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COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca weniger wirksam?

Impfung AstraZeneca
Noch ist der Impfstoff von AstraZeneca in der EU nicht zugelassen. (Teka77 / iStockphoto)

Ende Jänner/Anfang Februar 2021 soll der bereits dritte Impfstoff gegen COVID-19 zugelassen werden: jener von AstraZeneca (in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford). Während die Welt gespannt auf die Zulassung wartet, legen Studien nahe, dass der Vektorimpfstoff in seiner Effektivität den anderen weit hinterherhinkt.

Während in Österreich seit 27.12.2020 bereits gegen COVID-19 geimpft wird, wartet man dennoch gespannt auf die Zulassung des nächsten in der Pipeline befindlichen Impfstoffes. Nur mithilfe des dritten Vakzins von AstraZeneca wird es möglich sein, Österreichs Bevölkerung rasch und flächendeckend zu impfen. 

Im Vergleich zu den bereits zugelassenen Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna soll der Impfstoff von AstraZeneca jedoch eine geringe Wirksamkeit haben: 

  • Schutzrate BioNTech/Pfizer: 95 Prozent
  • Schutzrate Moderna: 94,5 Prozent
  • Schutzrate AstraZeneca: 70 Prozent

Vorteile gegenüber der bereits genehmigten Impfstoffe:

  • günstiger in der Herstellung
  • Lagerung bei normalen Kühlschranktemperaturen (2 bis 8 °C) und damit einfachere Auslieferung

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Vektorimpfstoff

Beim Vakzin von AstraZeneca handelt es sich um einen sogenannten Vektorimpfstoff. Es zählt wie die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna ebenfalls zu den genbasierten Impfstoffen, unterscheidet sich aber dennoch in seiner Wirkungsweise: 

  • mRNA-Impfstoffe erhalten "nur" den genetischen Bauplan für die Bildung eines (ungefährlichen) Viruspartikels, woraufhin der Körper mit der Bildung von Antikörpern reagiert. 
  • Bei einem Vektorimpfstoff hingegen wird dem Körper ein im Labor verändertes Gen verabreicht, das wiederum den Körper zu Bildung von Abwehrstoffen veranlasst. Träger (Vektor) dieses Gens ist ein Adenovirus, das normalerweise Schimpansen infiziert. Im Labor wird dieses Virus jedoch durch Entfernung bestimmter Genabschnitte vermehrungsunfähig gemacht. Es kann allerdings weiterhin Zellen infizieren und mithilfe des manipulierten Gens Virusproteine (Spike-Protein) herstellen. Als Reaktion darauf beginnt das Immunsystem mit der Produktion von Antikörpern. 

+++ Mehr zum Thema: So funktionieren Impfungen +++

Geringere Wirksamkeit

Im Rahmen einer Zwischenauswertung des Vakzins von AstraZeneca wurden die Daten von 11.636 Impfteilnehmern aus Großbritannien und Brasilien analysiert. Im Gegensatz zu den Studien zu den BioNTech/Pfizer- und Moderna-Impfstoffen bekam die jeweilige Kontrollgruppe kein Placebo, sondern eine Impfung gegen Meningitis

In den vorliegenden Studien wurden die Impfdosen zudem in unterschiedlichen Abständen verabreicht, das Protokoll für die Studie wurde mehrmals abgeändert. 

  • Studienteilnehmer, die zwei Standarddosen verabreicht bekamen, hatten eine Schutzwirkung von 62,1 Prozent.
  • Probanden, die zunächst eine niedrigere Dosis, und später die Standarddosis bekamen, kamen auf eine Schutzrate von 90 Prozent
  • Erst in Kombination erreicht die Schutzrate im Mittel 70 Prozent

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Zulassung trotz geringerer Wirksamkeit sehr wahrscheinlich

Auch wenn der Schutzeffekt im Vergleich zu den beiden bereits zugelassenen Impfstoffen deutlich geringer zu sein scheint, ist die Registrierung durch die Arzneimittelbehörden sehr wahrscheinlich. Wie die Studienautoren der Universität Oxford mitteilen, haben die Leitlinien der US-Food and Drug Administration (US Arzneimittelbehörde) angegeben, Vakzinen mit mindestens 50%iger Schutzrate zuzulassen. In Europa ist die Zulassung für Ende Jänner/Anfang Februar 2021 geplant, bis dato wurden von der EU 400 Millionen Impfdosen bestellt. In Großbritannien hat der Impfstoff bereits die Zulassung erhalten. 

+++ Mehr zum Thema: AstraZeneca-Impfstoff in Großbritannien zugelassen +++

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