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Bereits wenig Alkohol bringt das Herz aus dem Takt

Alkohol ist schlecht fürs Herz. Auch bereits in geringen Mengen. (Diy13 / iStockphoto)

Wer regelmäßig Alkohol trinkt, entwickelt häufiger ein Vorhofflimmern. Das gilt auch für gesunde Menschen, die nur geringe Mengen trinken. Das zeigt eine neue Studie aus Deutschland.

Wissenschaftler um die Studienleiterin Dr. Dora Csengeri vom Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben Daten von mehr als 100 000 Menschen ausgewertet, die nie zuvor unter Vorhofflimmern gelitten hatten. Über 5800 der Teilnehmenden entwickelten im Studienzeitraum von 14 Jahren erstmalig diese häufige Form von Herzrhythmusstörungen.

Risiko wird unterschätzt

Das betraf auch Menschen mit einem Alkoholkonsum, der nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge sogar für Frauen als risikoarm gilt: nämlich 12 Gramm Alkohol am Tag. Das entspricht einem kleinen Glas Wein oder Bier.

Personen, die angaben, täglich etwa diese Menge zu konsumierten, entwickelten mit einer um 16 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit Vorhofflimmern als abstinente Teilnehmer. Mit höherer Dosis stieg dann das Risiko weiter: Bei bis zu zwei Drinks (24 Gramm reiner Alkohol) täglich lag das Risiko für Vorhofflimmern bereits um 28 Prozent höher.

"Wer Vorhofflimmern hat, sollte Alkohol meiden"

„Es gibt einen signifikanten Zusammenhang zwischen bereits geringem Alkoholkonsum und einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern“, fasst Csengeri die Ergebnisse zusammen. Das Fazit der Ärztin und Wissenschaftlerin: „In Bezug auf Vorhofflimmern muss man vom regelmäßigen Konsum selbst kleiner Mengen abraten.“

Damit widerlegt die Studie, die weit verbreitet Auffassung, ein regelmäßiger Konsum kleiner Mengen Alkohol schade nicht oder könne sogar das Herz schützen. Zumindest für Vorhofflimmern gelte das nicht, so Csengeri. Wer bereits unter Vorhofflimmern leide, sollte daher Alkohol meiden oder den Konsum stark reduzieren.

+++ Mehr zum Thema: So verändert sich der Alkoholkonsum während der Coronapandemie +++

Vorhofflimmern lässt Risiko für Schlaganfall steigen

Bei Vorhofflimmern arbeiten die Vorhöfe des Herzens zu rasch und unregelmäßig: Sie flimmern. Manche Betroffene spüren nichts davon, andere bemerken ein Herzstolpern oder -rasen. Problematisch ist, dass sich durch den unregelmäßigen Herzschlag verstärkt Blutgerinnsel bilden können, die ins Gehirn wandern und dort einen Schlaganfall auslösen können.

Vorhofflimmern tritt vergleichsweise häufig auf. In Deutschland sind davon 2,2 Prozent der Bevölkerung betroffen, in Österreich sind es ebenfalls rund 2 Prozent. Damit zählt es zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen.

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