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Lockdown verhinderte in elf europäischen Ländern rund 3,1 Millionen Todesfälle

Lockdown, Erfolg
Welchen Erfolg brachten die Corona-Maßnahmen? (1220431345 / iStockphoto)

Ausgangsbeschränkungen, Grenzschließungen und Mund-Nasen-Schutz: Welchen Erfolg brachten die restriktiven Maßnahmen zur Eindämmung der SARS-CoV-2-Pandemie?

Zwei Studien, die kürzlich im Fachblatt Nature publiziert wurden, analysierten anhand eines mathematischen Rechenmodells, wie viele Menschenleben wahrscheinlich gerettet werden konnten.

Situation in Europa

Nach Ansicht der Forscher konnten durch den Lockdown allein in elf europäischen Ländern – darunter auch Österreich – bis Anfang Mai 3,1 Millionen Todesfälle verhindert werden. Umgelegt auf Österreich, entspricht das rund 66.000 bundesweit verhinderten Todesfällen. Grundlage des Rechenmodells waren die erfassten COVID-19-Todeszahlen der EU-Gesundheitsbehörde (ECDC), die gemeldeten Infektionszahlen und die Reproduktionsraten – also die mittlere Anzahl der Personen, die ein Infizierter ansteckt – der jeweiligen Länder. Die Wissenschafter verglichen die dargelegten Zahlen der ECDC mit einem (fiktiven) Szenario, in dem es keinen Lockdown und damit unveränderte Reproduktionsraten gibt. Es wurde also hochgerechnet, wie viele Todesfälle es ohne Maßnahmen wahrscheinlich gegeben hätte.

Zu Beginn der Pandemie lag die Reproduktionsrate in den elf untersuchten europäischen Ländern im Schnitt bei 3,8 – ein Infizierter steckte also im Mittel 3,8 andere Personen an. Infolge der ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sank die Reproduktionsrate in allen Ländern auf unter 1. Im Schnitt ist damit die Reproduktionszahl um 82 Prozent zurückgegangen. Österreich liegt hier genau im Durchschnitt der untersuchten Länder.

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Situation weltweit

In einer zweiten Studie wurde der Einfluss der Lockdown-Maßnahmen in China, Südkorea, Italien, Frankreich und den USA analysiert. Den Studienautoren zufolge konnten die Maßnahmen in den von ihnen betrachteten Ländern bis zum 6. April rund 530 Millionen Infektionen verhindert werden.

Vorsichtige Interpretation der Zahlen

Beide Forscherteams weisen jedoch darauf hin, dass es sich hierbei nicht um absolute Zahlen handelt. Bei der Auswertung der Daten zeigten sich große Schwankungsbreiten, die auf mehrere Faktoren zurückzuführen sind: Wie viele Personen als infiziert gemeldet werden, hängt immer auch von der Anzahl der durchgeführten Tests ab. Zudem könnten insbesondere am Beginn der Pandemie COVID-19-Todesfälle übersehen worden bzw. Todesfälle verzögert gemeldet worden sein. Auch bei der Auswertung der Todeszahlen ergeben sich Unsicherheiten, da nicht abzugrenzen ist, ob jemand an oder mit COVID-19 verstorben ist.

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Lockdown erfolgreich

Trotz großer Schwankungsbreiten in der Auswertung der Daten konnte der Pandemie-Verlauf mithilfe der verhängten Lockdown-Maßnahmen gut kontrolliert – und damit millionenfach Menschenleben gerettet werden.

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Aktualisiert am:
Quellen

Der Standard, Lockdowns verhinderten Millionen Corona-Tote; https://www.derstandard.at/story/2000117962156/studie-lockdowns-verhinderten-millionen-corona-tote (letzter Zugriff am 10.06.2020)

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