Matomo pixel

AstraZeneca-Impfstoff bis zu 90 Prozent wirksam

Impfstoff, COVID-19
Dritter Erfolg bei der Suche nach einem wirksamen Impfstoff gegen COVID-19. (kovop58 / iStockphoto)

Der Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca zeigt eine bis zu 90-prozentige Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2. Derzeit allerdings nur bei einem bestimmten Impfschema.

Auf der Suche nach einem Impfstoff gegen SARS-CoV-2 verkündet nun ein drittes Projekt   nach Pfizer/Biontech und Moderna seinen Erfolg. Die Daten aus der wichtigen Testphase III zeigen, dass der von der Universität Oxford und dem Pharmaunternehmen AstraZeneca entwickelte Impfstoff mit bis zu 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Erkrankung mit COVID-19 verhindert. Laut britischen Gesundheitsminister Matt Hancock wurden bereits 100 Millionen Dosen des Impfstoffs bestellt, erhofft wird die Auslieferung im neuen Jahr. Die britische Regierung baut auf eine allmähliche Rückkehr zur Normalität nach Ostern. Oxfords Produktionspartner AstraZeneca bereitet sich nun darauf vor, weltweit drei Milliarden Dosen herzustellen.

+++ Mehr zum Thema: Zweiter Pharmakonzern meldet wirksamen Corona-Impfstoff +++

Wirksamkeit je nach Impfschema

Um die durchschnittliche Wirksamkeit des Impfstoffs zu ermitteln, wurden laut AstraZeneca zwei unterschiedliche Impfschemata berücksichtigt. Demnach lag die Wirksamkeit des Impfstoffs bei:

  • rund 90 Prozent, wenn der Impfstoff als halbe Dosis gefolgt von einer vollen Dosis im Abstand von mindestens einem Monat verabreicht wurde.
  • bei 62 Prozent, wenn zwei volle Dosen im Abstand von mindestens einem Monat verabreicht wurden.
  • Die kombinierte Analyse beider Schemata ergibt demnach eine durchschnittliche Wirksamkeit von 70 Prozent.

Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass bei einer niedrigeren Dosierung ein höherer Schutz erzielt wird – um das zu verstehen, sei allerdings noch mehr Arbeit nötig, so der Studienleiter der Universität Oxford, Andrea Pollard. Frühere Untersuchungen zeigten außerdem, dass der Impfstoff auch bei älteren Menschen eine schützende Immunreaktion auslöst.

Vor- und Nachteile der Impfstoffe

Impfstoff AstraZeneca/Universität Oxford

Impfstoff Biontech/Pfizer; Impfstoff Moderna

Vektorimpfstoff: Herkömmliche Technologie, basiert auf genetisch veränderte Erkältungsviren (Adenoviren) von Affen, schleust Erbmaterial des Virus in menschliche Zellen ein, damit das Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern reagiert und so vor einer Erkrankung schützt.

mRNA-Impfstoff: Neuer technologischer Ansatz, basiert auf Boten-RNA, die den menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Proteinen/Bekämpfung der Krankheitserreger vermittelt.

  • Impfstoff von AstraZeneca/Universität Oxford: 70-prozentige Wirksamkeit (vorläufige Daten!).
  • Kann bei Kühlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad gelagert werden, was die Distribution des Impfstoffs (auch in Ländern mit weniger Ressourcen) erleichtert.
  • Ist günstig in der Herstellung.
  • Erprobte Impfstoffart, Langzeiterfahrung mit Vektorimpfstoffen vorhanden.
  • Impfstoff von Biontech/Pfizer: 95-prozentige Wirksamkeit; Impfstoff von Moderna: 94,5-prozentige Wirksamkeit.
  • Kann schneller in großem Maßstab hergestellt werden.
  • Muss bei sehr niedrigen Temperaturen (bis zu minus 70 Grad) gelagert werden, was die Logistik erschwert.
  • Bisher noch kein M-RNA-Impfstoff auf dem Markt, Langzeiterfahrungen fehlen.

Zulassung in Österreich

Der Impfstoffes von AstraZeneca soll nun am 29. Jänner 2021 für die EU zugelassen werden. Damit wäre das Mittel nach den Wirkstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna das dritte in der EU zugelassene Vakzin. Wie Gesundheitsminister Rudi Anschober verkündete, sollen im Februar drei Tranchen Impfstoff nach Österreich geliefert werden:

  • am 7. Februar 63.354
  • am 17. Februar 97.763 und
  • Ende Februar 182.430

Insgesamt kommen im Februar somit 343.547 Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca nach Österreich.

Auch bei Senioren wirksam?

Medienberichten zufolge soll der Corona-Impfstoff von AstraZeneca ausgerechnet bei Senioren kaum wirksam sein. Demnach soll das Mittel bei älteren Menschen eine Wirksamkeit von nur acht Prozent haben und daher von der EMA nur eine Zulassung für unter 65-Jährige erhalten. Das Pharmaunternehmen dementierte die Berichte am Montagabend (25.01.2021) jedoch. Die Angaben dazu seien "komplett falsch", erklärte das Unternehmen.

+++ Mehr zum Thema: AstraZeneca-Impfstoff weniger wirksam? +++

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von netdoktor.ch


Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:

Aktualisiert am:
Quellen

Pressebericht-AstraZeneca: AZD1222 vaccine met primary efficacy endpoint in preventing COVID-19: https://www.astrazeneca.com/media-centre/press-releases/2020/azd1222hlr.html (online, letzter Zugriff: 23.11.2020) 

Weitere Artikel zum Thema

zur Übersicht
Newsletter-Anmeldung
×
Newsletter Anmeldung Hintergrund