Verbrennung

Gasflammen am Herd
Gasherd: Eine rasche Erstversorgung ist wichtig für den Heilungsverlauf und sollte unabhängig vom Ausmaß der Verbrennung erfolgen. (Chepko Danil Vitalevich / Shutterstock)

Verbrennungen sind Verletzungen der Haut, die entweder durch direkte Hitzeeinwirkung entstehen oder durch den Kontakt mit heißen Flüssigkeiten (Verbrühungen), erhitzten Gegenständen (Kontaktverbrennung), Chemikalien (chemische Verbrennungen/Verätzungen), elektrischem Strom (Elektroverbrennungen) oder Strahlen verursacht werden.

In Europa werden jährlich rund 25.000 Patienten mit Brandverletzungen behandelt, davon ca. 17.000 Erwachsene und rund 8.200 Kinder. Dies entspricht etwa einer schweren Verbrennung pro 20.000 Einwohner. Verbrennungsunfälle können sich im Haushalt, am Arbeitsplatz, in der Freizeit, im Straßenverkehr, in Katastrophensituationen sowie in zunehmender Zahl auch aus suizidaler Absicht ereignen.

Die Ursachen für Verbrennungswunden sind mit geografisch unterschiedlichen Lebensgewohnheiten verknüpft. Verbrennungen durch Feuer sind am häufigsten (50%), gefolgt von Verbrühungen (25–30%), Explosionen (ca. 10%), Elektroverbrennungen (8–12%) und Kontaktverbrennungen (ca. 10%). Der Anteil der chemischen Verletzungen durch Säuren und Laugen stellt mit 2–5% eine Minderheit dar.

Einteilung nach Verbrennungstiefe

Die Haut setzt sich aus folgenden Schichten zusammen: der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Korium/Dermis) und der Unterhaut (Subkutis). Bei Verbrennungen sind diese Schichten je nach Tiefe des Schadens in unterschiedlichem Ausmaß betroffen.

++ Mehr zum Thema: Verschiedene Verbrennungsgrade ++

Erste Hilfe bei Verbrennungen

Eine rasche Erstversorgung ist wichtig für den Heilungsverlauf und sollte unabhängig vom Ausmaß der Verbrennung erfolgen.

Zunächst ist es natürlich wichtig, die Hitzeeinwirkung selbst zu stoppen. Dann sollte brennende Kleidung gelöscht werden (durch Wälzen am Boden, mit Decken und/oder Wasser). Als nächster Schritt wird der Verunglückte aus dem Gefahrenbereich entfernt. Kleidung und Schmuck müssen entfernt werden, da Stoff und Metall die Hitze speichern. Allerdings sollte die Kühlung mit Wasser durch diese Maßnahme nicht verzögert werden. Mit der Haut verklebte Kleidungsstücke sollten so belassen werden, wie sie sind.

Das verbrannte Areal sollte sobald wie möglich für etwa 10–15 Minuten mit handwarmem Leitungswasser abgeduscht werden. Empfohlen werden Wassertemperaturen von 20 °C bis lauwarm. Ziel ist vor allem, die Hitze aus dem Gewebe abzuleiten und das Nachbrennen einzudämmen. Eisbeutel oder Eiswasser sollten nicht zur Kühlung verwendet werden, da tiefere Temperaturen das Gewebe zusätzlich schädigen können. Im nächsten Schritt werden Brandwunden keimfrei mit einem lockeren Wundverband abgedeckt, im Notfall auch mit Alufolie oder sauberen Tüchern. Anschließend sollte der Verunglückte zur ärztlichen Versorgung gebracht werden bzw. bei größerem Wundausmaß die Rettung alarmiert werden.

Bei der Erstversorgung ist zu beachten, dass die Wunden nicht berührt werden dürfen und Brandblasen nicht eröffnet werden sollten. Auch der Einsatz von vermeintlich hilfreichen Salben, Puder oder „Hausmitteln“ wie Mehl oder Öl sollte vermieden werden. Wichtig für Ersthelfer: Bereits bei großflächigen Verbrennungen von Grad I oder IIa (über 15% der Körperoberfläche bei Erwachsenen und über 7–8% bei Kindern) muss mit dem Auftreten eines Kreislaufschocks gerechnet werden. In diesem Fall ist sofort der Notarzt zu verständigen.

Bei Verbrennungen durch elektrischen Strom und durch chemische Substanzen sind folgende Besonderheiten bei der Ersten Hilfe am Unfallort zu beachten: Bei Unfällen mit elektrischem Strom ist es wichtig, sich davon zu überzeugen, dass keine Eigengefährdung besteht. Bei Wunden mit chemischen Substanzen, wie z.B. elementarem Natrium, Kalium oder Lithium, darf die Wunde nicht mit Wasser in Berührung kommen.

Behandlung von Verbrennungen

Bei Verbrennungen I. Grades ist eine Behandlung mit kühlenden Gelen, Lotionen oder Umschlägen ausreichend. Nach der Abheilung sollte die Haut mit fetthaltigen Salben gepflegt werden.

Verbrennungen II. Grades werden mit Mullkompressen trocken abgedeckt. Wenn eine Öffnung der Blasen notwendig wird, sollte dies unbedingt unter sterilen Bedingungen erfolgen.

Tiefe Verbrennungen werden meist im Spital behandelt, da Verbrennungswunden ein hohes Risiko für Wundinfektionen darstellen.

++ Mehr zum Thema: Behandlung von Verbrennungen ++

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Dr. med. Christian Maté

Stand der Information: Mai 2013

Quellen

AWMF-S1-Leitlinie: Leitlinie für thermische und chemische Verletzungen der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin, Stand 2010

Probst W: Wundmanagement. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2. Auflage 2010

Voggenreiter G: Wundtherapie. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage 2008


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