Impfstoffes von Pfizer/BioNTech gegen COVID-19. Warum wurde die Impfung nur "bedingt" zugelassen?

Am 21. Dezember 2020 empfahl die Europäische Arzneimittelagentur EMA die bedingte Zulassung des Impfstoffs von Pfizer und BioNTech, kurz darauf gab auch die Europäische Kommission grünes Licht für die Zulassung.

Bedingte Zulassung bedeutet, dass diese an bestimmte Auflagen – wie eine positive-Nutzen-Risiko-Bilanz und die Verwendung zur Vorbeugung einer lebensbedrohlichen Krankheit wie COVID-19 – geknüpft ist und vorerst ein Jahr gültig ist. Die Zulassung kann jährlich erneuert werden sowie in eine Vollzulassung münden.

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Was ist ein mRNA-Impfstoff und wie funktioniert er?

mRNA-Impfstoffe, wie der erste nun von der EU zugelassene Impfstoff von Pfizer/BioNTech gegen COVID-19, waren bis dato noch nicht flächendeckend im Einsatz. Dennoch sind sie nicht neu: Wissenschafter forschen schon seit vielen Jahren auf dem Gebiet der mRNA-Impfstoffe, sie sind bereits bei anderen Erkrankungen (wie beispielsweise Krebs) in ersten klinischen Studien an Menschen untersucht worden.

mRNA-Impfstoffe haben den Vorteil, dass sie im Vergleich zu herkömmlichen Impfstoffen viel leichter und effizienter entwickelt werden können und damit auch kostengünstiger sind. Zudem sind sie sicher.

Bei der Herstellung von Impfstoffen werden üblicherweise abgeschwächte oder inaktivierte Erreger verabreicht, worauf das Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern reagiert. mRNA-Impfstoffe gehen einen anderen Weg: Bei ihnen wird nicht der Erreger selbst, sondern nur dessen genetischer Bauplan – die mRNA – injiziert. Die mRNA gelangt über winzige Fettpartikel in die Körperzelle, diese produziert dann nach dem Bauplan ungefährliche Virusbestandteile, gegen die wiederum Antikörper gebildet werden. Kommt es zu einer SARS-CoV-2-Infektion, ist das Immunsystem dagegen gewappnet.

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Wie sicher sind mRNA-Impfstoffe? Verändern sie das Erbgut?

Studien zeigen, dass mRNA-Impfstoffe gut verträglich sind und eine langanhaltende – im Falle des Pfizer/BioNTech-Impfstoffes sechs Monate – Immunantwort bewirken.

Ein weiterer Vorteil: Da sie keine infektiösen Partikel enthalten, kann der Geimpfte auch nicht daran erkranken. Auch die Befürchtung, dass mRNA-Impfstoffe das Erbgut verändern könnten, stimmt nicht: Die mRNA, also der Bauplan für das Virusprotein, wird nur abgelesen und nicht in die DNA integriert, sondern von der Körperzelle wieder abgebaut. Die unterschiedlichen Strukturen (RNA/DNA) machen zudem einen Einbau unmöglich.

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Wie oft muss geimpft werden, damit die Person auch tatsächlich geschützt ist?

Impfwillige erhalten vom BioNTEech/Pfizer-Impfstoff zwei Injektionen im Abstand von 21 Tagen. Ein gewisse Schutzwirkung tritt bereits etwa 7 Tage nach Erhalt der ersten Teilimpfung ein, der volle Impfschutz (Minimierung des Erkrankungsrisikos um rund 95 Prozent) nach Abschluss der Impfserie. Nach derzeitigem Erkenntnisstand hält die Wirkung 6 Monate an. 

Eine gewisse Schutzwirkung ist bereits etwa 7 Tage nach Erhalt der ersten Teilimpfung gegeben, der volle Impfschutz nach der 2. Dosis. 

