Toxoplasmose

Toxoplasmose
Meistens bleibt die Toxoplasmose unbemerkt. (Syda Productions / Fotolia.com)

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht wird. Hauptwirt der Toxoplasmen sind Katzen. Infizierte Katzen scheiden die Erreger mit dem Kot aus. Eine Infektion mit Toxoplasmen verläuft bei gesunden Kindern und Erwachsenen meist unbemerkt und heilt symptomlos aus. Menschen können sich über rohes Fleisch und Gemüse, aber auch bei der Gartenarbeit und dem Reinigen der Katzentoilette anstecken. Bei Frauen, die sich während der Schwangerschaft erstmalig mit Toxoplama gondii infizieren, kann dies jedoch zu Schäden des Kindes führen.

Die Toxoplasmose ist eine weltweit verbreitete Zoonose, also eine vom Tier auf den Menschen übertragbare Erkrankung. Der Erreger der Toxoplasmose ist Toxoplasma gondii, ein einzelliger Parasit, dessen Hauptwirt die Katze ist. Infizierte Katzen scheiden Toxoplasmen-Eier mit dem Kot aus. Diese können vom Menschen z.B. über kontaminiertes Erdreich – bei der Gartenarbeit – aber auch über Salat und Gemüse aufgenommen werden. Die Hauptinfektionsquelle für den Menschen jedoch ist die Aufnahme von Toxoplasma gondii über Fleisch von Schlachttieren, deren Futter zuvor mit Katzenkot verunreinigt wurde. Eine akute Infektion von Katzen kann durch eine Kotuntersuchung beim Tierarzt festgestellt werden.

Für gesunde Kinder und Erwachsene ist die Toxoplasmose in der Regel eine harmlose und folgenlos ausheilende Erkrankung. Bei Frauen, die sich in der Schwangerschaft erstmalig infizieren, kann eine Infektion in manchen Fällen zu einer Schädigung des Kindes führen.

Man schätzt, dass das Infektionsrisiko in Österreich mit jedem Lebensjahr um etwa ein Prozent ansteigt. Eine 40-jährige Frau hat sich also mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent schon einmal mit Toxoplasmen infiziert. Das Immunsystem reagiert auf eine Infektion mit der Bildung von Antikörpern, die die Erreger bekämpfen und lebenslang vorhanden sind, der Mensch wird also immun.

Wie erfolgt die Ansteckung?

Der Erreger der Toxoplasmose ist Toxoplasma gondii, ein einzelliger Parasit, dessen Hauptwirt die Katze ist. Infizierte Katzen scheiden Toxoplasmen-Eier mit dem Kot aus. Diese können vom Menschen auf verschiedene Weise aufgenommen werden.

++ Mehr zum Thema: Wie erfolgt die Ansteckung bei Toxoplasmose? ++

Welche Symptome treten bei Toxoplasmose auf?

Die Inkubationszeit beträgt zwei bis drei Wochen. Die Toxoplasmose hat vier verschiedene Erscheinungsbilder.

++ Mehr zum Thema: Symptome bei Toxoplasmose ++

Wie kann man sich vor Toxoplasmose schützen?

Die Verhinderung einer Infektion mit Toxoplasmen ist vor allem für Schwangere und immungeschwächte Personen, die noch nie Kontakt mit dem Erreger hatten, von großer Bedeutung. Wichtige Maßnahmen sind hier unter anderem:

  • Allgemeine Hygienemaßnahmen
  • Händewaschen nach Garten-, Feld- oder Erdarbeiten und nach dem Besuch von Sandspielplätzen
  • Umgang mit Katzen: Das Reinigen der Katzentoilette sollte von anderen Personen durchgeführt werden. Falls dies nicht möglich ist, ist das Tragen von Einmal-Handschuhen unverzichtbar. Feuchthalten der Katzentoilette verhindert die Verbreitung der Toxoplasmen-Eier über die Luft. Die Katze darf nicht mit rohem Fleisch gefüttert werden, sollte nach Möglichkeit nicht ins Freie gehen und nicht jagen. Nach engem Kontakt mit der Katze Hände waschen um Schmierinfektionen zu vermeiden. Bei Einhaltung von allgemeinen Hygienemaßnahmen muss die Katze nicht weggegeben werden.
  • Verzicht auf rohes und ungenügend erhitztes Fleisch: Auf Beef tatar, Mett- oder Teewurst sowie Rohschinken sollte aus Sicherheitsgründen verzichtet werden. Der Verzehr von gut geräucherten Wurstsorten ist unbedenklich. Bei der Zubereitung von Fleischspeisen sollten insbesondere Schweine- und Lammfleisch mehrere Minuten lang über 66°C erhitzt werden, da die Zysten im Fleisch bei einer Lagertemperatur von +4 Grad Celsius drei Wochen lang lebensfähig sind. Durch die gewerbemäßige Fleischverarbeitung mit Pökeln, Räuchern, Kochen und Einfrieren bis minus 21 Grad Celsius werden die Parasiten abgetötet. Rohes Gemüse und bodennah wachsende Früchte sollten vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden.
  • Gute Küchenhygiene: Verwendet man beim Kochen für Fleisch, Salat und Gemüse dieselben Küchenutensilien, so können Toxoplasmose-Erreger vom Fleisch auf andere Lebensmittel gelangen. Schneidbretter und Messer, aber auch die Arbeitsflächen und Hände müssen daher nach dem Kontakt mit Fleisch gut gereinigt werden.

Wie erfolgt die Therapie?

Bei gesunden Menschen ist eine Therapie der unkomplizierten Toxoplasmose nicht erforderlich, weil es in der Regel nach wenigen Wochen zu einer Spontanheilung kommt. Begleiterkrankungen wie Fieber und Gelenkschmerzen werden symptomatisch behandelt.

Eine möglichst frühe Diagnose einer Toxoplasmose-Infektion in der Schwangerschaft ist von großer Bedeutung. Es gilt, das Ungeborene vor einer Infektion zu schützen. Bei Diagnose einer akuten Erstinfektion wird ab der 16. Schwangerschaftswoche eine antibiotische Therapie eingeleitet. Sie soll das Risiko einer Übertragung auf den Fötus um die Hälfte minimieren und erst mit der Geburt beendet werden. Auch bei Verdacht auf eine Infektion wird vorsorglich mit der Therapie begonnen.

Ist die Infektion einer Schwangeren gesichert, so folgt eine Fruchtwasseruntersuchung, um den Infektionsstatus des Fötus abzuklären. Bei positivem Befund des Kindes wird das Kind von der Geburt bis zum Ende des ersten Lebensjahres behandelt.

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Autoren:
Mag. (FH) Silvia Hecher, MSc
Medizinisches Review:
Mag. Astrid Leitner (2016)
Redaktionelle Bearbeitung:
Dr. med. Matthias Thalhammer, Thomas Auinger, Mag. Astrid Leitner (2016)

Quellen

Patienteninformation des Goldenen Kreuz Wien (Online, letzter Aufruf: 08.08.2016)
AKH Consilium: universimed.com
Robert-Koch-Institut: www.rki.de
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit: www.ages.at
 


Stand der Information: August 2016 Top



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