Hoden

Die Hoden sind die männlichen Geschlechtsdrüsen oder Gonaden. Darin werden Hormone und Spermien gebildet.

Die Spermien entstehen in kleinen Kanälchen. Sind sie reif, das dauert etwa 64 Tage, wandern sie in den Nebenhoden. Der Nebenhoden, Epididymides genannt, besteht aus einem sechs Meter (!) langen, zu einem Knäuel zusammengelegten Kanälchen, durch das die Samen geschleust werden. Auf dem Weg zu den Samenleitern entwickeln die Samen die Fähigkeit, sich fortzubewegen.

Der Hodensack 

Das Skrotum, wie der Hodensack medizinisch bezeichnet wird, ist eine Hauttasche, in der die Hoden jeweils in einem Fach liegen. Die Haut ist stärker pigmentiert, hat reichlich Schweiß- und Talgdrüsen und ist leicht behaart.

Die Hoden liegen deshalb außen, da die Temperatur im Körperinneren zu hoch ist und die Samenproduktion gestört würde (deshalb sollten Männer sehr enge Hosen, die die Hoden zu sehr an den Körper pressen, eher nicht anziehen). Der Hoden ist mit dem Penis durch die Samenstränge verbunden, die in den Leistenkanälen verlaufen. Die Leistenkanäle sind Stellen im menschlichen Körper mit verminderter Festigkeit. Durch erhöhten Druck im Körperinneren und entsprechender Veranlagung kann sich Darm in die Kanäle verlagern - sogar bis in den Hodensack. Das nennt man dann Leisten- oder Hodenbruch. 

Bei Erregung zieht sich der Hodensack zusammen und verlagert sich dichter an den Körper.

Der Samenleiter

Der Samenleiter (Ductus deferens) verbindet den Hoden mit der Harnröhre und verläuft durch den Leistenkanal in den Bauchraum. Vor der Harnblase befindet sich eine Gangerweiterung, in der die Samenzellen gelagert werden.

Im weiteren Verlauf mündet der Ausführungsgang vom Samenbläschen in den Samenleiter. Das Samenbläschen produziert den flüssigen Anteil des Ejakulats. Diese Flüssigkeit dient praktisch als Nahrung für die Samenzellen auf dem langen Weg in Richtung Eizelle.

Dann verläuft der Samenleiter durch die Vorsteherdrüse (Prostata). Darin wird in den Drüsen ebenfalls Flüssigkeit gebildet, die für die Fortbewegung der Spermien wichtig ist. Die Fortbewegung erfolgt mit Hilfe der Flimmerhaare auf den Zellen, die den Gang auskleiden, und durch Muskelkontraktionen in den Wänden.

Das Ejakulat

Beim Orgasmus werden ca. vier Milliliter Ejakulat ausgestoßen. Darin sind etwa 40 bis 150 Millionen Samenzellen enthalten, wovon mehr als 60 Prozent beweglich sind. Zusätzlich ist im Ejakulat Sekret aus den Samenbläschen, der Prostata und den Cowperschen Drüsen enthalten. Durch das Sekret erlangen die Samenzellen erst die Bewegungsfähigkeit. Das Ejakulat ist grau-weiß und hat den Geruch von Kastanien. Abhängig von der Ejakulationsfrequenz ist es eher dickflüssig oder wässriger. Es ist nicht schädlich für die Gesundheit, wenn man das Sperma eines gesunden Mannes schluckt.

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Autoren:
Dr. Britta Bürger


Stand der Information: Juli 2000 Top



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