+++ Mehr zum Thema: Wie ansteckend ist Corona im Auto? +++

Können Geimpfte andere Personen trotzdem anstecken?

Die Impfung dient vorrangig dem eigenen Schutz, es wird jedoch davon ausgegangen, dass geimpfte Personen aufgrund einer geringeren Viruslast weniger infektiös sind und dadurch die Wahrscheinlichkeit, andere Personen anzustecken, deutlich reduziert ist. 

+++ Mehr zum Thema: Wie gefährlich ist die neue SARS-CoV-2-Mutation? +++

Welche Impfreaktionen können auftreten?

Lokale Reaktionen auf eine Impfung wie Schwellung und Schmerzen an der Einstichstelle sind per se nicht ungewöhnlich und in der Regel harmlos. Auch systemische Impfreaktionen wie Fieber, Müdigkeit, Kopf- oder Gliederschmerzen können auftreten, wenn auch viel seltener. Impfreaktionen dieser Art treten immer dann auf, wenn ein Impfstoff sehr wirksam ist und sind damit ein Anzeichen dafür, dass die Impfung wirkt, da das Immunsystem massiv darauf reagiert. 

Beim nun zugelassenen COVID-19-Impfstoff von BioNTech/Pfizer müssen rund 90% der Geimpften mit milden Reaktionen rechnen, diese können bei der zweiten Teilimpfung sogar stärker ausfallen als bei der ersten. 

Wenngleich die Wirksamkeit der Impfung (95%ige Reduktion des Erkrankungsrisikos) im Rahmen der Studien bei allen Altersgruppen in etwa gleich groß war, hatten ältere Menschen weniger stark mit Impfreaktionen zu kämpfen. Die Erklärung: Jüngere reagieren stärker, da ihr Immunsystem noch aktiver ist. 

+++ Mehr zum Thema: Impfreaktionen +++

Wer kann sich wann impfen lassen?

(Sozialministerium)

Die Ausrollung der Impfungen (voraussichtlich mit Impfstoffen von BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca) erfolgt in drei Phasen: 

Phase 1:

  • Gezielte Verimpfung
  • Jänner/Februar 2021
  • wenig Impfstoffe verfügbar
  • Bewohner sowie Personal in Alten- und Pflegeheimen
  • Personal im Gesundheitsbereich mit hohem Expositionsrisiko
  • Hochrisikogruppen

Phase 2:

  • Erweiterte Verimpfung
  • Februar bis April 2021
  • mehr und verschiedene Impfstoffe
  • Zusätzlich zu Gruppen der Phase 1: Personen höheren Alters, Personen in kritischer Infrastruktur

Phase 3: 

  • Breite Verimpfung
  • ab dem 2. Quartal
  • verschiedene Impfstoffe verfügbar
  • zusätzlich zu Gruppen der Phasen 1 und 2: Allgemeinbevölkerung in Reihenfolge gemäß der Empfehlung zur Priorisierung des Nationalen Impfgremiums

Wer wird nicht geimpft?

  • Personen < 16 Jahren
  • Personen mit Kontraindikationen oder fehlender Zulassung für den Impfstoff (zB. Schwangere, Stillende) 

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Wann werden die Impfstoffe von Moderna und AstraZeneca in Österreich erhältlich sein?

Für den Impfstoff des amerikanischen Herstellers Moderna wurde bereits ein Antrag zur bedingten Zulassung gestellt. Nach derzeitigem Stand will die Europäische Arzneimittelbehörde am 06.01.2021 über die Zulassung entscheiden.

Anm.: Der Impfstoff von Moderna wurde am 06.01.2021 von der EU zugelassen. 

Während dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca von der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) die Zulassung bereits erteilt wurde, lässt diese in Europa noch auf sich warten. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat am 29.12.2020 bekannt gegeben, dass sie eine Zulassung des Impfstoffs für die EU im Jänner 2021 für unwahrscheinlich hält. 

(Stand der Information: 08.01.2020)

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