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Bewegung senkt Risiko für schweren Covid-Verlauf

(Inside Creative House / iStockphoto)

Schon ein moderates Bewegungsprogramm könnte die Wahrscheinlichkeit schwerer Covid-19-Verläufe drastisch senken. 30 Minuten täglich reichen aus.

30 Minuten Bewegung am Tag, an fünf Tagen pro Woche – diese Mindestempfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, Übergewicht mit all seinen Folgen entgegenwirken und zudem die Psyche stabilisieren. Hinzu kommt jetzt also auch noch ein möglicher Schutz vor schweren Verläufen von Covid-19.

150 Minuten pro Woche

Ein kalifornisches Forscherteam hatte für die Untersuchung Daten des Gesundheitsunternehmens Kaiser Permanente von mehr als 48 000 Teilnehmern ausgewertet. Dessen Patienten werden von den behandelnden Ärzten regelmäßig zu ihrer sportlichen Aktivität befragt. Wer mehr als die 150 magischen Minuten aktiv war, galt als aktiv, wer sich weniger als 11 Minuten pro Woche körperlich ertüchtigte, galt als inaktiv. Das Mittelfeld besetzten all jene, die 11 bis 149 Minuten körperlicher Aktivität angaben.

Sterberisiko sinkt um den Faktor 2,5

Die Unterschiede waren beachtlich. Inaktive Patienten landeten demnach mit einer um 2,26-mal höheren Wahrscheinlichkeit nach einer Sars-CoV-2-Infektion im Krankenhaus wie jene, die als aktiv eingestuft worden waren. Außerdem mussten sie mit 1,73-facher Wahrscheinlichkeit auf einer Intensivstation behandelt werden. Das Risiko, zu versterben, war für inaktive Infizierte sogar 2,49-mal so hoch.

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„Sprech-Sing-Test“ für die Bewegungsintensität

Um ein grobes Gefühl für das erforderliche Maß an Anstrengung zu geben, liefert Studienleiter Robert Sallis in einem Gespräch mit Spiegel online ein anschauliches Beispiel: Man solle sich so anstrengen, dass man sich zwar noch unterhalten, aber nicht mehr singen könne.

Ob tatsächlich körperliche Aktivität den Ausschlag für die besseren Überlebenschancen gibt, ist jedoch nicht in letzter Konsequenz geklärt. Denn vielleicht sind gesündere und fittere Menschen einfach ohnehin bewegungsfreudiger. Bekannte Risikofaktoren für Covid-19 wie Übergewicht, Rauchen, Diabetes, Herzkrankheiten und Krebs haben die Forscher allerdings bereits aus den Daten herausgerechnet.

Das Fazit der Forscher lautet dann auch: „Die konsequente Einhaltung der Richtlinien für körperliche Aktivität war stark mit einem verringerten Risiko für schwerwiegende Covid-19-Ereignisse bei infizierten Erwachsenen verbunden.“ Sie empfehlen daher den Gesundheitsbehörden, körperliche Aktivität zu fördern und in die routinemäßige medizinische Versorgung einzubeziehen.

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Bewegung schützt auch Übergewichtige

„Abgesehen von der Impfung ist (Bewegung) das Beste, was Sie tun können“, sagt Studienleiter Sallis. Das galt offenbar auch für Menschen mit Übergewicht. Wer unter einem BMI von 40 blieb und sich dabei ausreichend bewegte hatte kein erhöhtes Risiko für schwere Covid-19 Verläufe.

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Quellen

 Robert Sallis @al.: Physical inactivity is associated with a higher risk for severe COVID-19 outcomes: a study in 48 440 adult patients, BMJ, April 2021
https://bjsm.bmj.com/content/early/2021/04/07/bjsports-2021-104080
 
Warum Bewegung sinnvoll ist zur Vorbeugung gegen Covid-19, Spiegel, 28.04.2021
https://www.spiegel.de/sport/studie-zu-covid-19-bewegung-beugt-schwerem-verlauf-vor-mediziner-im-interview-a-b9576558-de10-46df-b7bf-da89b9b9eb46

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