Hospize

Von Dr. med. Katharina Larisch
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Hospize

Menschliche Begleitung

Hospize sind Orte, an denen sterbenskranke oder alte Menschen in der letzten Lebensphase begleitet werden. Teil des umfassenden Konzepts sind auch die Angehörigen. Manche Hospizdienste bieten eine Betreuung zu Hause an. Hier kommen die Helfer in die eigene Wohnung. Zudem gibt es in vielen Krankenhäusern Palliativstationen, in denen sterbende Patienten angemessen betreut werden.

Ziel von Hospizeinrichtungen ist es, den Sterbenden die verbleibende Lebenszeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Neben medizinischen Massnahmen (einschliesslich einer wirksamen Schmerztherapie) sind dabei auch eine psychosoziale und seelsorgerische Begleitung wichtig - für Sterbende ebenso wie für deren Angehörige. Die medizinische Betreuung übernehmen speziell ausgebildete Krankenschwestern, -pfleger und Ärzte. Hinzu kommen seelsorgerisch und psychologisch geschulte Helfer und Helferinnen wie Sterbebegleiter, Sozialarbeiter, Psychologen oder Seelsorger. Viele dieser Helfer arbeiten ehrenamtlich.

Ambulant und (teil-)stationär

Viele Menschen wünschen sich, ihre letzten Lebenstage zu Hause in vertrauter Umgebung zu verbringen. Dafür gibt es ambulante Hospizdienste (mobile Palliativteams). Ihre Aufgabe ist in erster Linie Betreuer vor Ort (Hausarzt, Pflegekraft, Angehörige) mit Ratschlägen und tätigen Anleitungen zu unterstützen - etwa wenn es um die Schmerztherapie oder die Linderung anderer Symptome geht. Auch Patienten selbst können sich mit Fragen und Anliegen an das mobile Team wenden.

Pflegerische Aufgaben übernehmen diese Spezialteams nicht - dafür sind weiterhin der ambulante Pflegedienst (Schweiz: Spitex) und/oder die Angehörigen zuständig.

Ambulante Hospizdienste bzw. mobile Palliativteams kommen bei Bedarf auch zu Sterbenden in Alten- oder Pflegeheimen.

Schwerkranke Menschen können ihre letzte Lebenszeit auch stationär in Hospizhäusern verbringen - etwa wenn eine ausreichende Betreuung zuhause oder im Pflegeheim nicht möglich ist. Hospize sind nicht gross und steril wie Krankenhäuser, sondern meist kleinere, behaglich eingerichtete Häuser mit wenigen Betten und flexiblen Besuchszeiten.

In manchen Einrichtungen ist auch ein teilstationärer Aufenthalt möglich: In einem Tageshospiz (Deutschland, Österreich, Schweiz) werden schwerkranke Menschen tagsüber betreut, bevor sie abends nach Hause zurückkehren. In einem Nachthospiz (Schweiz) ist es umgekehrt.

Palliativmedizin

In der Palliativmedizin (Palliative Care) steht nicht mehr die Heilung eines Menschen im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, für Patienten mit unheilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankungen die bestmögliche Lebensqualität zu erreichen. Dabei sollen nicht nur die körperlichen Beschwerden gelindert werden. Genauso wichtig ist die Behandlung von psychischen und sozialen Problemen. Auch die Angehörigen werden hier mit einbezogen.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autor:
Dr. med.  Katharina Larisch
Quellen:
  • Dachverband Hospiz Österreich: "Hospiz- und Palliativversorgung für Erwachsene", unter: www.hospiz.at (Abruf: 29.10.2021)
  • Deutscher Hospiz- und PalliativVerband e.V.: "Ambulante Hospizarbeit", unter: www.dhpv.de (Abruf: 29.10.2021)
  • Deutscher Hospiz- und PalliativVerband e.V.: "(Teil)Stationäre Hospize", unter: www.dhpv.de (Abruf: 29.10.2021)
  • Palliative Ostschweiz: "Versorgungsstruktur", unter: www.palliative-ostschweiz.ch (Abruf: 29.10.2021)
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